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Mittwoch, 30. November 2016

Kommunikationsmodell NLP (Neurolingistisches Programmieren)

Was in Ihrem Leben passiert, kann auch von Ihnen selbst beeinflusst werden. Der Ansatz im Modell von NLP besteht darin, dass die Sprache und das, was sie begleitet, unsere wahrgenommene Wirklichkeit abbildet bzw. beschreibt. Verändern Sie einzelne Komponenten dieser wahrgenommenen Wirklichkeit, verändern Sie auch diese Wirklichkeit.

Für das Kommunikationsmodell NLP vereinigten die Amerikaner Richard Bandler und John Grinder die Ansätze verschiedener Therapie- und Kommunikationsmodelle.

Der stillschweigend vorausgesetzte Vorteil im Modell von NLP ist für Sie: ein positives und selbstbestimmtes Leben. Im Modell von NLP können Sie davon ausgehen, dass Sie selbstbestimmt Ihre Gefühle, Ihr Denken und Ihr Handeln steuern lernen. Entsprechendes Handwerkszeug unterstützt Sie bei Ihrer „Reise“. Das Ziel ist, Ihre Beziehungen, Ihre Kommunikation und damit Ihre Lebensqualität aus eigener Kraft zu verbessern.

Die Grundannahmen im Kommunikationsmodell von NLP

Das NLP Modell basiert auf neun zentralen Grundannahmen. Diese ursprünglichen Axiome wurden in den letzten Jahrzehnten um viele weitere, meist sinnvolle Regeln erweitert. Der Deutsche Verband für Neurolinguistisches Programmieren e.V. veröffentlicht auf seiner Webseite viele praktisch anwendbare Annahmen. Hier werden die neun zentralen, von Bandler/Grinder ursprünglich formulierten Grundannahmen beschrieben.

Grundannahme 1:
Den Prozess der Wahrnehmung der Realität zu verändern ist wichtiger, als ihren Inhalt zu verändern. Diese Grundannahme legt das Fundament für das Menschenbild innerhalb dessen das Modell von NLP “funktioniert”. Es geht um den Prozess der Wahrnehmung, es geht darum, wie sich das Bild Ihrer Realität aus Ihren Sinneswahrnehmungen in Ihrem Gehirn zusammensetzt. NLP erforscht, wie angenommene Glaubenssysteme als Filter für Ihre Wahrnehmung limitierend oder bereichernd wirken können, je nachdem, was Sie auswählen. Ein Beispiel: Vielleicht ist Ihnen schon aufgefallen, wie sich Andere aus dem, was um sie herum passiert, immer gerade jenes Stück “Realität” herausschneiden, das in ihr Glaubenssystem passt. Sie glauben zum Beispiel, dass die “Welt” ein schlechter Platz ist und dass “alle” nur Böses für sie im Sinn haben. Das, was sie als Realität erleben, wird dadurch entscheidend beeinflusst. Aber stellen Sie sich einmal vor, diese Menschen könnten sich einfach entscheiden, in Zukunft Beweise dafür zu finden, dass die Welt ein guter Platz ist und dass “alle” nur dafür auf der Welt sind, um ihr Abenteuer “Leben” mit Farbe und Inhalt zu füllen. Dies ist ein wundervolles Beispiel dafür, den Prozess der Wahrnehmung der Realität zu verändern, ohne den Inhalt verändern zu müssen. Und das Erlernen der Fähigkeit, dies selbstbestimmt zu tun, führt Sie mitten in die Welt des NLP.

Grundannahme 2:
Die Bedeutung von Kommunikation ergibt sich aus der Reaktion, des Empfängers.
Viele Menschen meinen, die bloße Absicht, Inhalte kommunizieren zu wollen, würde ausreichen, um diese Inhalte auch wirklich zu kommunizieren. Das ist für die Alltagskommunikation ein fataler Trugschluss. Im Modell von NLP verlassen Sie sich  nicht auf Vermutungen, sondern ausschließlich auf Ihre Beobachtung und auf Testkriterien. Sie helfen Ihnen sicher zu stellen, dass das, was Sie kommunizieren wollten, von Ihrem Gegenüber auch wirklich so verstanden wurde, wie es von Ihnen gemeint ist.

Grundannahme 3:
Alle Unterscheidungen, die wir in Bezug auf unsere Umgebung und unser Verhalten machen können, können durch unsere Sinneswahrnehmungen nutzbar repräsentiert werden. Wenn Sie sich in der NLP mit den Submodalitäten (Untereigenschaften) unserer Sinneswahrnehmung beschäftigen und diese Untereigenschaften auf geeignete Art und Weise verändern, lernen Sie ganz schnell, wie Sie diese Grundannahme sinnvoll für Veränderungsprozesse in Ihrem Leben einsetzen können.

Grundannahme 4:
Die Ressourcen die Sie brauchen, um Sich zu verändern, sind bereits in Ihnen selbst vorhanden. Eine wundervolle Grundannahme. Hierher gehört die (wissenschaftlich begründete) Einsicht, dass es für Ihr Verhalten prinzipiell egal ist, ob Sie ein Erlebnis, das Sie als Erinnerung in Ihrem Gehirn abgespeichert haben, wirklich erlebt haben, oder nicht. Das klingt im ersten Moment unglaubwürdig, aber wenn sie bedenken, dass das, was Sie zu erinnern glauben, sowieso ein Konstrukt aus Ihrem Wahrnehmungen ist, dann rücken die Konsequenzen dieser Grundannahme schnell sehr viel näher. Die einzelnen Gefühle, die Glaubenssysteme, das Wissen und auch die dazugehörigen Fähigkeiten liegen für all das, was Sie erreichen wollen, schon in Ihrem Inneren verborgen. Auf die eine oder andere Art und Weise. Die Kunst besteht darin, diese Fähigkeiten zu aktivieren, sie zu bündeln und auf geeignete Art und Weise als neue Strategie in Ihrem Leben zu integrieren. Das lernen Sie im NLP auf spannende Art und Weise. 

