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Montag, 29. Februar 2016

Fragen im Vorstellungsgespräch: Diese könnten Sie stellen

Die gute Nachricht ist: Wenn Sie es bis ins Vorstellungsgespräch geschafft haben, ist man an Ihnen schon interessiert. Nun müssen Sie sich verkaufen, Persönlichkeit zeigen und beweisen, dass Sie genau der richtige Kandidat für die vakante Stelle sind, die Idealbesetzung eben. Oft vergessen: Dazu gehört auch, gute Rückfragen zu stellen. Diese beweisen Ihre gründliche Vorbereitung und Ihr Interesse ebenso, wie Sie Ihnen dabei helfen, mehr über das Unternehmen und dessen Kultur zu erfahren – vorausgesetzt: Sie stellen die richtigen Fragen…

Achtung dumme Fragen

Natürlich gehört ein wenig Souveränität dazu, solche Fragen zu stellen. Doch egal wie hoch Ihr Stress gerade ist: Fragen Sie bitte nie nach Informationen, die Sie locker auch im Internet oder in anderen Medien hätten vorab recherchieren können. Etwa wie…

Wie viele Mitarbeiter hat Ihr Unternehmen?
Wie alt ist das Unternehmen eigentlich?
Haben Sie auch Filialen im Ausland?
Man sagt zwar immer, es gibt keine dummen Fragen. Diese aber lassen Sie so aussehen – und schrecklich unvorbereitet.

Stellen Sie lieber kluge Fragen, die nach vorne blicken oder ein bisschen tricky sind. Ein wirklich guter Arbeitgeber, der nichts zu verbergen hat und ein Personaler, der tatsächlich Leistungsträger und Talente einstellen will und nicht nur devote Ja-Sager, wird solche Fragen wertschätzen und darin einen pfiffigen Kopf mit Potenzial entdecken.

Diese Fragen können Sie im Bewerbungsgespräch stellen

Stellen Sie also ruhig auch einmal diese Fragen:

Warum ist die Stelle vakant?

Sie könnte neu geschaffen sein – oder einfach schwer zu besetzen sein, weil der Job ein Schleudersitz ist. Die Erwartungen an den Inhaber sind entweder zu hoch oder die Herausforderungen mit dem Budget und Team nicht zu schaffen. Besser Sie finden das vorher heraus. Manchmal ist Ihr Vorgänger auch befördert worden. Klasse! Das könnte für einen sogenannten Durchlauferhitzer mit guten Beförderungschancen sprechen. Fassen Sie also ruhig noch weiter nach…

Was zeichnet Ihre besten Mitarbeiter aus?

Die Frage gehört zur Kategorie “tricky”. Vordergründig wollen Sie wissen, wie das Unternehmen Talent und Leistung definiert. Ganz nebenbei erfahren Sie aber auch, was man von Ihnen künftig erwartet. Obendrein erfahren Sie meist auch noch viel über die Unternehmenskultur und wie offen diese wirklich für neue Ideen ist und diese wertschätzt. Was Sie gleich zur nächsten Frage bringt…

Wie werden Talente und Stärken bei Ihnen gefördert?

Erfolgreiche Unternehmen entwickeln Ihre Mitarbeiter weiter und arbeiten dem Peter Prinzip entgegen. Heißt: Sie fördern Ihre besten Seiten und suchen gleichzeitig die beste Position im Unternehmen dafür – was im Übrigen ein ständiger Prozess ist. Die Frage danach erinnert den Personaler im Bewerbungsgespräch daran, dass Sie Ihren Beruf nicht nur für Geld ausüben, sondern wachsen wollen – und langfristig denken…

Wie sieht Erfolg in den ersten 90 Tagen aus?

Als Neuer genießen Sie anfangs natürlich so etwas wie Welpenschutz. Sie dürfen viele Fragen stellen, Fehler machen, lernen. Aber irgendwann wird man von Ihnen erste Fortschritte und Erfolge erwarten. Ziel dieser Frage ist zugleich herauszufinden, wie diese Erwartungen an Sie aussehen und wie realistisch diese sind. Insbesondere wie der Job nach 90 Tagen aussieht…

Welche Herausforderungen erwarten mich in den ersten 90 Tagen?

Ähnlich wie die Frage davor, aber doch ein bisschen anders. Denn hier interessiert vor allem der Subtext. Die Herausforderungen natürlich auch – aber wissen Sie schon, wie ehrlich das ist? Eben. Achten Sie daher auf die Zwischentöne und bohren Sie ruhig ein bisschen nach. Das ist völlig legitim, schließlich will man Sie reüssieren sehen. Welche Konflikte lauern wo? Wie ist das Team zusammengesetzt? Wie offen geht das Unternehmen mit Schwierigkeiten um?

Welchen Herausforderungen muss sich Ihr Unternehmen aktuell stellen?

