Schön, dass Sie da sind. Diese Seiten sind für diejenigen, die ihre jetzige Situation schnell ändern möchten.


Mittwoch, 28. Juni 2017

Alt und Jung Teil 2

Die von uns am Dienstag erarbeiteten
Vor- und Nachteile zwischen älteren 
und jüngeren Arbeitnehmern:

Ältere Arbeitnehmer                                    

+ haben mehr Pflichtbewusstsein              
+ sind unempfindlicher                    
+ sind sozial kompetenter                           
+ haben keine Tendenz zum Blaumachen
                                              
                           
- sind körperlich nicht fit                             
- kommen schlecht mit moderner Technik zurecht                                 
- können sich schlechter Verkaufen
- sind geistig unfitter
- können schlechter lernen

Jüngere Arbeitnehmer

+ können sich besser Verkaufen
+ kommen gut mit moderner Technik zurecht
+ sind körperlich fit
+ sind geistig fitter
+ können besser lernen

- haben kein Pflichtbewusstsein
- sind sozial inkompetenter
- sind empfindlicher
- sind nicht so ausdauernd

Dienstag, 27. Juni 2017

Alt und jung Teil 1

Gründe (z. Teil auch Vorurteile) gegen ältere AN im Vergleich zu jüngeren AN:

  • I.d. R. zu höhere Lohn/Gehaltskosten
  • höheres Erkrankungsrisiko
  • schwerer steuerbar als jüngere AN
  • abnehmende Belastbarkeit
  • abnehmende Reaktionszeit

Gründe (z. Teil auch Vorurteile) für ältere AN im Vergleich zu jüngeren AN:

  • höhere Erfahrung, effektivere Arbeitserledigung,    Bereicherung fürs Team, Vermeidung "erlernter" Fehlerursachen
  • höhere Gelassenheit in Stresssituationen, positive Ausstrahlung aufs Team
  • höheres Verantwortungsbewusstsein
  • private Verpflichtungen, höhere Abhängigkeit zum AG

Als älterer AN sollte man die Vorteile, die man besitzt, nach Vorne bringen.

Was Sie auf alle Fälle beachten sollten:

Sie müssen unbedingt:

  • Bewusst vom alten Berufsstatus Abschied nehmen
  • Ihre Kompetenzen überdenken und Perspektiven neu bestimmen
  • Ihre Bewerbungsunterlagen aktualisieren
  • Dringend Ihre Fähigkeiten und Erfahrungen in der Bewerbung deutlich machen
  • Ihre eigenen Netzwerke nutzen (ehrenamtliche Arbeit, Verbände, gewachsene berufliche Kontakte)
  • Die Angebote für Ältere beispielsweise die Kooperationspartner der regionalen Beschäftigungspakte Perspektive 50 plus nutzen.

Montag, 26. Juni 2017

Wann müssen Kinder für ihre Eltern zahlen?

Kinder müssen die Kosten für die Pflege ihrer Eltern übernehmen, auch wenn sie jahrzehntelang keinen Kontakt hatten! Das urteilte der Bundesgerichtshof (Az.: XII ZB 607/12).

Der Fall: Ein Mann muss 9000 Euro Heimkosten für seinen vor zwei Jahren verstorbenen Vater zahlen – und das, obwohl der Vater vor 40 Jahren den Kontakt zu seinem Sohn abgebrochen und ihn bis auf den Pflichtteil enterbt hatte.

Wann müssen Kinder bezahlen?
Wird ein Elternteil arbeitslos und bezieht Hartz IV, zahlt das Jobcenter. Das Einkommen der Kinder wird nur berücksichtigt, wenn sie mit ihren Eltern in einer Bedarfsgemeinschaft leben.

► Reicht die Rente oder das Einkommen der Eltern nicht für Strom, Miete oder Lebensmittel, zahlt der Staat eine Grundsicherung (Miete, Nebenkosten, Heizung). Das Kind muss nicht aufkommen – außer es hat ein jährliches Gesamteinkommen von über 100 000 Euro (Brutto abzüglich Werbungskosten).

► Wenn ein Elternteil pflegebedürftig wird und kommt deshalb in ein Heim, zahlt die Krankenkasse dafür maximal 1550 Euro in der Pflegestufe 3 (Pflegestufe 1: 1023 Euro, Stufe 2: 1270 Euro). Meist reicht das nicht – können die Eltern die Mehrkosten nicht durch Rente, Vermögen oder Versicherungen abdecken, müssen die Kinder aushelfen.

