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Mittwoch, 31. August 2016

Tempel der Spiegel

Vor langer Zeit gab es in China den Tempel der Spiegel. Der Tempel lag auf der Spitze eines Berges und war äußerlich recht unscheinbar. Eines Tages kam ein Hund in diesen Tempel, in dem abertausende von Spiegeln so aufgestellt waren, dass das eigene Spiegelbild sich tausendfach im Tempel wiederspiegelte. 
Der Hund erschrak, bekam Angst und knurrte und fletschte böse die Zähne. Und tausend Hunde schauten ihm entgegen und knurrten, und fletschten böse die Zähne. Der Hund ergriff die Flucht. Von nun an dachte er, dass es auf der ganzen Welt nur lauter böse Hunde gäbe, die mit ihm kämpfen und ihn beißen wollten.
Ein paar Tage später kam ein anderer Hund in diesen Tempel. Als er die tausend anderen Hunde sah, da freute er sich, wedelte mit dem Schwanz und sprang herum, und tausend andere Hunde freuten sich, wedelten mit dem Schwanz und spielten mit ihm.
Dieser Hund kehrte mit der festen Überzeugung zurück, dass es auf der ganzen Welt nur lauter freundliche Hunde gäbe, die mit ihm spielen wollen. 

Dienstag, 30. August 2016

Arbeitszeitgesetz: Wie lange darf man arbeiten?

Wie zufrieden ein Arbeitnehmer ist, wird neben dem Gehalt maßgeblich von der Arbeitszeit bestimmt. Die Art, wie die Arbeitszeit hierzulande eingeteilt wird, ist vielfältig: Schichtdienst, flexible oder feste Arbeitszeiten. Bei all den Möglichkeiten stellen sich folgende Fragen: Wie lange darf man überhaupt arbeiten? Was sagt der Gesetzgeber? Erst voriges Jahr hat sich ein deutscher Praktikant zu Tode gearbeitet. Der 21-jährige Moritz Erhardt absolvierte ein Praktikum in der Londoner Niederlassung der Bank of America Merrill Lynch. 15 Stunden am Tag zu arbeiten ist dort normal. Es wird vermutet, dass der junge Mann an Überarbeitung starb. Ein Aufschrei ging durch die Presse. Doch auch in Deutschland sind Überstunden an der Tagesordnung. Wir erläutern die wichtigsten Fakten, damit Sie sich vor Ausbeutung schützen können.

Gesetzliche Regelungen in Deutschland

Wie lange Sie arbeiten dürfen, wird im Arbeitszeitgesetz geregelt. Dieses Gesetz regelt:

Die Höchstdauer der täglichen Arbeitszeit
Pausen und Ruhezeiten
Die Arbeit an Sonn- und Feiertagen
Dort ist zu lesen:

Die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer darf acht Stunden nicht überschreiten. Sie kann auf bis zu zehn Stunden nur verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden.

Mit werktäglich sind die Wochentage von Montag bis Samstag gemeint. Das bedeutet, dass ein Vollzeit Beschäftigter maximal 48 Stunden in der Woche arbeiten darf. Die Arbeitszeit darf kurzfristig, beispielsweise saison- oder auftragsbedingt, auf zehn Stunden verlängert werden.

Ruhezeiten

Nach sechs Stunden Arbeit steht einem Arbeitnehmer eine Pause von 30 Minuten zu. Nach neun Stunden verlängert sich diese auf 45 Minuten. Zwischen dem Feierabend und dem Beginn des neuen Arbeitstages müssen mindestens elf Stunden liegen. Diese dienen dem Arbeitnehmer als Erholung. Auch bei Schichtdiensten müssen diese Regelungen eingehalten werden. In bestimmten Arbeitsfeldern, beispielsweise in Krankenhäusern, kann diese um eine Stunde verkürzt werden, muss jedoch an anderer Stelle ausgeglichen werden. Damit soll die Gesundheit des Arbeitnehmers geschützt werden.

Nacht- und Schichtarbeit

In § 6 heißt es dazu:

Die werktägliche Arbeitszeit der Nachtarbeitnehmer darf acht Stunden nicht überschreiten. Sie kann auf bis zu zehn Stunden nur verlängert werden, wenn abweichend von § 3 innerhalb von einem Kalendermonat oder innerhalb von vier Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden.

Zusätzlich steht Arbeitnehmern, die auch in Nachtschicht arbeiten, mindestens alle drei Jahre eine medizinische Untersuchung zu. In dieser wird überprüft, ob Sie gesundheitlich noch in der Lage sind im nächtlichen Dienst zu arbeiten. Die Kosten dafür trägt der Arbeitgeber. Ab dem 50. Lebensjahr verkürzt sich der Untersuchungszeitraum auf einmal im Jahr.

Auch hat der Arbeitgeber dafür Sorge zu tragen, dass Arbeitnehmer, die im Nachtdienst arbeiten, den gleichen Zugang zu Weiterbildungsmaßnahmen haben, wie ihre Kollegen aus dem Tagesdienst.

Sonn- und Feiertage

Sonntage und Feiertage müssen laut Arbeitszeitgesetz für Arbeitnehmer grundsätzlich frei sein. Doch es gibt auch Branchen, wo Sonn- und Feiertags gearbeitet werden kann. Das sind beispielsweise medizinische oder gastronomische Betriebe. Die gesamte Liste können Sie unter Paragraph 10 nachlesen.

Mindestens 15 freie Sonntag im Jahr stehen jedem Arbeitnehmer gesetzlich zu. Muss ein Arbeitnehmer an einem Sonntag arbeiten, steht ihm innerhalb von zwei Wochen ein Ersatzruhetag zu. Fällt ein Feiertag auf einen Werktag und ein Arbeitnehmer muss an diesem Tag arbeiten, steht ihm innerhalb von acht Wochen ein Ersatzruhetag zu.