Gleiche Frage, nur eine Dimension größer. Gewiss, man wird Ihnen kaum erzählen, dass die Company kurz vor der Insolvenz steht. Aber vielleicht erfahren Sie etwas über das (Selbst-)Bewusstsein der Firma – wo diese aktuell im Markt steht und künftig stehen will. Die wichtigste Frage – wenn auch verhüllt gestellt – dabei ist natürlich: Befindet sich das Unternehmen auf Wachstumskurs oder Schrumpfkur?

Warum arbeiten Sie für dieses Unternehmen?

Hier kommt es ein bisschen darauf an, wie Sie die Frage betonen. Sie darf weder despektierlich noch überrascht klingen, Motto: Was? Immer noch hier??? Aber mit aufrichtigem Interesse gestellt, entlocken Sie dem Personaler auf diese Weise ein paar sehr persönliche Einblicke in das Unternehmen und warum es Spaß macht, dort zu arbeiten. Und mal ehrlich: Kommt bei der Frage nicht mal der einstellende Personaler ins Schwärmen, sollten die Alarmglocken nicht klingen, sondern donnern…

Wie heißt es so schön: Wer (richtig) fragt, der führt.


Quelle. www.Karierebibel.de non Jochen Mai am 12. Januar 2014

Freitag, 26. Februar 2016

Stellenanzeigen lesen - aber richtig!


„Bewerben ja oder nein?“ – Wer bereit ist, sich auf die Bedingungen einzulassen, die in einer Anzeige genannt sind, sollte es auf jeden Fall tun. Jeder Schritt bringt einen weiter, und man hat immer die Möglichkeit, sich von diesem nächsten Schritt aus neu zu orientieren. Wer überhaupt etwas tut, hat langfristig mehr Chancen als ein Mitbewerber, der seine Zeit hauptsächlich mit der Hoffnung auf eine bessere Vergangenheit verbringt.

Leider wissen die meisten Bewerber nicht gut genug über sich selbst, um Kriterien für eine gute Entscheidung zu entwickeln, die dann die Auswahl der interessanten Stellen erleichtert. Wer sich lediglich vom Titel „Producer/in gesucht“ oder „Betriebswirt/in gesucht“ leiten lässt und dann die Anzeige ungenügend durchdringt, wird schnell enttäuscht und schreibt eher eine Bewerbung, die weder seinen noch den Bedürfnissen des Arbeitgebers entspricht.

Einfacher hat es, wer seine psychischen und Verhaltenspräferenzen und seine Werte genau kennt. Er wählt wesentlich genauer die Umgebungen aus, die wirklich zu ihm passen. Zwar garantiert auch das keine „Punktlandungen“, aber es erhöht deren Wahrscheinlichkeit. Eine gute Hilfe dazu ist die sogenannte „Potenzialanalyse“. Das wichtigste daran ist das Validierungsgespräch mit einem guten Berater, denn das macht die Analyse dann zu einem nützlichen Potenzialcoaching.

Darauf sollten Sie achten: "von außen nach innen"

Grundsätzlich lohnt es sich, die Anzeigen immer „von außen nach innen“ zu lesen:

Wie ist der Gesamteindruck?
Möchte ich bei einer Firma arbeiten, die sich auf diese Weise präsentiert?
Welche Widersprüche werden deutlich? Wirkt eine Anzeige zum Beispiel altbacken, während im Text Jugendlichkeit und Dynamik gefordert wird, dann macht es schon einen Unterschied, ob man sich dort als „jüngerer Mitarbeiter“ bewirbt.
Wenn das Grundgefühl stimmt, geht es weiter ins Innere der Anzeige.

Wie werden die Anforderungen dargestellt: aggressiv oder kooperativ?
Wird auf Nehmen soviel Wert gelegt wie auf das Geben?
In welchem textlichen Umfeld fallen die Formulierungen, die uns unklar erscheinen? usw.
Wer genau weiß, was er in dieser Phase seines Lebens will und leisten kann, entscheidet mit Leichtigkeit, ob er sich dann besonders gerne auf eine Stelle bewirbt – oder obwohl (!) sie nicht nach dem Jackpot aussieht.

Übrigens kann man davon ausgehen, dass die Autoren der Anzeigen nicht immer wissen, was sie an berechtigten oder unberechtigten Nebeninformationen in ihren Anzeigen transportieren. Und so weist die Auflistung unten nur auf Dinge hin, auf die man seine Antennen ausrichten sollte.

Die Übersetzung von Formulierungen in Stellenanzeigen
und wann sich eine Bewerbung trotzdem lohnt.


junger/jüngerer Mitarbeiter gesucht (wie alt ist jung?)

möglichst ungebunden, flexibel auch in den Arbeitszeiten; jung sein bedeutet, zu niedrigerem Gehalt und körperlich fit. "Mitarbeiter" heißt "ohne Führungsanspruch": Jemand, der tut, was man ihm sagt.

Für Leute plus/minus 20 Jahre, die einfach Erfahrungen sammeln und sich beruflich orientieren wollen, ohne den Anspruch, „von oben“ einzusteigen.

gute Englischkenntnisse (was heißt genau „gut“?)