Wie viel Geld muss ich bezahlen?
Vom Netto-Einkommen des Kindes (wichtig: nicht das Familieneinkommen!) werden ein Freibetrag (1600 Euro für Alleinstehende, 2280 Euro für Ehepaare) und die unvermeidbaren Ausgaben (z. B. Unterhalt für Kinder) abgezogen. Von dem, was danach übrig bleibt, muss das Kind die Hälfte für den Unterhalt der Eltern aufbringen.

Ist jedes Kind zur Zahlung verpflichtet?
Ja, sowohl ehelich als auch unehelich geborene Kinder. Laut Paragraf 1601 des Bürgerlichen Gesetzbuches sind Verwandte, die in gerader Linie voneinander abstammen, unterhaltspflichtig.

Wie ist es bei Geschwistern – wenn eines mehr Geld hat?
Jedes Kind muss zahlen, soviel es kann. Beispiel: Ein Kind hat ein verbleibendes Nettoeinkommen von 2000 Euro. Es muss also bis zu 1000 Euro für den Unterhalt der Eltern zahlen. Dem anderen Kind bleiben dagegen nur 200 Euro – es muss bis zu 100 Euro zahlen. Den Rest übernimmt das Sozialamt. Die Kosten werden im Verhältnis des Einkommens unter den Geschwistern geteilt.

Können sie mir mein Haus wegnehmen?
Nein. Wenn Sie Immobilien vermieten, wird die Miete bei den Einnahmen angerechnet.
Aber: Niemand kann Sie zwingen, Immobilen zu verkaufen. Lebensversicherungen müssen dann aufgelöst werden, wenn sie nicht für die Alterssicherung notwendig sind.

Bin ich verpflichtet, meine Eltern zu Hause zu pflegen, wenn kein Geld fürs Heim da ist?
Nein.

Können die Eltern ein teures Heim aussuchen und ich als Kind muss es zahlen?
Finanzieren Sie als Kind das Heim mit, können Sie bei der Heimsuche mit entscheiden.

Muss ich auch zahlen, wenn meine Eltern ihr ganzes Geld verprasst haben?
Wenn die Eltern in Luxus gelebt und die Kinder z. B. auch bei der Ausbildung nicht unterstützt haben, ist Anspruch auf Unterhalt in der Regel verwirkt. Das sollten Sie aber gegebenenfalls mit Rechnungen und Zeugen belegen können.

Zahle ich auch für die Schwiegereltern?
Nicht direkt. Aber Ehepartner ohne eigenes Einkommen haben gegenüber ihrem Partner einen Taschengeldanspruch (5 bis 6 % des Netto-Einkommens). Davon nimmt sich das Sozialamt die Hälfte.

Muss ich auch zahlen, wenn meine Eltern mich misshandelt oder weggegeben haben?
Nicht im vollen Umfang. Aber: Laut Urteil des Oberlandesgerichts Celle (Az.: 15 UF 272/09) darf es eine komplette Unterhalts-Streichung nicht geben, weil sonst der Steuerzahler voll mit den Aufwendungen belastet wird, obwohl unterhaltspflichtige Angehörige da sind.

Erwachsene Kinder müssen auch dann für Heimkosten ihrer Eltern aufkommen, wenn sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hatten.

Kann ich mich von meinen Eltern „scheiden“ lassen?
Nein. Sie bleiben das Kind Ihrer Eltern und damit auch unterhaltspflichtig.

Was ist mit medizinischen Leistungen (z. B. teuren Operationen)?
In dem Fall müssen Kinder nicht für ihre Eltern zahlen.

Wie kann ich mich gegen Unterhaltsansprüche wehren?
Haben Sie Zweifel an den Forderungen, dann zahlen Sie die vorerst nicht! Sprechen Sie persönlich beim Sozialamt vor. Gibt es weiter Streit, wird das Sozialamt klagen.
Wichtig: In diesem Fall ziehen Sie einen Anwalt zu Rate.