Quelle www.kikidan.com

Dienstag, 29. November 2016

Das Kommunikationsmodell von Paul Watzlawick

Paul Watzlawick entwickelte sein Modell aus fünf Grundregeln, die er Axiome nannte. Sie zeigen, wie eng die verbale Kommunikation mit Beziehung und Emotion verknüpft ist. Er macht klar, dass wir in einer selbst konstruierten Wirklichkeit leben, die uns positiv oder negativ beeinflussen kann. Diese Wirklichkeit ist veränderbar und Du kannst selbst bestimmen, wie Deine Wirklichkeiten aussehen sollen. Die einzelnen Axiome beschreiben darüber hinaus Paradoxien der Kommunikation (z.B., dass wir nicht nicht kommunizieren können

Watzlawick Axiome: 5 Grundregeln der Kommunikation

1. Axiom: Kommunikation ist nicht nicht möglich.

Sein bekanntestes Axiom ist „Man kann nicht nicht kommunizieren“. Watzlawick berücksichtigt dabei auch den Aspekt der nonverbalen Kommunikation – also Gesten, Mimik und Verhalten. Für ihn ist nicht nur der Inhalt entscheidend, sondern auch WIE man etwas sagt (oder nicht sagt), oder WIE man sich verhält. Sicherlich kennst Du diese Situation: Du benutzt einen Fahrstuhl und bist für kurze Zeit mit einem Unbekannten auf engem Raum zusammen. Wenn Du Deine Ruhe haben willst, meidest Du den Blickkontakt, Du redest nicht. Du teilst dem Anderen über Dein Schweigen und Dein Verhalten mit, dass Du keine Kommunikation wünschst. Somit kommunizierst Du mit Deinem Verhalten, dass Du keine Kommunikation wünschst. Eigentlich  ist das ein Paradoxon. Ganz anders würdest Du Dich verhalten, wenn Du den “Elevator Pitch” ausprobierst. Dann suchst Du nach einer Möglichkeit, über den Blickkontakt und eine möglichst direkte und zielgerichtete Art Deiner Kommunikation sofort mit Deinem Gegenüber ins Gespräch zu kommen, und Dich in sehr kurzer Zeit positiv darzustellen.

2. Axiom: Kommunikation hat einen Inhalts-  und einen Beziehungsaspekt.

Watzlawicks zweiter grosser Ansatz ist, dass jede Kommunikation einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt hat. Ausschlaggebend ist für ihn dabei, in welcher Beziehung Du zu Deinem Gesprächspartner stehst. Du vertraust einem Dir fremden Gesprächspartner nicht unbedingt Deine innersten Geheimnisse an. Deine Gesten oder Dein Tonfall mit denen Du Deinem Gegenüber begegnest, zeigen Ihm, wie Du zu ihm oder ihr stehst. Bei negativen Schwingungen und bei unaufgelösten Schwierigkeiten in der Beziehung kann es sehr leicht zu Störungen in der Kommunikation kommen. Das bezieht sich nicht nur auf das Privatleben, sondern selbstverständlich auch auf Deinen Beruf. Hand aufs Herz - Du arbeitest doch auch lieber mit Kollegen oder Kolleginnen, die Du gerne magst. Mit jenen, die Du weniger sympathisch findest gibt es auch häufiger Probleme.

3. Axiom: Kommunikation besteht aus Reiz- und Reaktionsmustern.

Watzlawick ging weiter davon aus, dass Kommunikation immer aus einer Ursache (Reiz) und ihrer Wirkung (Reaktion) besteht. Dieses Muster verläuft kreisförmig und verstärkt sich damit. Im negativen Fall entsteht daraus der bekannte Teufelskreis der Kommunikation. Dies ist eine Kommunikationsstörung bei der alles, was Du sagst und tust, zur Verstärkung einer Lösungsvermeidung und zu einer negativen Stimmung beiträgt. Watzlawick verdeutlicht dies mit folgendem berühmten Beispiel: Die Ehefrau nörgelt herum, dass der Mann sich zurückziehen würde. Die Nörgelei geht ihm auf die Nerven und er zieht sich wegen der negativen Anschuldigungen zurück. Das kann sich immer weiter fortsetzen, bis eine positive Kommunikation in einer Beziehung vollständig unmöglich wird. Beide Kommunikationspartner hinterfragen dabei ihre tieferen Beweggründe nicht und reagieren nur auf das für sie wahrnehmbare Verhalten. Dieses Axiom zeigt Dir darüber hinaus (indirekt) an, dass Du in einer von Dir selbst konstruierten Wirklichkeiten lebst. Die Qualität Deiner (wie auch immer gearteten) Beziehung hängt davon ab, wie Dein Partner auf Deine Kommunikation reagiert und sie im Positiven, wie im Negativen mitgestaltet. Dieses Axiom zeigt Dir auch, dass, wenn EINER der Partner bewusst seine Kommunikationsmuster verändert , der Gegenüber sich ebenfalls verändern MUSS. Dies ist neben den Watzlawickschen “Lösungen” ein hervorragender Weg, aus einem Teufelskreis herauszukommen.”

4. Axiom: Kommunikation ist analog und digital.

Watzlawick unterscheidet in der menschlichen Kommunikation zwischen analogen und digitalen Modalitäten. Mit “digital” meint er jedoch nicht facebook und andere soziale Netzwerke. Analog bezeichnet für ihn die nonverbale Kommunikation bzw. die Beziehungsebene. Deshalb kann für Watzlawick die Beziehungsebene auch mehrdeutig sein. Die inhaltliche Ebene definiert er als die digitale Ebene. Für ihn besteht die “komplette” Kommunikation aus Inhalt und aus Gesten, aus Sprechweise und aus Mimik. Mit der analogen Komponente eines Satzes kannst Du Deinem Gesprächspartner etwas „zwischen den Zeilen“ mitteilen. Im idealen Fall der Kommunikation sollen sich die analoge (verbale) und die digitale (nonverbale) Kommunikationsebene nicht widersprechen. Dies nennt man das Gebot der Kongruenz. Eine häufig zu beobachtende Inkongruenz in der Kommunikation stellt es zum Beispiel dar, wenn Dein Gegenüber auf eine Frage verbal mit “JA” antwortet und dabei seinen Kopf schüttelt. Irgend etwas stimmt da doch nicht. Wenn Du erfolgreich kommunizieren willst: achte darauf,  auf beiden Ebenen kongruent zu kommunizieren.