Überstunden

Als Überstunden wird dagegen die Arbeitszeit bezeichnet, die über die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit hinausgeht. Der Arbeitgeber darf Überstunden nur dann verlangen, wenn sie für das Unternehmen notwendig und für den Angestellten gleichzeitig zumutbar sind. Die positive Seite: Eine gesetzliche Pflicht für Überstunden gibt es nicht. Die negative: Eine gesetzliche Regelung für deren Abbau jedoch auch nicht. Daher ist die Regelung von Überstunden Verhandlungssache zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Für den Arbeitnehmer gilt, dass er nur Anspruch auf Ausgleich hat, wenn er den Arbeitgeber über Überstunden informiert hat. Diese müssen genehmigt worden sein. Arbeitet ein Arbeitnehmer über die gesetzlich erlaubten zehn Stunden hinaus, kann das zu einer Ermahnung führen.

Der Ausgleich von Überstunden kann durch gesonderte Zahlungen vergüten werden oder durch einen entsprechenden Freizeitausgleich. In einigen Branchen ist der Ausgleich tariflich geregelt. Ist das bei Ihnen nicht der Fall, sollten Sie die mit Ihrem Arbeitgeber getroffene Regelung schriftlich festhalten.

Ausnahmen

Für Arbeitnehmer unter 18 Jahren gelten besondere Regelungen:

Arbeitszeit und Schichtdienst: Diese dürfen höchstens 40 Stunden pro Woche arbeiten und nur montags bis freitags. Eine Ausnahme stellen Branchen, in denen im Schichtdienst gearbeitet wird, dar. Dort ist die Arbeit am Wochenende auch zulässig. Nachtschichten sind jedoch nicht erlaubt.

Pausen und Ruhezeiten: Für Arbeitnehmer unter 18 Jahren gelten längere Pausen. Ihnen steht bereits ab einer Arbeitszeit von 4,5 Stunden eine Pause von 30 Minuten zu. Auch beträgt die Ruhezeit zwischen zwei Arbeitstagen 12 Stunden. Werden sie sonntags eingesetzt, stehen ihnen mindestens zwei freie Sonntage im Monat als Ausgleich zu.


Quelle: www. http://karrierebibel.de von Karolina Warkentin am 17. Juni 2014

Montag, 29. August 2016

Phrasen dreschen im Anschreiben: Nicht diese 11 Fehler

Das Verfassen von Anschreiben gehört für viele Bewerber zu den ungeliebten Aufgaben im Bewerbungsprozess. Ein Grund dafür: In vielen Branchen sollten Anschreiben eher förmlich und geschliffen formuliert werden. Der dort verwendete Sprachstil kommt im Arbeitsalltag zwar nur selten zum Einsatz, wird im Anschreiben jedoch erwartet – und stellt so manchen Bewerber vor enorme Probleme. Die Gefahr ist groß, dass der förmliche Sprachstil zum Phrasen dreschen verführt. Ein Fehler, der die Bewerbungschancen nachhaltig reduzieren kann.

Formulierung im Anschreiben: Nie auf Kosten des Inhalts!

Verstehen Sie uns bitte nicht falsch: Klassische Formulierungen wie “Ich freue mich auf die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch” oder “…werde ich meine Kompetenzen voll in Ihr Unternehmen einbringen” sind mit Phrasen dreschen explizit nicht gemeint. Solche Sätze sind zwar nicht neu oder kreativ, haben jedoch ihre Berechtigung im Anschreiben.

Unter Phrasen dreschen verstehen wir viel eher Sätze, die zwar im ersten Augenblick gut klingen, jedoch keine konkrete Aussage haben oder einfach nur leere Worthülsen darstellen, ohne die das Anschreiben kein Stück ärmer wäre. Besteht Ihr Anschreiben primär aus solchen leeren Phrasen, ist die Aussage- und Überzeugungskraft gleich null – genau wie Ihre Chancen auf den Job.

Bevor wir zu den elf konkreten Fehlern kommen, die Sie in Ihrem Anschreiben vermeiden sollten, haben wir daher eine Bitte an Sie: Legen Sie in Ihrem Anschreiben den Fokus immer auf den Inhalt! Geschliffene und formal saubere Formulierungen sind nicht unwichtig, doch sie dürfen nie auf Kosten der Aussage und des Informationsgehalts gehen und/oder das Anschreiben in seiner Wirkung einschränken. Die folgenden elf Fehler sind klassische Beispiele des Formulierung-vor-Inhalt-Syndroms, mit dem Sie sich Ihre Bewerbungs- und Jobchancen selbst sabotieren können.