Infos zu außergerichtlicher Rechtsberatung gibt es beim Bundesjustizministerium unter: www.bmj.bund.de

Fachliche Beratung: Rechtsexperte Wolfgang Büser


Quelle: 12.02.2014 – Bild.de von A. SELL, E. STEINBRECHER und F. ESSER

Freitag, 23. Juni 2017

Die Kathedrale

Vor langer Zeit, an einem feuchtheißen Nachmittag, verlässt ein einzelner Reisender die sicheren Mauern einer mittelalterlichen Stadt. Als er etwa eine Meile vom Stadttor entfernt ist, sieht er in der Ferne drei Männer langsam auf sich zukommen. Alle drei schieben eine Schubkarre vollgepackt mit Steinen vor sich her.

Als der erste Mann herankommt, fragt ihn der Reisende: “Was machst du da?” Verärgert über diese überflüssige Frage, antwortet der müde und durstige Mann: “Ich schiebe eine mit Steinen beladene Schubkarre!”

Als der zweite Mann näher kommt, stellt ihm der Reisende dieselbe Frage. Er erhält jedoch eine andere Antwort: “Ich habe eine Frau und kleine Kinder, sie müssen essen, und ich muss arbeiten, damit sie etwas zu essen haben.”

Der Reisende geht auf den dritten Arbeiter zu und fragt ihn: “Was machst du da?” Dieser bleibt stehen, stellt die Schubkarre ab und schaut den Fragenden an. In seinen Augen sieht der Reisende nicht nur Erschöpfung und Müdigkeit. Er entdeckt einen Anflug von Stolz und Würde. “Was ich mache? Ich baue eine Kathedrale!”

Welche der drei Antworten würden wir geben, wenn uns jemand nach unserer eigenen Berufsarbeit fragt? Ich vermute, je nach Situation, nach unserem körperlichen Zustand bei der Last und Hitze des Tages und nach unserer Stimmung werden wir uns in den Antworten aller drei Männer wiederfinden.

In jedem Beruf gibt es Momente, in denen man übermüdet ist, es einfach satt hat, dass man vor lauter Kleinkram den Überblick verliert. Entscheidend aber ist: Welche innere Grundeinstellung habe ich zu meinem Beruf und meiner Arbeit?

Sehe ich einen Sinn in meiner Tätigkeit, oder ist sie nur ein Job, den ich für meinen Lebensunterhalt brauche? Bei der gegenwärtigen Wirtschaftslage mit ihrer großen Arbeitslosigkeit werden viele nicht größere Ansprüche stellen: Sie sind froh, dass sie überhaupt eine Arbeit haben, die einigermaßen entlohnt wird. Auf die Dauer kann das aber nicht befriedigen.

Die Antwort des zweiten Mannes in unserer Geschichte zeigt schon eine Dimension auf, die tiefer ist: Die soziale Verantwortung. Er kann die Last des Tages tragen, weil er an seine Familie denkt.

Der dritte Arbeiter sieht ein großes Ziel in seiner Tätigkeit. Wenn auch sein Anteil an dem großen Werk nur der ist, Stein für Stein herbeizukarren, ist sie doch wichtig und sinnvoll.

Und so kann er die Last und Mühe leichter ertragen.


Fabel

Donnerstag, 22. Juni 2017

Wann darf ich meine Wohnung untervermieten?

Wenn Ihre Gründe vernünftig und nachvollziehbar sind, muss Ihr Vermieter einen
Untermieter in der Regel dulden.

Ein Mieter darf einen Teil seiner Wohnung untervermieten, wenn er unvorhergesehen in Geldnot gerät und die Miete nicht mehr zahlen kann. Das entschied das Münchner Amtsgericht (AZ.: 422 C 13968/13). Aber was ist grundsätzlich bei der Untermiete erlaubt, was muss ich beachten?

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten: Entweder man vermietet die ganze Wohnung unter und zieht aus. Oder man bleibt in der Wohnung und vermietet ein oder mehrere Zimmer.

Muss mein Vermieter immer zustimmen?

Ziehen Sie (vorübergehend) ganz aus der Wohnung aus, müssen Sie Ihren Vermieter um Erlaubnis fragen. Es steht ihm völlig frei, ob er bei der Untervermietung zustimmt.

Anders ist die Lage, wenn Sie einzelne Zimmer untervermieten. Dann müssen Sie den Vermieter nur informieren. Wenn Ihre Gründe vernünftig und nachvollziehbar sind, muss er einen Untermieter in der Regel dulden. Gute Gründe sind z. B. Geldsorgen (nach Trennung, Jobverlust), Einzug einer Pflegekraft oder Haushaltshilfe bei Pflegebedarf und soziales Leben (Schutz vor Einsamkeit).