5. Axiom: Kommunikation ist symmetrisch oder komplementär.

Kommunikation richtet sich nach verschiedenen Hierarchien. Watzlawick spricht von symmetrischer oder komplementärer Kommunikation. Im ersten Fall befindet sich eine Beziehung auf Augenhöhe, im anderen Fall gibt es einen starken und einen schwachen Partner. Dabei beeinflusst das jeweilige Verständnis dieser unterschiedlichen Ränge die Ausdrucksformen: Gespräche unter pubertären Jungen laufen beispielsweise ganz anders als wenn sich der gleiche Junge mit seinen Eltern unterhält. Jeder Vater kennt die Auswirkungen dieses Axioms, wenn sein Sohn in die Pubertät kommt und sich durch kritische Auseinandersetzung am Leitbild des Vaters orientiert (auf die eine oder andere Art und Weise). Irgendwann wird aus dem Kind ein junger Erwachsener, der mit dem Vater auf Augenhöhe kommunizieren will, was ihm häufig wegen der Unflexibilität des Vaters sehr schwer gemacht wird. Diesem Axiom entspringt auch der Ausspruch von Andre Gide: “Mit sechzehn hielt ich meinen Vater für einen alten Trottel. Mit einundzwanzig wunderte ich mich, wie viel er in den vier Jahren dazugelernt hatte.(Zitat aus: Der Immoralist”)”

Quelle www.kikidan.com

Montag, 28. November 2016

Das 4 Ohren Model

Seit es Sprache und Kommunikation gibt, machen sich Menschen Gedanken darüber, auf welche Weise wir uns miteinander austauschen. Sie wollen herausfinden, wie sie hinter das Geheimnis der Kommunikation kommen können. Die wissenschaftlichen Ansätze reichen von komplizierten Prozessanalysen der generativen Transformationsgrammatik (Noam Chomsky) bis zu ganz einfach anwendbaren Modellen (Schulz von Thun). 

Wir Menschen reden oft, wie uns “der Schnabel” gewachsen ist. Nach Schulz von Thun kommunizieren wir sogar mit vier Schnäbeln gleichzeitig. Der Empfänger hat dann entsprechend vier metaphorische Ohren und kann eine “gesendete Botschaft” nach vier Seiten hin verstehen.





Das 4 Ohren Modell wird auch als Kommunikationsquadrat bezeichnet. Zur einfachen Illustration versah Schulz von Thun ein Quadrat mit unterschiedlichen Farben, die die vier möglichen “Seiten” einer Nachricht darstellen sollen. In einem alltäglichen Gespräch finden sich alle vier Aspekte dieses Modells in unterschiedlicher Stärke wieder.


1.    Auf der Sachebene vermittelst Du alle nötigen Fakten und Daten einer Nachricht. Die Kommunikation lässt sich auf bestimmte Hauptwörter reduzieren, als Ergebnis auf die Frage: Was genau.....?
2.    Bei der Selbstkundgabe, gibst Du Deine momentane Stimmung, Deine heimlichen und offenen Motive und Deine positiven und negativen Gefühle und Gedanken preis. Obwohl Du es oft nicht so beabsichtigst, bezieht Dein Gegenüber diesen Aspekt der Kommunikation auch auf sich selbst. Im schlimmsten Fall fühlt er oder sie sich von Dir persönlich angegriffen.
3.    Beziehungshinweise gibst Du nonverbal über Deine Mimik und Gestiken. Ein flirtender Augenaufschlag oder ein ernster Blick – so zeigst Du Deinem Gesprächspartner deutlich, was Du von ihm hältst. Dies bestimmt zu einem grossen Teil auch in seine Bewertung der Nachricht.
4.    Mit jeder Kommunikation willst Du etwas bei Deinem Gegenüber erreichen. Der Appellaspekt  stößt beim Empfänger deshalb auch nicht auf taube „Appellohren“. Er nimmt über diese Ebene Deine Befehle, Wünsche und Ratschläge wahr und bezieht diese natürlich ebenfalls auf sich selbst.

Damit Dein Gegenüber alle Aspekte Deiner Botschaft überhaupt verstehen kann, muss sein Gehirn das, was aus Deiner Kommunikation wahrzunehmen ist (Deine Gedanken- und Gefühlswelt) für sich interpretieren. Dabei kann es zu Fehlinterpretationen kommen, die sich jedoch leicht vermeiden lassen.




Das 4 Ohren Modell – Beispiele & Übungen

Ein bekanntes Beispiel beschreibt ein Ehepaar, das gemeinsam im Auto an der Ampel wartet. Diese springt von Gelb auf Grün und der Mann fährt nicht sofort los. Seine Frau meldet sich deshalb zu Wort. Sie sagt: “Die Ampel ist grün!” Was kann die Bedeutung dieses Satzes sein?

1.    Sachebene: Die Ampel hat tatsächlich auf grün geschaltet.
2.    Selbstkundgabe: Ich bin ungeduldig und möchte, dass Du meine Zeit nicht unnütz vertust.
3.    Beziehungshinweis: Muss ich mich schon wieder um Dich kümmern. Immer benötigst du meine Hilfe, wenn ich mit Dir gemeinsam im Auto fahre.
4.    Appell: Trödle nicht - fahr endlich los – gib Gas.

Es gibt viele andere Möglichkeiten der Interpretation und Du hast Dir wahrscheinlich Deine eigene zurechtgelegt. Dies ist ein klares Beispiel dafür, wie viele Aspekte der Interpretation ein ganz normaler Satz haben kann.

Noch ein anderes Beispiel aus dem Alltag. Du willst etwas kaufen, doch es fehlen Dir 20 Euro. Du bittest einen Freund oder eine Freundin, Dir das Geld zu leihen.

1.    Sachebene: Kannst Du mir bitte 20 Euro leihen?
2.    Selbstkundgabe: Mir fehlen 20 Euro, ich brauche das Geld von Dir.
3.    Beziehungshinweis: Wir sind ja gute Freunde, deshalb frage ich dich nach dem Geld, Du bekommst es selbstverständlich zurück.
4.    Appell: Gib mir 20 Euro.