11 Fehler, die Bewerber im Anschreiben meiden sollten


  • Unspezifischer Einstieg – Formulierungen wie “Ihre Stelle hat mich sofort angesprochen” oder “ich wusste sofort, dass diese Stelle zu mir passt” sind grundsätzlich kein Problem – wenn Sie danach erklären, warum es so war oder ist. Doch viele Bewerber führen diese Gedanken leider nicht aus, sondern gehen nach einem solchen Einleitungssatz einfach im Text weiter. Dann wirkt der Satz jedoch beliebig und wenig überzeugend, da Sie keinerlei Gründe und Argumente dafür nennen. Entweder sie unterfüttern diesen Einstieg mit konkreten Punkten oder Sie verzichten darauf.
  • Pauschale Aussagen – Ähnliches gilt für Sätze wie “Ihr Unternehmen bietet mir hervorragende Chance” oder “Ihre Stelle ist für mich optimal”. Solche Aussagen klingen gut, wirken jedoch nur dann überzeugend, wenn Sie davor oder danach erklären, warum das der Fall ist und was genau das Unternehmen für Sie so attraktiv macht. Die genannten Punkte sollten dann allerdings auch wirklich zum spezifischen Unternehmen passen und sich ganz konkret in der Stellenausschreibung oder dem Auftreten des Unternehmens wiederfinden lassen. Weitere allgemeine und austauschbare Formulierungen machen Ihr Anschreiben nicht überzeugender.
  • Unspezifische Beispiele – Wir empfehlen Ihnen grundsätzlich, Ihre Kompetenzen und Stärken im Anschreiben durch Beispiele zu belegen und nicht unbedingt explizit zu nennen. Dieser Ansatz ist jedoch nur dann effektiv und sinnvoll, wenn Sie Ihre Beispiele erstens belegen und untermauern können und diese zweitens wirklich zur konkreten Stelle passen. Es ist beispielsweise wenig hilfreich, wenn Sie Ihre Teamfähigkeit an Ihrer Arbeit in großen Teams und Abteilungen fest machen, es sich bei der konkreten Stelle jedoch um einen Job mit viel eigenständiger Arbeit und ohne großen Kollegen-Kontakt handelt.
  • Vergleichende Beispiele – Gezielt eingesetzte Beispiele sind sinnvoll und wichtig, bergen jedoch auch die Gefahr des Vergleichs. Formulierungen wie “im Gegensatz zu meinen Kollegen” oder “als einer der wenigen Mitarbeiter” sind manchmal sehr verlockend und einfach, um eigene Kompetenzen zu präsentieren. Doch solche vergleichenden Beispiele und Formulierungen werfen ein schlechtes Licht auf Sie und lassen Sie alles andere als kollegial wirken. Diese Phrasen sollten Sie sich daher unbedingt verkneifen.
  • Irreführende Formulierungen – Der Spruch: “Ich bin nur für das verantwortlich, was ich sage, nicht dafür, was andere verstehen” gilt bei Anschreiben definitiv nicht. Daher ist die Strategie mancher Bewerber, bewusst viel Interpretationsspielraum im Anschreiben zu lassen, aus unserer Sicht kein sinnvoller Ansatz. Denn wenn Sie bewusst unsauber oder zweideutig formulieren, können Sie dadurch übertriebene und unrealistische Erwartungen wecken. Diese führen spätestens im Vorstellungsgespräch zu einer herben Enttäuschung – und kosten Sie damit alle Chancen auf den Job.
  • Implizite Kritik – “Gerne bringe ich meine Kompetenz in Ihrem Unternehmen ein, um die notwendigen Verbesserungen und Fortschritte voranzubringen.” Dieser Satz stammt aus einem realen Anschreiben und spiegelt einen Ansatz wider, der recht häufig vorkommt. Sicher können Sie Ihrem künftigen Arbeitgeber zeigen, dass Sie sich mit dem Unternehmen befasst haben und bereits Ideen mitbringen. Doch implizite Kritik – und nichts anderes ist der gerade erwähnte Satz – sollten Sie unbedingt vermeiden. Es ist kein guter Start, wenn Sie erst mal durch die Blume sagen, dass die bisher geleistete Arbeit im Unternehmen mangelhaft ist.
  • Superlative und Übertreibungen – Formulierungen wie “der beste Mitarbeiter” oder “hervorragende Leistungen” sind im Anschreiben durchaus kritisch. Selbst wenn Sie diese belegen können schwingt hier doch immer ein Hauch Arroganz und Überheblichkeit mit. Außerdem lassen solche Aussagen möglicherweise Zweifel an Ihrer Kritikfähigkeit und Selbstreflexion aufkommen oder – noch schlimmer – wecken viel zu hohe Erwartungen. In jedem Fall sind die potenziellen Konsequenzen nicht positiv für Sie und schmälern Ihre Chancen. Schalten Sie lieber einen Gang runter.
  • Ausschweifende Erklärungen – Beispiele sind eine gute Möglichkeit, um Ihre Kompetenzen und Stärken darzustellen, ohne diese explizit nennen zu müssen. Das funktioniert jedoch nur, wenn Sie Ihre Beispiele kurz und knackig halten und Ihre Kompetenzen daraus eindeutig hervorgehen. Verlieren Sie sich dagegen in ausschweifenden Erklärungen, schläft dem Personaler dabei nicht nur das Gesicht ein, Sie haben auch keinen Platz mehr für andere wichtige Aspekte. Kommen Sie im Anschreiben daher idealerweise zügig auf den Punkt.
  • Rhetorische Fragen – Dieser Punkt bedarf wohl keiner Erklärung, oder? Bereits diese rhetorische Frage macht deutlich, wie unangenehm das Stilmittel wirken kann. Denn die implizite Botschaft der rhetorischen Frage ist fast immer: Das ist jetzt so klar und eindeutig, dass wirklich jeder es wissen und verstehen müsste. Doch was, wenn dem Personaler nicht sofort klar ist, worauf Sie hinauswollen? Genau, dann vermitteln Sie ihm mit Ihrer rhetorischen Frage das Gefühl, etwas eingeschränkt oder unwissend zu sein. Wollen Sie das wirklich sagen?
  • Unbelegtes Eigenlob – Ihr Anschreiben und Ihre gesamte Bewerbung sind natürlich die Gelegenheit, um sich optimal in Szene zu setzen und sich selbst auch ein wenig zu loben. Achten Sie jedoch unbedingt darauf, jegliches Eigenlob erstens mit konkreten Beispiele zu verbinden und es zweitens auch durch Zeugnisse und andere Referenzen zu belegen. Unbelegtes Eigenlob riecht sehr schnell etwas komisch und hinterlässt oft einen alles andere als guten Nachgeschmack.
  • Austauschbare Phrasen – Zu guter Letzt sollten Sie in Ihrem Anschreiben auf allzu austauschbare und allgemeine Formulierungen verzichten. Sprechen Sie beispielsweise die guten Arbeitsbedingungen und die gute Arbeitsatmosphäre im Unternehmen an, sollten Sie diese auch konkret benennen und an Beispielen oder Aussagen des Unternehmens fest machen können. Einfach nur allgemeine und unspezifische Aussagen in den Raum zu stellen verschwendet nicht nur wertvollen Platz, es macht Ihr Anschreiben auch wenig überzeugend und glaubwürdig.
Quelle: www.karrierebibel.de von Christian Mueller am 18. Juni 2014

Freitag, 26. August 2016

Was bei Bewerbungsoptimierungen oft schiefläuft

Kürzlich beobachtete ich in der Aula der Schule meines Sohnes eine Reinigungsfachkraft, die mit ihrem Staubwedel eine Wolke nach der anderen aufstieß. Am Ende war nichts sauber, aber alles dreckig. So ist es nach mancher Bewerbungsoptimierung, oft schnell mal auf einer Karrieremesse dazwischengeschoben oder ein einer halben Stunde erledigt. Das Ergebnis sehen wir in unserer Praxis: „Warum kassiere ich nur Absagen? Es ist doch optimiert!“ sagen viele. Scheinbar: Denn vom vielen Staub sind die wichtigen Informationen verdeckt…