10 Regeln für ein friedliches Zusammenwohnen

❶Nie auf einen Handschlag verlassen! Schreiben Sie alles Wichtige in einen Mietvertrag (Miete, Kündigungsfrist, Regeln zur Wiederbelegung freier Zimmer etc.).

❷ Stellen Sie eine Putzfrau ein. Die Kosten verrechnen Sie als Teil der Miete.

❸ Legen Sie fest, ob und wo geraucht werden darf.

❹ Organisieren Sie mehrere Telefonleitungen – oder Handys. Vermeidet Streit, wenn abends alle telefonieren wollen.

❺ Regeln Sie die Nutzung des Internets. Sonst haftet der, auf den der Account angemeldet ist (Runterladen von illegaler Musik etc).

Messie oder Putzfimmel? Klären Sie in einer WG vor dem Einzug, welche Vorstellung Sie von „sauber“ haben. Kaufen Sie einen Geschirrspüler.

❼Klären Sie Besuchs- und Übernachtungsregeln.

❽Machen Sie einen Zeitplan fürs Bad. Und: Fischen Sie immer Ihre Haare aus der Dusche!

❾Klären Sie, ob alle Gäste/WG-Mitglieder Vorräte (Nudeln, Öl etc.) verbrauchen dürfen und wer was wann nachkauft.

Fangen Sie nie, nie, nie eine Affäre mit einem WG-Partner an.

Wann darf der Vermieter ablehnen?

Wenn er aus nachvollziehbaren Gründen etwas gegen den Untermieter hat. Beispiel: Der Vermieter hat dem Neuzugang schon einmal wegen Randale oder Lärmbelästigung gekündigt. Gleiches gilt, wenn die Wohnung deutlich überbelegt wäre.

Was passiert, wenn ich ohne Zustimmung untervermiete?

Der Vermieter kann Sie auffordern, Ihrem Untermieter wegen Vertragswidrigkeit sofort zu kündigen. Wenn Sie das nicht tun, kann er Ihnen kündigen!

Ab wann gelten „Besucher“ als Untermieter?

►Faustregel: Nach rund sechs Wochen beginnt ein Untermietverhältnis. Zumindest kann dann nicht mehr von Besuch gesprochen werden.
►Ausnahme: Ihre Eltern oder Kinder dürfen Sie immer aufnehmen. Sie gelten nicht als Untermieter.

Bleibt ein Freund oder ein Geschwisterteil länger in Ihrer Wohnung, hängt es auch davon ab, ob sie noch an anderer Stelle gemeldet sind (keine Untermiete) oder z. B. Möbelstücke mitgebracht haben (dann ist es Untermiete).

DARF ICH FERIENGÄSTE AUFNEHMEN?
Wohnung oder Zimmer an Touristen vermieten – ist das erlaubt?

Nur, wenn Ihr Vermieter diesen vielen, schnell wechselnden Feriengästen explizit zustimmt! Es reicht nicht, wenn er grundsätzlich ein Untermietverhältnis erlaubt hat. Denn damit gestattet er in der Regel einen Mieter, der über einen längeren Zeitraum bleibt, und nicht ständig wechselnde Gäste.

Quelle: bild.de 12.02.2014 - von ANTONIA SELL


Mittwoch, 21. Juni 2017

Erzählen Sie doch mal von Ihren Schwächen …

… ist eine (vielleicht sogar die) klassische Frage in einem Bewerbungsgespräch. Jede(r) weiss, dass diese Frage im Interview kommen wird und fast jede(r) befürchet, hier ins Straucheln zu kommen. Warum?