Eine spannende Übung:

1.    Beobachte für eine Weile (etwa eine Woche), wie Du mit Deinem Partner oder Deiner Partnerin oder Deinen Freunden redest. Nimm die vier Aspekte des Thun’schen Modells zu Hilfe, um damit ein Bewusstsein für das Kommunikationsmodell zu bilden. Vielleicht schreibst Du typische Sätze aus den Gesprächen auf.
2.    Zeichne dann ein kurzes Gespräch mit Deiner Partnerin oder einem Freund mit der Aufnahmefunktion Deines Mobiltelefons auf.
3.    Zeichne eine Tabelle mit fünf Spalten auf ein Blatt Papier oder nutze fünf Spalten in einer Tabellenkalkulation auf Deinem Computer. Das erste Feld steht für den gesprochenen Satz, die weiteren vier Felder stehen für je eine der oben genannten Kommunikationsebenen.
4.    Übertrage das gesamte Gespräch in die erste Spalte. Jeder Satz kommt in ein Kästchen. Das Gespräch sollte aus organisatorischen Gründen relativ kurz sein (zwei bis drei Minuten). Analysiere dann mit Hilfe des 4-Ohren Modelles jeden gesprochenen Satz nach den vier Aspekten des Schulz von Thun’schen Modells und übertrage ihn in die jeweilige Spalte.
5.    Jetzt wird es interessant: Kopiere die Spalte mit den übertragenen Gesprächssätzen in ein neues Dokument und lasse die vier Spalten für die einzelnen Aspekte des Kommunikationsmodells frei. Bitte jetzt Deinen Partner oder Freund, das gesamte Gespräch auf seine/ihre Weise zu bewerten.
6.    Setzt euch zusammen und vergleicht die einzelnen Sätze des Gespräches. Finde jene Sätze bei denen die Bewertungen abweichen. Interessant wird es meist bei den “weichen” Bewertungen des Beziehungsaspektes oder der Selbstkundgabe. Du wirst schnell bemerken, dass der Eigen- und der Fremdwahrnehmungsaspekt oft deutlich voneinander abweichen.

Mit dieser Übung kannst Du sehr schnell feststellen, wieviel “ Interpretation” Du einer Aussage Deines Gegenübers hinzufügst.

Schulz von Thun – Kurzbiografie

Friedemann Schulz von Thun publizierte 1981 sein einfaches Modell für gesprochene menschlichen Kommunikation. Er wurde 1944 in Soltau geboren. Er ist Psychologe und Kommunikationswissenschaftler. Er erlangte überregionale Bekanntheit durch seine Buchreihe „Miteinander reden“ Dort ist das hier vorgesgtellte 4-Ohrenmodell auch veröffentlicht.

Bis zu seiner Emeritierung unterrichtete er Psychologie an der Universität Hamburg und forschte zur zwischenmenschlichen Kommunikation. 2007 gründete er das „Schulz von Thun-Institut für Kommunikation“ ,das bis heute existiert. 2009 zog er sich aus dem Universitätsbetrieb zurück.


Quelle www.kikidan.com

Freitag, 25. November 2016

Bewerber ablehnen: Was ist erlaubt und was nicht?



Wonach entscheiden Personaler, ob ein Bewerber den Job bekommt? Das wichtigste Kriterium sind fachliche Qualifikationen. Doch nicht immer ist es das Einzige. Bewerber können aus vielen Gründen scheitern. Welche Ablehnungsgründe sind juristisch erlaubt? Ist es erlaubt Bewerber abzulehnen, weil sie zu alt, zu klein oder zu dick sind? Zu tätowiert? Aus der falschen Region kommen? Kinder haben? Grundsätzlich hat jeder Arbeitgeber Wahlfreiheit. Doch diese hat auch Grenzen…


Rechtlich erlaubt, moralisch fragwürdig



Stört sich der Personaler an den Piercings eines Bewerbers, kann er diesen aufgrund seines Köperschmucks ablehnen. Unabhängig vom Job, dürfen Arbeitgeber nach Aussehen aussieben. Das ist zwar moralisch fragwürdig und alles andere als eine faire Einstellungspolitik, allerdings ist es rechtlich zulässig. Solange das Aussehen, die Größe oder das Gewicht nicht offen als Ablehnungsgrund angeführt werden, gibt es da nicht viel, was man tun kann.



Die Grenzen der Wahlfreiheit



Ganz anders sieht es allerdings beim Geschlecht oder beim Alter aus. Seit 2006 ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Kraft. Im Kern schützt es vor einer Benachteiligung wegen:



  • Geschlecht
  • Alter
  • Rasse und ethnischer Herkunft
  • Religion und Weltanschauung
  • sexueller Identität
  • Behinderung



Von dem Gesetz geschützt sind:



  • Auszubildende
  • Bewerber
  • ausgeschiedene Beschäftigte
  • Leiharbeiter
  • arbeitnehmerähnliche Personen (Selbstständige oder Freiberufler)



Laut AGG ist eine Benachteiligung aufgrund der oben genannten Kriterien im Bezug auf die Einstellung, die Arbeitsbedingungen, die Lohnzahlung, die Aufstiegschancen sowie die Beendigung des Arbeitsverhältnisses verboten.



Für Bewerber bedeutet das, dass sie Anspruch auf eine Entschädigung haben, wenn sie unter Verstoß gegen das AGG abgelehnt werden (§ 15 AGG).



Doch was zählt als Verstoß?



Eine Diskriminierung kann bereits bei der Stellenanzeige beginnen. Wird beispielsweise ausdrücklich nach einer “jungen, dynamischen Erzieherin” gesucht, werden damit männliche und ältere Bewerber diskriminiert. Auch der Begriff “Berufsanfänger” ist diskriminierend. Wie folgender Fall zeigt:



    Az.: 8 AZR 429/11 Ein Krankenhausträger hatte eine Stellenanzeige für ein Traineeprogramm „Hochschulabsolventen/Young Professionells“ ausdrücklich an „Berufsanfänger“ gerichtet. Ein 36-jähriger Bewerber mit Berufserfahrung bei einer Rechtsschutzversicherung und als Rechtsanwalt wurde abgelehnt. Der Jurist marschiert natürlich zum Arbeitsgericht und verlangte eine Entschädigung, weil er sich – wegen seines Alters – diskriminiert fühlte. Das Unternehmen bestritt natürlich jegliche Diskriminierung – der Kandidat sei wegen seiner schlechten Examensnoten nicht in die engere Wahl gekommen. Das Landesarbeitsgericht entschied jedoch: Die Stellenanzeige sei grundsätzlich ein Indiz für eine Diskriminierung wegen des Alters, weil ausdrücklich „Berufsanfänger“ gesucht wurden. Der Arbeitgeber könne sich aber entlasten, wenn er nachweist, dass wirklich nur nach den besten Noten ausgewählt wurde.