Formalia statt Fundamentaldaten

„Die Unterschrift muss aber unter den Lebenslauf und das Datum auch!“ Oder „Tabellarisch muss es sein!“ Sonst würden einige Personaler den CV eiskalt aussortieren. Die meisten Optimierungen konzentrieren sich auf Oberflächlichkeiten. Da wird „hübsch“ gemacht, aber nicht an den Fundamentaldaten gearbeitet, also Bildungsabschluss, Berufserfahrung und Erfolge. Dabei steckt oft sehr viel mehr Information in einem Lebenslauf als zunächst sichtbar ist. Diese herauszuarbeiten, kostet Zeit. Gerade die neueren Studienabschlüsse müssen oft erklärt werden. Was hat man im „Master Coaching und Mediation“ eigentlich genau gelernt? Was hat man in seiner beruflichen Praxis nicht nur einfach „erledigt“, sondern erfolgreich gemacht – verändert, optimiert, erweitert, verbessert…

Wie es besser geht:

Je länger Sie in einem Job waren, desto mehr werden Sie vergessen haben, was Sie genau gemacht haben. Es wird Ihnen normalerweise auch schwerfallen, Erfolge zu benennen. Weiter können Sie möglicherweise gar nicht richtig einschätzen, was relevant für den Arbeitsmarkt ist und bei Personalern und Fachentscheidern ankommt. Falls Sie es nicht selber schaffen, lassen Sie sich beim Herausarbeiten und Bewerten dieser Punkte helfen. Diese Investition ist teurer, oft aber wichtiger als ein Quick-Check.

Wunsch und Wirklichkeit klaffen auseinander

Der Bewerber stellt sich beispielsweise Google als Traumarbeitgeber vor, hat aber bisher nur für die freie Tankstelle seines Onkels SEO-optimiert. Andere streben auf einen Massenmarkt mit dichter Konkurrenz, etwa ins Produktmanagement einer Konsumentenmarke. Hier ist die Konkurrenz oft besonders stark, was Chancen für alle minimiert, deren Lebenslauf nicht exakt die vom Unternehmen gewünschte Erfahrungslinie aufweist. Bei der Schnell-Optimierung einer Bewerbung, ist die Passgenauigkeit CV-Ziel leider selten Thema.

Wie es besser geht:

Passen Lebenslauf und Ziel zusammen? Solche Fragen können oft nur erfahrene Berater und Branchenspezialisten sicher beantworten, auch manche Headhunter. Weiterhin empfehle ich Ihnen, sich bei Xing Lebensläufe von Personen anzusehen, die bei Ihrem Wunschunternehmen machen, was Sie sich wünschen. Welche Informationen haben die in Ihrem CV?

Der Bewerbungsweg wird nicht beachtet

Welchen Weg wird die Bewerbung nehmen? Geht sie über ein Bewerbungsformular, E-Mail, persönliche Kontakte, Stelleninserate? Das ist ein Unterschied! Immer noch werden pauschal „Mappenchecks“ verkauft. Die Bewerbungsstrategie wird weder hinterfragt noch besprochen.

Wie es besser geht:

Nicht jeder braucht die gleiche Strategie. Es gibt Lebensläufe, die sich sehr gut initiativ „verkaufen“, andere Bewerber sollten sich eher auf Anzeigen konzentrieren, wieder andere auf Netzwerke. Davon ausgehend kann man Maßnahmen bestimmen: Wer sich Online über ein Formular bewirbt, sollte sein Augenmerk auf den Lebenslauf legen. Wer sich initiativ bewirbt, braucht ein sehr gutes Anschreiben. Wer auf ein Stelleninserat reagiert muss vor allem argumentieren und seinen CV darauf abstimmen. Wer über Online-Netzwerke agiert, braucht die richtigen Keywords.

Konzentration auf das Anschreiben und weiche Argumente

Das Anschreiben ist für manche Zielgruppenbewerbungen ein wichtiger Türöffner. Sonst interessiert es nur ganz wenige Unternehmen. Die meisten Personaler und Headhunter checken den Lebenslauf. Da Bewerbungsoptimierung, sorry, oft von Frauen angeboten wird, ist der Blick auf Argumente mitunter zu weiblich. Da werden mehr softe Argumente betont, wo harte Facts wichtig wären. Selten interessiert das „was Sie sonst noch über mich wissen sollten“ bei einer Position über 50.000 Euro Jahresgehalt.

Wie es besser geht:

Personaler wollen schnell sehen, was wichtig ist. Dabei geht es nicht um viel Information, sondern um die richtige. Die Positionierung des Bewerbers muss sofort klar werden und damit die Frage „wofür steht jemand“.

Keine Erfolgskontrolle

Ich frage mich, warum niemand die Staubwedelei von Reinigungsfachkräften kontrolliert. Und warum so wenige Bewerbungsberater den Erfolg ihrer Arbeit prüfen (über die Referenz des Kunden hinaus, denn die sagt ja nichts über Wirksamkeit). Viele sehen Bewerbungsberatung als einmalige Aktion, was sie nicht ist. Die meisten Bewerbungsprojekte dauern mehr als drei Monate, viele mehr als ein halbes Jahr.

Wie es besser geht:

Eine Kennzahlenmanagement ist ganz einfach eingeführt: Wie viele Einladungen pro zehn Bewerbungen vor der Optimierung, wie viele danach? Wie viele Zweitgespräche auf Erstgespräche, wie viele Angebote auf Zweitgespräche. Das ermöglicht es auch, immer wieder nachzubessern und den Kurs zu ändern. Denn es sind nicht die Unterlagen für sich, sondern die Kombination aus Fundamentaldaten, Bewerbungszielen, Bewerbungsstrategie und Unterlagen, die den Erfolg ausmachen.