Flüssig lesen können, im Gespräch mit Ausländern nett – und internet(t) sich austauschen können. Perfektes Schreiben darf, muss aber nicht sein.

Aus der Bewerbung sollte hervorgehen, dass man fit genug für einfache Gespräche ist und sich Texte erschließen kann.

mit Erfahrung/größerer Erfahrung

Wir wollen keinen Anfänger, der umständlich eingewiesen werden muss, sondern jemanden, der sofort produziert und der uns in den Dingen berät, mit denen wir gerade selbst nicht fertig werden.

Gut für Leute mit Erfahrung als Trouble-Shooter: Flexible, neugierige und zupackende Problemlöser.

mehrjährige Berufspraxis (1, 5, 25 Jahre?)

plus/minus fünf Jahre, hat bereits Erfahrung im Branchenumfeld, die er einbringen kann, ansonsten wie "mit Erfahrung"

Nichts für jemanden ohne und mit sehr viel Berufserfahrung. Häufig werden Leute gesucht, die sich woanders die Hörner abgestoßen haben und jetzt sesshaft werden wollen.

Kenntnisse in ... (fit sein oder reicht es, schon mal davon gehört zu haben?)

Nur ein Handbuch von Office zu besitzen reicht nicht, aber es wird verziehen, wenn man noch nachschlagen muss. Je mehr jemand weiß, um so besser

Wer beherzt und mit Spaß in den Kenntnissen zuhause ist, sollte hier zupacken. Es wird sicher anerkannt, wenn man weiß, was man dabei tut - auch wenn der Chef keine Ahnung hat, worum es geht.

sucht zur Verstärkung des Teams (haben Einzelkämpfer eine Chance?)

Klingt danach, dass sich jemand übernommen hat. Mit schlechter Laune im Team muss gerechnet werden. Wer sich hier bewirbt, stellt sich ganz hinten an. Das bestehende Team wird sich erst einmal entlasten wollen.

Wer sich in Gruppen wohl fühlt und die Dynamik darin genießen kann, ist hier genau richtig. Wichtig: Abweichungen vom "Einheits-Look" sollten gut begründet sein. Die Chemie muss im wesentlichen stimmen.

sofort gesucht (welche Kündigungsfrist ist noch o.k.?)

Sofort heißt sofort. Hier wird jemand dringend gesucht - aus welchen Gründen auch immer.

Für Kündigungen zum Quartalsende haben die meisten Verständnis. Bereits freie Leute sind hier richtig. Aber auch für die anderen lohnt es sich: bei entsprechender Qualifikation kommen die Firmen auf ihn/sie zurück.

Studium erfolgreich abgeschlossen (mit Auszeichnung oder ist die Note egal?)

Zielt vor allem darauf, ob jemand das Standvermögen für ein vollständiges Studium hatte. Erfolgreich heißt zwei bis drei. Man hat es geschafft, ohne akademischen Dünkel.

Nur zu: Auch wenn das Studium mit einer vier endete, hat man es durchgehalten. Wer Umstände dafür geltend machen kann und sich darüber hinaus qualifiziert hat, kann durch Erfahrungen außerhalb der Uni Punkte wett machen.

Karriereeinsteiger/Berufseinsteiger gesucht

Proaktive Anfänger nach der Berufsausbildung, möglichst jung, aber heiß darauf, voranzukommen. "Wir wissen, dass Sie mehr verdienen sollten. Zeigen Sie uns, dass sie wirklich gut sind!"

Gut für begeisterungsfähige Leute, die ungebunden sind und nicht darauf bestehen, pünktlich Feierabend zu machen. Sie sollten bereit sein, möglichst schnell Verantwortung zu übernehmen. Sonst wird das mit der Karriere nichts.

Fähigkeit zum eigenverantwortlichen/ selbstständigen Arbeiten (mutterseelenallein?)

Wir brauchen jemanden, dem wir ein Ziel nennen, und er marschiert los - mit oder ohne Team, mit gutem oder schlechtem Equipment. Nur das Ergebnis zählt.

Wer nur auf Weisungen hin handelt, ist hier fehl am Platz. Auch ein Team möchte nicht ständig für jemanden sorgen müssen.

Wir sind ein junges, innovatives Unternehmen (,,Hier herrscht Chaos?)/Die neu gegründete ... sucht ... („Hier läuft noch nichts rund“?)

Oft wird "Solidarität" unter chaotischen Verhältnissen erwartet: "Wir wissen noch nicht, wo es lang geht und ob wir überleben werden. Wir bitten um Verständnis, dass die Honorare noch nicht Ihren Wünschen entsprechen werden. Aber wenn es mal so richtig läuft, wird es sich auch für Sie lohnen!"

Für unabhängige, junge Leute ein tolles Lernumfeld. Es kommt auf sie selbst an, wohin sie das Ruder drehen. Alles ist möglich, und was sie nicht selbst ermöglichen, findet auch nicht statt. Auch gut für experimentierfreudige „alte Hasen“ mit Spaß an der Dynamik in einer Umgebung, die erst noch gestaltet werden muss.

Quelle: www.coaching-kensok.de