Auch darf die Tatsache, dass ein Bewerber Kinder hat, kein Ablehnungsgrund sein. Das entschied das Landesarbeitsgericht Hamm im Fall einer Bewerberin und Mutter eines schulpflichtigen Kindes:



    Az.: 11 Sa 335/13 Ein lokaler Radiosender aus Nordrhein-Westfalen wusste das wohl nicht, er suchte per Zeitungsanzeige “eine(n) Buchhalter/-in” mit abgeschlossener kaufmännischer Lehre. Die 1974 geborene Klägerin verfügt über einen Abschluss als Verwaltungs- und Bürokauffrau, ist verheiratet und Mutter eines Kindes. Sie bewarb sich auf die Stelle, natürlich mit Lebenslauf. Es folgte eine Absage, beigefügt waren „zu unserer Entlastung“ die Bewerbungsunterlagen. Auf dem zurückgesandten Lebenslauf fand die Dame neben der Textzeile „Verheiratet, ein Kind“ einen von der Beklagten handschriftlich angebrachten Vermerk vor: „7 Jahre alt!“, die so entstehende Wortfolge „ein Kind, 7 Jahre alt!“ war durchgängig unterstrichen. Eine glasklare Diskriminierung, ohne Kind hätte sie den Job wohl bekommen. Das Landesarbeitsgericht Hamm hat den Radiosender daher zur Zahlung einer Entschädigung in Höhe von 3000 Euro verurteilt. Der Vermerk der Arbeitgeberin bringe zum Ausdruck, dass sie Zweifel daran hege, ob die Klägerin ihre Pflichten als Arbeitnehmerin mit ihren familiären Aufgaben vereinbaren könne.



Einschränkungen



Doch es gibt auch Ausnahmen. Gewisse Anforderungsprofile lassen beispielsweise Einschränkungen nach Geschlecht oder Religion zu. Ein Frauenhaus dürfe beispielsweise ganz gezielt nur weibliche Mitarbeiterinnen einstellen, da es dafür sachliche Gründe gibt.



Auch kirchliche Arbeitgeber dürfen für bestimmte Stellen Bewerber nach Ihrer Kirchenzugehörigkeit auswählen. Hier kommt es darauf an, ob die Stelle im verkündungsnahen (Tätigkeiten, die einen direkten Bezug zur jeweiligen Glaubenslehre haben) oder im verkündungsfernen Bereich ausgeschrieben ist. So wie in dem folgenden Fall:



    Az.: 4 Sa 157/14 und 4 Sa 238/14 In dem verhandelten Fall hatte ein Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) eine Referentenstelle ausgeschrieben. In der Stellenausschreibung wurden entsprechend den kirchlichen Bestimmungen die Mitgliedschaft in einer evangelischen oder der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen angehörenden Kirche sowie die Identifikation mit dem diakonischen Auftrag vorausgesetzt. Eine konfessionslose Frau bewarb sich dennoch auf die ausgeschrieben Stelle. Als sie mit ihrer Bewerbung keinen Erfolg hatte, klagte sie und forderte eine Entschädigung. Ohne Erfolg. Das EKD-Werk dürfe die Mitgliedschaft in einer Kirche fordern, entschied das Landesarbeitsgericht.



Was können Bewerber bei dem Verdacht auf Diskriminierung tun?



Besteht der Verdacht, dass Ihre Ablehnung einen Verstoß gegen das AGG darstellt, kann Klage eingereicht werden. Allerdings müssen Sie diese Benachteiligung vor Gericht mit Indizien belegen. Mögliche Indizien sind beispielsweise eine diskriminierende Stellenanzeige, Notizen auf den Bewerbungsunterlagen oder ein Ablehnungsschreiben mit einer unrechtmäßigen Begründung. Danach obliegt es der Gegenseite zu beweisen, dass es keine Diskriminierung im Bewerbungsprozess gab.



Jedoch hat ein Bewerber keinen Anspruch darauf zu erfahren, ob ein anderer Kandidat eingestellt wurde oder Anspruch auf Einsicht in dessen Unterlagen.

Vorsicht geboten!



Wer die notwendigen Qualifikationen für eine Stelle nicht mitbringt, wird mit einer Klage wegen Diskriminierung nicht erfolgreich sein.



Auch hat ein abgelehnter Bewerber keinen Anspruch auf Entschädigung, wenn er sich nicht ernsthaft für die Stelle beworben hat. So wie in diesem Fall:



    Az.: 3 Sa 401/13 Ein Bewerber, der den ausgeschriebenen Job überhaupt nicht wollte und stattdessen den Arbeitgeber lieber auf die Probe stellte. Der 50-jährige Mann bewarb sich auf eine Stelle als Servicetechniker beziehungsweise Serviceingenieur im Innendienst. Er verfügte über die laut Ausschreibung notwendigen Kenntnisse, seine Praxiserfahrungen lagen aber bereits mehrere Jahre zurück. Zusätzlich schickte er eine Testbewerbung einer von ihm fingierten, 18 Jahre jüngeren Person ab, die auch über die notwendigen Kenntnisse verfügte. Der Schlaufuchs hatte sich dafür einen in Teilen ähnlichen Lebenslauf ausgedacht, Briefkopfbögen von Schulen und teilweise existierenden, teilweise nicht existierenden Firmen genutzt, Zeugnisse erstellt sowie ein altes Foto von sich verwendet. Die gewünschten Praxiserfahrungen seiner Testperson waren aber wesentlich aktueller. Das Unternehmen fiel prompt darauf rein und lud den jüngeren Testbewerber ein, der reale Bewerber erhielt eine Absage. Sofort zog er vor das Arbeitsgericht und verlangte 10.500 Euro wegen Altersdiskriminierung. Das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein machte da aber nicht mit und wies die Klage ab: Die Richter sahen keine Indizien für eine Diskriminierung, sondern hielten die Auswahlentscheidung des Unternehmens für angemessen, schließlich hatte der Fantasiekandidat die aktuelleren Praxiskenntnisse. Der Mann wird jetzt vermutlich andere Unternehmen “testen”.