Quelle: www.karrierebibel.de von Svenja Hofert am 18. Juni 2014 Bewerbung

Donnerstag, 25. August 2016

Wie leicht wir zu beeinflussen sind


Unser Urteilsvermögen ist bei weitem nicht so sicher, wie manche vielleicht glauben. Im Gegenteil: Wir sind allesamt hochgradig manipulierbar und lassen uns allzu leicht blenden. Psychologische Experimente beweisen das immer wieder. Ein relativ simples, aber sehr anschauliches lieferten die beiden Psychologen Daniel Kahnemann und Amos Tversky: 

Zwei Testgruppen bekamen eine mathematische Aufgabe. Die einen sollten rechnen 8*7*6*5*4*3*2*1; die anderen 1*2*3*4*5*6*7*8. Allerdings hatten sie dafür nur fünf Sekunden Zeit. Also schätzten sie. Die erste Gruppe schätzt im Durchschnitt 2250, die zweite kommt auf 512. Beides ist natürlich falsch.

Aber es zeigt, was Sie vielleicht längst ahnen: Wer mit etwas Großem beginnt, erwartet auch ein großes Ergebnis und umgekehrt. Die richtige Antwort wäre übrigens 40.320 gewesen.

Quelle www.karrierebibel.de

Mittwoch, 24. August 2016

Du bist super! – Schmeichler schlagen Selbstdarsteller



Falls Sie sich gerade irgendwo bewerben: Vergessen Sie Ratschläge vom Typ Betonen Sie Ihre Stärken! oder Berichten Sie von Ihren Erfolgen oder Eigenlob stimmt! Stimmt eben nicht. Den Job bekommt, wer Jaja sagt, bis der Personaler strahlt. Oder anders formuliert: Der Schmeichler schlägt jeden Selbstdarsteller im Vorstellungsgespräch.
Das haben die US-Wirtschaftswissenschaftler Chad Higgins und Timothy Judge herausgefunden und dazu bei 116 Studenten beobachtet, welches Verhalten im Jobinterview besser ankam. Zudem befragten sie hinterher noch Personalverantwortlichen. Das Ergebnis war stets dasselbe: Werbung in eigener Sache ist nicht schlecht, erfolgreicher aber ist, Komplimente zu machen, Gemeinsamkeiten zu finden und diese subtil ins Gespräch einzubauen. Sagen Sie also ruhig, dass Sie dieselbe Uni wie der Personaler besucht haben oder das gleiche Hobby pflegen. Es lohnt sich.
Der Trick dahinter ist, dass Sie eine Bindung zu Ihrem Gegenüber aufbauen. Aus der Sozialpsychologie ist längst bekannt, dass Menschen andere Menschen sofort sympathischer finden, wenn diese ihnen ähnlich sind. Bei der Gelegenheit möchte ich Ihnen übrigens sagen, dass Sie mein liebster Leser sind! Doch, ehrlich!!!

Quelle www.karrierebibel.de

Dienstag, 23. August 2016

Der Frosch im Kochtopf

Wenn man einen Frosch in einen Topf mit heißem Wasser wirft, dann springt der grüne Geselle auf der Stelle wieder aus dem Topf heraus. Dabei hat er sich vielleicht ein paar kleine Verbrühungen zugezogen, aber die sind bald überwunden ... und er lebt fröhlich weiter! 
Wenn man jedoch einen Frosch in einen Topf mit kaltem Wasser steckt und dann anschließend das Wasser ganz langsam erhitzt, bleibt der Frosch im Kochtopf sitzen. Er bleibt sitzen und sitzen und sitzen – bis er in dem heißen, kochenden Wasser umkommt!
Und so wie diesem Frosch, so geht es vielen Menschen: Sie leben ihr Leben so, dass es ihnen langsam, aber sicher immer schlechter geht – aber sie schaffen es nicht, dieses Leben zu verändern, also aus dem Kochtopf zu springen. Ja, durch die langsame Verschlechterung merken viele Menschen oft gar nicht, dass sich ihre Lebensqualität immer mehr zum Negativen wendet. 

Montag, 22. August 2016

Selbstwertgefühl stärken: Mit 10 einfachen Schritten



Victor Fleming ist der Regisseur des vielleicht bekanntesten Kinofilms aller Zeiten: Vom Winde verweht mit Clark Gable und Vivien Leigh. Dabei überstrapazierte der kreative Kalifornier, der seine Karriere übrigens als Autorennfahrer begann, nicht nur die Geduld mancher Kollegen am Set, sondern auch das Budget: Eines Tages fragte ihn sein dem Herzinfarkt bereits naher Produzent, David O. Selznick, warum es denn bitteschön nötig sei, dass Scarlett und ihre Schwestern fuderweise Unterröcke aus kostbarer, handgeklöppelter belgischer Spitze tragen müssten. Im Kinosessel und unter den Kleidern sähe das hinterher schließlich niemand. "Aber die Schauspielerinnen wissen es", soll Fleming geantwortet haben. "Und weil sie wissen, dass die Unterröcke sündhaft teuer sind, fühlen sie sich als die, die sie spielen sollen: verwöhnte, reiche Gutsherrentöchter." Alles eine Frage des Selbstwertgefühls...