Für Arbeitgeber: Was ist bei Absagen zu beachten?



Um sich vor Klagen und Schadensersatzansprüchen zu schützen, wird Arbeitgebern geraten, keine konkreten Gründe für eine Absage mitzuteilen. Aus juristischer Sicht durchaus nachvollziehbar. Allerdings leidet das Image eines Unternehmens darunter, wenn Bewerber keine oder unpersönliche Absagen auf ihre Bewerbung erhalten.



Deswegen hier einige Anregungen:



Rückmeldung. Auf jeden Fall sollten Sie den Bewerbern, die nicht in die engere Auswahl gekommen sind, eine Rückmeldung geben. Damit zeigen Sie, dass Ihnen ein respektvoller Umgang mit Bewerbern am Herzen liegt. Denn diese haben viel Zeit und Mühe in die Ausarbeitung ihrer Unterlagen gesteckt.

   

Unterlagen. Ansprüche auf Schadensersatz müssen innerhalb von zwei Monaten schriftlich eingereicht werden. Die Frist beginnt ab Eingang des Ablehnungsschreibens. Solange sollten Sie die Unterlagen behalten.

   

Bedanken. Zu Beginn des Schreibens sollten Sie sich für das Ihnen entgegen gebrachte Interesse bedanken.

   

Absage. Gleich nach dem Eingangssatz sollte die Absage klar formuliert werden. Als Grund können beispielsweise mangelnde Qualifikationen genannt werden.

   

Schlussformel. An dieser Stelle wünschen Sie dem Bewerber zum Schluss alles Gute und viel Erfolg für seinen weiteren Werdegang.

  

 Länge. Wichtig ist, dass Sie trotz schlechter Nachricht, nicht allzu viele Worte machen. Die meisten Bewerber wollen die sowieso nicht lesen und es wirkt schnell, wie ein schlechtes Gewissen. Sie haben sich entschieden, es hat nicht gepasst, trotzdem ist das kein persönliches Urteil.



Quelle: www.karrierebibel.de von Karolina Warkentin am 24. September 2014


Donnerstag, 24. November 2016

KREATIV BEWERBEN…Guerilla-Bewerbung


Welcher Typ sind Sie?
Ich weiß nicht wie ich mich richtig bewerben soll.
Ich habe schon die eine oder andere Bewerbung verschickt und keine Antwort bekommen.
Ich habe schon 20 und mehr Bewerbungen verschickt, aber Einladungen zu Bewerbungsgesprächen sind bis jetzt ausgeblieben.
Ich weiß nicht mehr was ich noch machen soll, meine Bewerbungen funktionieren eh nicht und schuld ist sowieso die Wirtschaftskrise!

Egal welcher Typ Sie sind, die richtige Bewerbung öffnet Ihnen die Tür zu Ihrem  Bewerbungsgespräch !

Warum scheitern Bewerber schon in der Vorauswahl?

Der häufigste Grund, warum die meisten Bewerber schon in der Vorauswahl scheitern liegt daran, dass die Bewerbung nicht “sexy” genug ist. Das bedeutet nicht, dass Sie sich in Pose werfen sollen und ein möglichst anzügliches Foto mitschicken sollen! Eine Bewerbung kann nur funktionieren, wenn Sie anders ist als alle anderen.

Stellen Sie sich folgende Situation vor.
Sie sind Firmeninhaber und bekommen täglich 1-5 Bewerbungen auf den Tisch. Alle ordentlich mit schöner Bewerbungsmappe, Lebenslauf, nettem Foto, Zeugnissen usw…

Wen laden Sie zum Bewerbungsgespräch ein?
Natürlich laden Sie den Bewerber ein, der ein sympathisches Foto, gute Noten und ein tolles Anschreiben hat. Aber was machen Sie, wenn alle gleich toll, gut und schön sind und der eine immer noch höher hüpfen kann als der andere?

Es wird der eingeladen, der den meisten Eindruck hinterlassen hat!
Aber wie hinterlasse ich Eindruck? Auf jeden Fall nicht mit einer Bewerbungsmappe, die genauso langweilig ist wie die anderen 10, die auch aus dem Internet heruntergeladen und umgeschrieben wurden!

Der Zaubertrick der Ihre Bewerbung so richtig sexy macht!
Seien Sie anders als die anderen Bewerber und verblüffen Sie den, der Sie einladen soll – ganz einfach. Sie denken Sich jetzt sicher: “Komm endlich zur Sache… und sag mir sofort wie ich die wahrscheinlich beste Bewerbung der Welt schreiben kann.”

Ein Beispiel:
Bewerbung als Designer bei einer Firma die hauptsächlich Bikeklamotten herstellt.
Nehmen Sie sich ein bisschen Zeit und schreiben Sie sich ein paar Stichwörter auf, die Ihnen zu Ihrer Person und zu der Firma einfallen, bei der Sie sich bewerben wollen.

Stichwortliste zur Firma:
·         Kette
·         Rad
·         Speiche
·         Stein
·         Sattel
·         Natur
·         Wald
·         Mountainbike
·         Berg
·         Felsen
·         Zahnrad
·         Sport
·         Training
·         Reifen
·         Schlauch

Stichwortliste zu meiner Person:
·         sportlich
·         gewissenhaft
·         schnell von Begriff
·         engagiert
·         lebensfroh
·         begeisterungsfähig

Die richtige Idee finden
Was könnte man aus diesen Begriffen machen? Nehmen wir mal den Stein und das Zahnrad. Man könnte in den Stein einen Spalt schneiden (kann jeder Papa oder Bekannte, der eine Flex hat) und das Zahnrad darin festkleben. An das Zahnrad binden wir einen Zettel mit der Aufschrift
“Zahnrad für große Steigungen”

Und jetzt???
Jetzt bauen wir in unserem Anschreiben die passende Geschichte zu unserer Skulptur. Die Aussage soll sein. “Wenn beim Mountainbiken die Steigung steigt, braucht man ein weiteres Zahnrad, um weiter treten zu können. Wenn in einem Betrieb die Anforderungen steigen, braucht man das passende Teammitglied, um weiter arbeiten zu können.” – Und schon haben wir alles, was Ihr zukünftiger Chef hören/sehen will! Teamfähig, belastbar, einfallsreich, themenaffin. Die übliche Bewerbungsmappe könnten Sie jetzt z.B. noch durch eine Ledermappe ersetzen. Das ganze packen wir dann in einen Karton und ab die Post.

Die Bewerbung kommt an
Am nächten Tag in der Fahrradfirma. Ihr Karton wird geliefert. Die Empfangsdame nimmt die Lieferung  entgegen, öffnet ihn und wundert sich erstmal gewaltig. Sie nimmt unsere Skulptur in die Hand betrachtet sie, liest den Zettel und wird neugierig.

Und jetzt sind wir genau da wo wir hin wollten!
Wir haben Aufmerksamkeit! Würden Sie die Ledermappe die noch im Karton liegt unbeachtet liegen lassen? Garantiert nicht. Sie würden doch sicher auch sofort die Mappe öffnen, um zu erfahren welcher Spinner Ihnen einen Stein mit einem Zahnrad schickt, oder? Und jetzt kommt Schritt 2! Die Empfangsdame geht zum Chef und zeigt ihm die Bewerbung, weil…
……. SIE ANDERS IST!

UND WAS PASSIERT JETZT?

1. Möglichkeit
Sie bekommen eine Absage. Blöd, aber dann passen Sie vermutlich auch nicht in diese Firma bzw. wollen da auch nicht hinpassen.

2. Möglichkeit
Sie werden zum Bewerbungsgespräch eingeladen, weil Sie beeindruckt haben! Wenn Sie es bis dahin geschafft haben, ist das schon die halbe Miete. Alles Weitere liegt jetzt an Ihnen.

Zusammenfassung
Suchen Sie eine witzige Idee, die neugierig macht und die zu Ihnen passt. Übertreiben Sie nicht, aber trauen Sie sich ruhig mal was Verrücktes.


Quelle www.kuse.de

Mittwoch, 23. November 2016

Vier gute Ratschläge: Richtig telefonieren

Eine Reise im auditorischen Sinneskanal

Es scheint, als wären wir immer und überall erreichbar. Das Netz der mobilen Telefonie ist eng geknüpft und weltweite Gespräche sind mit etwas Organisationstalent einfach und kostenlos zu haben. Hast Du schon einmal darüber nachgedacht, ob es vielleicht sinnvoll sein könnte, die Art Deiner Kommunikation dem Medium anzupassen durch das und mit dem diese Kommunikation geschieht? Ich habe ein paar Ratschläge für Dich, die Deine Telefonate sehr viel wirkungsvoller gestalten werden.

Bestimmt erlebst Du es ähnlich: Wo auch immer ich mich im Umfeld der Öffentlichkeit bewege, sehe ich Menschen, die in ihr Mobiltelefon vertieft sind. Nachrichten lesen, mal nachsehen, was auf Facebook Neues zu sehen ist, Emails checken, schnell noch zu Hause Bescheid geben, dass man schon unterwegs ist – das mobile Telefon bestimmt mittlerweile grosse Teile Deines Lebens und verändert unsere Gesellschaft gewaltig.

Ich nehme diese Veränderungen als Fakt und will nicht räsonieren ob dies eine gute oder eine schlechte Entwicklung darstellt. Es ist so, wie es ist. Die Allgegenwart des Telefons hat ja auch seine guten Seiten. Das habe ich am eigenen Leib feststellen können, als kürzlich mein Auto ohne Vorwarnung einfach so und mitten auf der Autobahn seinen Dienst versagte.

Ich habe jedoch auch wahrgenommen, dass vielen Menschen nicht bewusst ist, dass eine “mobile Kommunikation” anderen Gesetzen folgt, als ein Gespräch “unter vier Augen”. In diesem Kontxt gibt es interessante Forschungsergebnisse. Der Forscher Albert Mehrabian von der UCLA beispielsweise hat herausgefunden, dass nur 7 % einer gesprochenen Nachricht durch den Inhalt bestimmt werden. Immerhin 38 % werden durch den stimmlichen Ausdruck bestimmt, wir nennen das im NLP Jargon “die Analogs”. Und ganze 55 % einer Nachricht werden durch Deine Körpersprache bestimmt.

Das ist doch wichtig: Das WAS Du sagst, macht weniger als ein Zehntel Deiner Nachricht aus. WIE Du es sagst, ist immens wichtig, denn bei einem Telefonat, und davon sprechen wir ja heute, fällt die körpersprachliche Hälfte der Nachricht einfach weg. Ich kenne zwar Menschen, die behaupten, sich über “das Feld” mit jeder Person zu verbinden, mit der sie telefonieren. Sie wären dann auch empfänglich für die körpersprachlichen Signale. Für mich und in meiner kleinen und beschränkten Welt haben solche exotischen Experimente jedoch (noch) keine Gültigkeit. Ich überlege lieber, was ich bei einem Telefonat mit etwas Nachdenken optimieren kann. Hier meine Überlegungen:

1. Sprachgeschwindigkeit – Sprich langsam

Wenn es nur 7% sind, die durch den Inhalt bestimmt werden, dann möchte ich diesen Inhalt so deutlich als möglich durch den Äther schicken. Das heisst konkret, dass Deine virtuelle Stimme 15 – 25 Prozent langsamer sein sollte, als Deine normale Konversationsstimme. Der Engländer Johny Pitts hat dies herausgefunden, als er  für einen englischen Shoppingkanal als Hintergrundsprecher Studien anstellte, wann ein gesprochener Appell (für die getätigten Verkäufe) am wirkungsvollsten war.

Für viele Menschen ist es nicht so einfach, Ihre Sprachgeschwindigkeit zu drosseln. Wie es sich anhört, wenn Du langsamer sprichst, kannst Du schnell herausfinden, indem Du mit Deinem Computer einen Text in normaler Sprachgeschwindigkeit liest und ihn dann, beispielsweise im VLC Player (kostenlos) abspielst. Unter dem Menüpunkt “Wiedergabe” kannst Du die Geschwindigkeit in weiten Bereichen regeln. 80% enspricht einer Verlangsamung um 20%, nach Adam Riese.