Wie Selbstwertgefühl funktioniert

Natürlich war es Verschwendung, doch diese Geschichte zeigt, dass es für eine selbstbewusste Ausstrahlung, eine bestimmte Einstellung zu sich selbst braucht.
"Von allen Urteilen, zu denen wir im Leben kommen, ist keines so wichtig, wie das, das wir über uns selbst fällen", schreibt die Autorin Gerlinde Unverzagt. Die Art und Weise, wie wir uns selbst beurteilen, der Bezug zur eigenen Person wirkt sich darauf aus, ob wir im Job erfolgreich sind, ob wir eine glückliche Beziehung führen und wie wir mit Herausforderungen umgehen.
Das Selbstwertgefühl funktioniert dabei wie ein innerer Schutzschild. Es ist untrennbar verbunden mit dem Glauben an die eigenen Möglichkeiten.
Menschen mit einem gesunden Selbstwertgefühl sind davon überzeugt, sich selbst und ihre Umwelt beeinflussen zu können. Dieser Glaube versorgt mit Kraft und Energie und er macht es überhaupt erst möglich, Schwierigkeiten und Herausforderungen zu bewältigen.
"Wenn wir nicht an uns selbst glauben, weder daran, dass wir wirksam, noch grundsätzlich gut, noch liebenswert sind, ist die Welt in der wir leben, ein furchterregender und kalter Ort", schreibt der kalifornische Psychotherapeut Nathaniel Branden.
Anerkennung von außen beeinflusst das Selbstwertgefühl, denn für das, was der Mensch gibt und leistet, wünscht er sich Wertschätzung.
Das beginnt bereits in frühster Kindheit.
Oftmals liegen die Gründe für ein schwaches Selbstwertgefühl in der Kindheit, wenn die eigenen Bedürfnisse nicht erfüllt wurden. Den Eltern kommt in der Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühls eine besonders wichtige Rolle zu: Sie sind die ersten, die einem vermitteln können, dass man ein wertvoller Mensch ist, der geliebt wird. Das stärkt von innen heraus und verleiht Sicherheit.
Aber auch der Umgang der Eltern mit dem Kind spielt eine Rolle. Fehlte ein respektvoller Umgang und man wurde als Kind verspottet oder bloßgestellt, nimmt das Selbstwertgefühl schaden. Man entwickelt dann die Überzeugung, dass man so wie man ist, nicht richtig ist.
Diese Überzeugung bleibt auch als Erwachsener.

Wer den Beruf zur Selbstverwirklichung nutzt, riskiert eine Sinnkrise

Mein Haus, mein Auto, mein Job – für viele Menschen sind das wichtige Werte, über die sie sich definieren. Daran machen sie ihren Status, ihren Rang in der Gesellschaft fest.
Natürlich steht es jedem frei, worüber er sich definiert. Aber in turbulenten Zeiten, in denen solche Dinge leicht ins Wanken geraten, schwankt bei vielen dann auch das persönliche Selbstwertgefühl erheblich mit.

  • Aus der Jobkrise wird dann schnell eine veritable Persönlichkeitskrise.
  • Der Jobverlust avanciert zum Gesichtsverlust, zur gesellschaftlichen Blamage.
Welche Demütigung, wenn man auf gesellschaftlichen Anlässen auf die Frage "Und was machen Sie so?" plötzlich nur noch mit Achselzucken antworten kann.
Wiederholter Erfolg, jahrelanger Aufschwung, stetiges Wachstum – so glücklich einen Prosperität und Wohlstand machen können: Sie stellen auch eine Gefahr dar. Dann nämlich, wenn daraus übersteigerte Erwartungen erwachsen. Wenn wir annehmen, das alles, das Geld, der Erfolg die Anerkennung, sei selbstverständlich und müsse immer so weitergehen.
Der Denkfehler, den viele dabei begehen: Sie sehen diese Dinge nicht mehr als Resultat, als Kollateralerzeugnis ihrer eigentlichen Bemühungen und Ziele, sondern erheben sie zum selbstverständlichen Niveau, zum Standard, den sie auf keinen Fall wieder unterschreiten wollen.
Je mehr wir unseren Beruf zur Selbstverwirklichung nutzen, desto mehr avanciert er auch zum Gradmesser der Selbstbestätigung. Und das kann in die Irre leiten: Kein Job, keine Selbstverwirklichung, kein Selbstwert. Endstation Sinnkrise.

Selbstzweifel verstehen

Menschen mit geringem Selbstwertgefühl werden von ihren Selbstzweifeln zerfressen. Ihre innere Stimme ist wie ein strenger Elternteil, das das eigene Kind erbarmungslos runtermacht für eine schlechte Leistung.

  • Wer ein geringes Selbstwertgefühl hat, hält sich unentwegt die eigenen Schwächen und Fehler vor. Ihnen fällt es schwer Komplimente anzunehmen und glückliche Momente zu genießen.
  • Oftmals fühlen sie sich auch unwohl dabei im Mittelpunkt zu stehen. Sie erwarten von ihrer Umwelt Ablehnung zu erfahren, beispielsweise beziehen sie einen ausbleibenden Rückruf von Freunden und Bekannten auf sich und denken automatisch etwas falsch gemacht zu haben.
  • Wer ein geringes Selbstwertgefühl hat, der sucht unbewusst nach Beweisen, die das mangelhafte Urteil über die eigene Person stützen.
  • Oftmals fehlen diesen Menschen Erfahrungen, in denen sie sich als erfolgreich erlebt haben; Momente, in denen sie feststellen konnten, dass sie in der Lage sind, Herausforderungen zu meistern.

Die Folgen von geringem Selbstwertgefühl:


  • Man bleibt unter seinen Möglichkeiten.
  • Man befindet sich in einem Teufelskreis, denn man traut sich nicht zu ein Ziel zu erreichen und weil man es sich nicht zutraut, erreicht man es am Ende wirklich nicht.
  • Man vermeidet Situationen, die neu und ungewohnt sind.
Mehr noch: Menschen, die sich nach außen selbstsicherer geben, als sie in Wahrheit sind, machen sich das Leben unnötig schwer, so eine Studie der Universität von Georgia in Athens: "Menschen mit geheuchelter Selbstsicherheit kompensieren ihre Selbstzweifel, indem sie übertriebene Verteidigungsstrategien entwickeln", sagt Forschungsleiter Michael Kernis. Das wiederum wird von anderen als heuchlerisch und unsympathisch wahrgenommen. Eine Abwärtsspirale entsteht.
Viele sind damit Opfer einer Gehirnwäsche, der sie sich selbst unterzogen haben: "Im Zeitalter der Massenmedien vergleichen wir uns ständig mit dem Unvergleichlichen – und das spornt uns nicht an; das macht uns neidisch, träge, böse, missgünstig", sagte zum Beispiel Norbert Bolz, Medienprofessor an der TU Berlin.
Dahinter steckt nicht selten auch die Angst vor Ablehnung. Wir wollen wenigstens mithalten, um nicht hinterher zu hecheln. Aber letztlich tun wir genau das. Denn unser Selbstwert ist dabei maßgeblich abhängig vom Zuspruch anderer. Ein mehr als fragwürdiges Fundament.
Für unser Selbstwertgefühl sind wir – wie der Name schon sagt – selbst verantwortlich. Damit ist Selbstwert eine Frage des (eigenen) Maßstabs. Bis dahin muss man allerdings erst einmal kommen. Geschrieben ist das leichter als gelebt. Aber vielleicht helfen die folgenden Empfehlungen...

Selbstzweifel überwinden: Wie Sie Ihr Selbstwertgefühl stärken

Wer nicht an sich selbst und seine Fähigkeiten glaubt, nicht überzeugt ist, von dem was er oder sie tun und schaffen kann, was immer er oder sie sich vornimmt, der wird in seinem Leben längst nicht so viel erreichen, wie er könnte.
Erfolg strahlt man zwar auch aus, Glanz und Glorie beginnen aber immer im Inneren. Das klingt zwar entsetzlich nach esoterischem Li-La-Laune-Geschwurbel, ist es aber nicht. Man muss sich nur umsehen: Tatsächlich eint nahezu alle großen Persönlichkeiten der Geschichte, dass sie (uneingeschränkt) an sich glaubten. Und das war nichts, was ihnen in die Wiege gelegt wurde. Sie mussten es lernen. Und das kann jeder andere auch. Die wesentlichen Lektionen dazu:

1.    Nehmen Sie Komplimente mit Freude an.


Wer ein geringes Selbstwertgefühl hat, dem fällt das besonders schwer. In seiner berühmten Antrittsrede sagte Nelson Mandela 1994: "Es ist nicht unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, das uns am meisten erschreckt. Wir fragen uns: Wer bin ich, um brilliant, großartig, talentiert und kraftvoll zu sein?" Eben diese Zweifel quälen viele Menschen. Erhalten sie ein Kompliment, erfolgt noch im gleichen Moment eine Abwehrreaktion. "Damit kann ich unmöglich gemeint sein". Das vernichtende Urteil, das man sich über die eigene Person gemacht hat, verhindert, das das Kompliment akzeptiert wird. Doch Mandela kannte auch die Lösung für dieses Problem: "Frage lieber: Was machst du eigentlich, um das alles nicht zu sein?" Stellen Sie sich diese Frage immer wieder. Es wird Ihnen dabei helfen, Komplimente zu akzeptieren.

2.    Hören Sie auf, sich mit anderen zu vergleichen.


Sich kontinuierlich mit anderen zu vergleichen macht auf Dauer unglücklich und fördert Selbstzweifel. "Warum kann ich nicht das haben, was er hat?", "Warum bin ich nicht so erfolgreich?" oder "Warum habe ich nicht so ein schönes Haus?" - letztendlich kommen die meisten zu dem Schluss, dass sie es nicht verdient haben oder irgendetwas falsch machen. Dabei tendieren wir dazu, den anderen zu überhöhen und sehen nicht das Gesamtbild. Ihr Selbstwertgefühl sollte von innen herauskommen und nicht davon abhängig sein, im Vergleich mit anderen besser abzuschneiden.

3.    Schauen Sie auf das, was Sie können – jeder kann etwas.


Vergegenwärtigen Sie sich Ihre Stärken und Erfolgen. Hier ist nicht die Rede davon, sich plump einzureden "Ich bin toll" oder "Ich bin stark", sondern sich ganz konkret Situationen vor Augen zu führen, in denen man stolz auf sich selbst war. Fällt Ihnen auf Anhieb nichts ein, denn viele Menschen neigen dazu, abzublocken und zu sagen, da gäbe es nichts, fragen Sie Ihre Familie und Freunde danach.

4.    Sorgen Sie für kleine Erfolgserlebnisse.


Stecken Sie sich realistische, erreichbare Ziele und dokumentieren Sie Ihren Fortschritt. Dadurch dass Sie Verantwortung übernehmen und Erfolge sehen, stärken Sie den Glauben in die eigenen Fähigkeiten. Zum Beispiel sich im Teammeeting zu Wort zu melden oder einen Vorschlag einzubringen. Machen Sie in einem solchen Moment die Erfahrung, vom Chef und von den Kollegen ernst genommen zu werden, motiviert Sie das dazu sich neuen Herausforderungen zu stellen, weil Sie daran glauben, diese auch bewältigen zu können.

5.    Wappnen Sie sich für kritische Situationen.


Jeder hat schon einmal eine Situation erlebt, die das Selbstwertgefühl ins Wanken gebracht hat, beispielsweise eine Kränkung oder die Ablehnung von einem Mitmenschen. Erinnern Sie sich an solche Situationen. Picken Sie sich jene heraus, die gehäuft aufgetreten sind und spielen Sie diese in Gedanken noch einmal durch. Beispielsweise ein Kunde, der häufig in seiner Kritik unter die Gürtellinie schlägt. Oftmals ist man in solchen Situationen unzufrieden mit der eigenen Reaktion. Wie hätten Sie gerne reagiert? Definieren Sie für sich eine Grenze, die keiner überschreiten kann. Legen Sie sich Worte für eine solche Situation zurecht. Das verleiht Sicherheit.

6.    Besänftigen Sie den inneren Kritiker.


Jedes Mal, wenn Sie wieder einmal mit sich selbst hart ins Gericht gehen und sich als Versager fühlen, versuchen Sie die Situation von außen zu betrachten. Wie würden Sie reagieren, wenn das Gleiche einem Freund passiert wäre? Bei anderen Menschen reagieren viele empathischer und sind weniger gnadenlos. Versuchen Sie sich so zu behandeln, wie Sie auch einen Freund behandeln würden.

7.    Helfen Sie Ihren Mitmenschen.


Die Psychologin Jennifer Crocker von der Universität Michigan führte ein Experiment durch, in dem sie Studienanfänger, die sich eine Wohnung teilten, beobachtete. Ein Mitbewohner hatte die Aufgabe den anderen gezielt zu unterstützen, ihn zu ermutigen. Schon bald entwickelte sich daraus eine Wohngemeinschaft, die sich gegenseitig half und unterstützte. Sie fand heraus, dass diese Erfahrung das Selbstwertgefühl enorm steigert. Verantwortlich dafür, sei ihrer Meinung nach das Geben. Denn anderen etwas Gutes zu tun, führt dazu, dass man sich selbst gut fühlt.