Vermutlich ergeht es Dir wie mir und Du wirst erstaunt sein, WIE langsam Du dann sprichst. Versuche einfach einmal, in der optimalen Geschwindigkeit mitzusprechen. Dann bekommst Du schnell ein gutes Gefühl für Deine”richtige” Geschwindigkeit beim Telefonieren.

2. Verständlichkeit – Sprich deutlich
Sprich beim Telefonieren so deutlich wie möglich. Auch das kannst Du einfach üben. Sei mal einfach keine Nuschel.

Öffne Deinen Mund weit für Deins Ahhhh und Ohhh! Wenn Deine Zähne beim Sprechen zusammenkleben, ist die Welt eben nicht in Ordnung. Im militärischen Bereich braucht man Deutlichkeit schon lange. Vielleicht kennst Du im Comic “Asterix bei den Römern” die Szene wo die Römische Armee vor einer Schlacht die Nachricht verschickt: “Ave Cäsar, die Gallier greifen an!” und nach vielen Stationen kommt die Nachricht bei Cäsar an: “Kaffkäse, die Kralle eiert!”

So soll es Dir nicht ergehen, wenn Du telefonierst. Im zweiten Weltkrieg hingen von den deutlichen Telefonaten der Feldpost häufig viele tausend Menschenleben ab – und nicht nur dort. Auch im heutigen internationalen Flugverkehr ist die Verständlichkeit von Nachrichten wichtig für Leib und Leben. Deshalb werden Flugnummern und andere wichtige Daten deutlich buchstabiert. Das kann auch für Daten in Deinen Telefonaten sehr hilfreich sein. Du kannst dazu eine Buchstabiertabelle nutzen, die Dir beim Übermitteln von Adressen, Emails und anderen wichtigen Fakten während eines Telefonats nützlich ist. Es gibt sogar eine DIN Norm in Deutschland dafür. Mein Ratschlag: Buchstabiere alle wichtigen Daten langsam und ausführlich.

3. Analogs – Sprich freundlich
Immerhin 38% einer Nachricht werden durch den stimmlichen Ausdruck bestimmt. Also in welchem Ton Du am Telefon sprichst. Ist Dir vielleicht schon einmal aufgefallen, dass Du die Langeweile, Genervtheit oder Agression Deines Gegenübers am Telefon deutlich wahrnimmst? Das gilt natürlich auch in anderer Richtung. Schlechte Laune überträgt sich… Ob Du es nun glaubst oder nicht, Dein Gesichtsausdruck vermittelt nicht nur visuell die Inhalte, er bestimmt über die Muskelspannung im Gesicht auch Deine Tonalität. Es macht also durchaus einen Unterschied, ob Du am Telefon ein freundliches Gesicht machst, ob Du lächelst oder ob Du wütend und missmutig “durch die Gegend schaust”.

Meinen Ratschlag verpacke ich in eine kleine Übung: Entspanne Dich für einen Moment und lächle. Das reicht für den Beginn. Weisst Du, es ist nämlich durchaus möglich, das “Pferd vom Schwanz” her aufzuzäumen. Ein kleines Beipiel: Wenn Du einmal für ein Projekt kreative Ideen visualisieren willst, sieh einfach nach oben und bewege die Augen hin und her. Das schaltet Deinen visuellen Kanal ein.

Das kannst Du auch für die schnelle Veränderung Deiner “Laune” nutzen. Wenn Du missmutig bist und Deine Stimmung verändern willst, sieh einfach nach oben, bewege die Augen hin und her und sage laut: “Ha, Ha, Ha, Hi, Hi, Hi!”, beides drei Mal. So blöde dieser Vorschlag klingt – er wirkt Wunder. Diese kleine Übung kannst Du selbstverständlich vor einem wichtigen Telefonat absolvieren und dann durch das Telefonat hindurch aufrecht erhalten. Die Chinesen kennen dazu einen sehr guten Spruch:

“Schlechte Nachrichten überbringst Du
am besten mit einem Lächeln!”

4. Redundanz und Nachfrage – Sprich sicher
Es gibt im NLP eine wichtige Erkenntnis. Sie lautet in verkürzter und umgangssprachlicher Form: “Kommunikation ist das, was angekommen ist!” Das bedeutet im Umkehrschluss: Nicht das, was Du sagen willst ist Kommunikation, sondern das, was Du “rübergebracht” hast. Wenn Du also wichtige Fakten oder Stimmungen vermitteln willst, solltest Du sicher stellen, dass Deine “Message” auch angekommen ist. Wie das geht? Supereinfach: Frag einfach nach. Immer wieder.

“Herr Müller, habe ich Sie richtig verstanden? Ich habe gehört, dass…..!” Das ist so ein rückversichernder Fragesatz. Oder: “Herr Müller, ich fasse nochmals zusammen: X… und Y…. und Z….!” Aus den oben genannten Prozentzahl solltest Du schliessen können, dass während des Gesprächs am Telefon viel Information verloren geht. Schon deshalb ist es eine sehr gute Idee, wichtige Punkte des Telefonates häufiger zu wiederholen – und dann nachzufragen. Es ist kein Makel, während eines Telefonates öfters zu wiederholen und öfters nachzufragen. Es zeugt von Deiner Kenntnis der Unzulänglichkeit der Nachrichtenübermittlung am Telefon. Das ist ein Glaubenssatz, der Dir helfen kann, wenn Dir die tatkräftige Umsetzung dieses vierten Ratschlags schwer fällt.

Es gibt noch viele kleine Tricks, die Dein Telefonat effektiver gestalten. Ich meine jedoch, wenn Du die vier Ratschläge aus diesem Artikel beherzigst, hast Du (nach dem Pareto Prinzip) schon über 80% der Arbeit erledigt.

Eins will ich Dir allerdings noch mit auf Deinen Weg geben. Die hier gegebenen Ratschläge beziehen sich ausschliesslich auf die FORM des Telefonats. Sie verbessern nicht automatisch den INHALT. Sie machen aus schlechten Gedanken und Vorschlägen keine guten. Das heisst zuerst einmal für viele Menschen: Erst denken, dann reden – Zu Deinem effektiven Telefonat gehört auch ein guter Inhalt. Den allerdings wirst Du selbst finden müssen.


Quelle: www.kikidan.com, Chris Mulzer vom 21.09.2014