8.    Pflegen Sie Kontakte zu Menschen, die mit ihrer positiven Haltung anstecken.


Wer sich ständig mit Nörglern umgibt, wird selbst zu einem, denn schlechte Laune steckt an. Je mehr gemeckert und genörgelt wird, desto mehr steigern Sie sich in die Situation hinein. Sie konzentrieren sich ganz und gar auf die schlechten Aspekte einer Sache und verlieren dadurch die Fähigkeit, das Ganze zu relativieren und im Kontext zu sehen. Aus einer kleinen nervigen Angelegenheit wird auf diese Weise eine unendliche Qual. Umgeben Sie sich stattdessen mit positiven Menschen.

9.    Belohnen Sie sich und Ihr Tagwerk. Feiern Sie Erfolge.


Viel zu selten wird das, was man erreicht hat, zelebriert. Insbesondere Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl konzentrieren sich auf die negativen Dinge in Ihrem Leben. Nehmen Sie sich gezielt vor, das zu ändern und feiern Sie die schönen Momente.

10. Machen Sie möglichst oft das, was Sie lieben.


Das was Sie lieben und das was Ihnen Spaß macht erfüllt Sie und sorgt für eine innere Zufriedenheit. Vor allem wenn Sie dabei im Einklang mit Ihren eigenen Wertvorstellungen sind. Denn die Kluft zwischen dem, was wir tun und zwischen dem, was wir wollen, ist das, was uns unglücklich macht.

Die emotionale Achterbahnfahrt in Krisen

"Wenn das Selbstwertgefühl angeknackst ist, trauen viele ihren Gefühlen, Gedanken und körperlichen Signalen nicht mehr", sagte der Psychotherapeut und Buchautor Bernd Sprenger. Das Ergebnis ist ein Stress, "der langfristig körperlich krank machen kann, weil er unter anderem die Abwehrkräfte schwächt".
Tatsächlich folgen solche Sinn- oder Lebenskrisen meist einem typischen Muster - es reicht von Paralyse und Trauer bis hin zu Zorn oder Depression. Psychologen kennen diese Phasen auch als sogenannten Roller Coaster Ride - als Achterbahnfahrt der Gefühle, je nachdem wie viele Anstrengungen und Niederlagen folgen. Das macht es für die Betroffenen zwar nicht unbedingt leichter, und ein wirkliches Rezept, Traumata zu vermeiden, ist das auch nicht. Aber Krisen lassen sich so zumindest etwas abmildern: Wer sich bewusst macht, welche Phase er selbst oder ein guter Freund gerade durchleidet, sieht sich selbst in einem anderen Licht und kann (sich) besser helfen (lassen).

Die typischen Krisenphasen (siehe Grafik) sind:

 Gefühlsachterbahn-Roller-Coaster-Ride


  • 1. Vorahnung: Der Betroffene antizipiert eine bevorstehende Kündigung und kalkuliert mögliche Reaktionen, aber auch seine finanzielle Situation durch.
  • 2. Kündigungschock: Die Kündigung wurde ausgesprochen, jetzt ist es amtlich. Unmittelbar danach setzt meist erst einmal ein Schock ein. Der Betroffene braucht Zeit, seine Situation vollständig zu erfassen und zu bewältigen.
  • 3a. Erholungsphase: Es setzt eine leichte Erholung, manchmal auch Erleichterung ein. Der Betroffene nimmt sich die Auszeit, erledigt bislang Liegengebliebenes, kommt zur Ruhe.
  • 3b. Neue Anstrengungen: Jetzt werden neue Pläne gemacht. Wie geht es weiter? Üblicherweise werden jetzt Stellenanzeigen in Jobbörsen durchsucht: Was wird angeboten? Was bin ich auf dem Arbeitsmarkt wert?
  • 4a. Leugnung: Bleiben die ersten spontanen Versuche zurück zur Arbeit zu finden erfolglos oder ist die Marktlage desolat, wird die Situation gerne schön geredet – vor allem im privaten Umfeld.
  • 4b. Wut: Es geht nicht voran. Das frustriert. Noch einmal wird die Kündigung reflektiert. Jetzt kommen ungute Gefühle zum Tragen: Der Chef, die Kollegen – wie unfair haben sie sich verhalten? Die Kündigung wirkt wie gemeiner Verrat – "und das ausgerechnet mir!"
  • 4c. Erneutes Handeln: Geht nicht, gibt’s nicht. Bloß nicht aufgeben! Der Betroffene macht sich Mut, strengt sich erneut an. Passt sich dem Markt an, bildet sich vielleicht weiter. Und bei Erfolg geht es weiter zu Punkt 6.
  • 4d. Akzeptanz: Nichts hilft. Egal, was der Betroffene auch unternimmt, er bleibt arbeitslos. Bewerbungen kommen zurück, Absagen folgen. Irgendwann resigniert er und gibt sich auf.
  • 4e. Depression: Je nachdem welchen Stellenwert die Arbeit und Karriere vorher hatten, ist daran viel Selbstwertgefühl geknüpft. Langfristige Arbeitslosigkeit kann deshalb in die Depression führen.
  • 5. Gedämpfte Hoffnung: Ein Lichtblick – vielleicht macht ein Freund Mut, er könnte einen Job vermitteln oder der Betroffene hat selbst eine Aussicht auf einen Job entdeckt. In diesem Fall werden wieder neue Kräfte mobilisiert und Anstrengungen unternommen.
  • 6. Enthusiasmus: Es sieht gut aus – der neue Job ist zum Greifen nah. Also wird alles auf Vordermann gebracht: Lebenslauf, Outfit, Auftreten, Familienleben.
  • 7a. Neue Beschäftigung: Es ist geschafft, der neue Vertrag ist unterschrieben. Der Job kann losgehen...
  • 7b. neuer 4er-Zyklus: Doch nichts! Im letzten Moment verglimmt der Docht der die zweite Karriere zünden sollte. Umso tiefer ist jetzt der Absturz: Bin ich ein Versager?
  • 8. Depression oder gar Apathie: (wie 4e – oder schlimmer)

Quelle: Von Jochen Mai am 08. April 2015, http://karrierebibel.de/selbstwertgefuehl/