Geprägt durch unsere (Geschäfts-)Kultur gehen wir davon aus, dass Stärken gut und Schwächen schlecht sind. Das ist natürlich grundsätzlich richtig.
In der Folge gehen wir im Einstellungsgespräch davon aus, dass wir die Stelle z.B. wegen unserer Kompetenzen erhalten, bzw. sie nicht erhalten, weil wir Schwächen haben. Das ist aber nur bedingt richtig: wenn uns eine Kernkompetenz, die im neuen Job gefordert ist, fehlt, dann werden wir sicher keine Zusage erhalten – klar. Wenn wir aber etwas nicht oder nicht besonders gut können, diese Fähigkeit aber für den Job gar nicht gefragt ist, kann’s durchaus klappen.
Eine Volksweisheit sagt: “Aus Fehlern wird man klug.” – das ist ebenso richtig. Fehler sind immer auch kleine Krisen. Und Krise bedeutet Irritation, Orientierungslosigkeit, Auseinandersetzung mit den eigenen Werten und vieles mehr. Aber Krise bedeutet immer auch Entwicklung!
Es ist vergebliche Müh’, sich seine Schwächen abtrainieren zu wollen (siehe auch Stärken und Schwächen). Entscheidend ist nämlich, a) dass man seine Schwächen (er-)kennt und b) was man aus dieser Erkenntnis macht – wie man also die Chance zur eigenen Weiterentwicklung nutzt.

Die Frage nach Ihren Schwächen ist also in Wirklichkeit die Frage nach Ihrem Umgang mit den Schwächen. Ob Sie diese überhaupt erkennen, ob Sie Strategien entwickelt haben, um die Auswirkungen zu minimieren und ob sich Ihr adaptiertes Verhalten in Ihrem Joballtag bewährt.

Ein konkretes Beispiel:
X ist ein überdurchschnittlich engagierter Mitarbeiter, er ist stets “mit Herzblut dabei”. Ab und zu kommt es aber vor, dass trotz seines Einsatzes etwas misslingt. Und das frustriert ihn derart, dass seine Motivation sich nullkommaplötzlich in eine tiefe Lustlosigkeit verwandelt. Und in diesem Tief hängt er dann stunden- oder sogar tagelang. Das ist eine Schwäche, keine Frage. Nun hat X aber (mit der Hilfe eines Coachs?) eine clevere Handlungsalternative entwickelt: immer dann, wenn seine Motivation in Frustration umschlägt, zieht er für eine gewisse Zeit eine andere, einfach zu bewältigende Aufgabe vor. Dort holt er sich das Erfolgserlebnis und nutzt dieses positive Gefühl, um sich wieder mit dem altbekannten Elan an die ursprüngliche Aufgabe zu machen.

Im Bewerbungsinterview würde er also sagen: “Mein grosses Engagement ist eine meiner Stärken. Es kann aber manchmal auch zu einer Schwäche werden, wenn mir ein kleiner Misserfolg fast die ganze Energie zum Weiterarbeiten raubt. Als ich das realisiert habe, habe ich eine neue Strategie entwickelt: in solchen Situationen packe ich vorübergehend eine andere Aufgabe an und nutze das Erfolgsgefühl aus dieser Arbeit, um mich wieder voller Energie an die ursprüngliche Aufgabe zu machen. Das hat zwei positive Effekte: aus meinem vorübergehenden ‘Durchhänger’ kann ich mich selbst schon nach kurzer Zeit wieder herausholen und gleichzeitig habe ich – fast nebenbei – eine andere Aufgabe erledigt.”

Brilliant, oder?

Wenn Sie sich also über Ihre Schwächen Gedanken machen und Erfolg versprechende Handlungsalternativen entwickeln, dann haben Sie einen weiteren Trumpf in der Hand und werden diese Klippe im Bewerbungsgespräch souverän meistern – und wären womöglich enttäuscht, wenn die Frage nicht gestellt würde.

Quelle: www.jobblog.ch von Marcel Widmer am 30. Dezember 2008 

Dienstag, 20. Juni 2017

Die stolzen Mütter

Nach Leo N. Tolstoi, russ. Schriftsteller, 1828-1910

Es waren einmal drei Frauen, die am Brunnen standen, um Wasser zu schöpfen. Ein alter Mann saß ebenfalls dort und hörte den Frauen zu, wie sie über ihre Söhne sprachen:

„Mein Sohn ist der geschickteste und wendigste Junge im ganzen Dorf!“ ließ die erste Frau die anderen wissen.
„Und meiner kann singen wie eine Nachtigall, dass jedem warm ums Herz wird.“
Die dritte Frau schwieg. „Warum sagst du nichts?“, wollten die anderen zwei wissen.
„Mein Sohn ist ein ganz gewöhnlicher Junge, ohne außergewöhnliche Talente. Aber ich hoffe, dass er zu einem guten Menschen heran wächst.“

Nachdem die drei Frauen ihre Eimer gefüllt hatten, machten sie sich auf dem Rückweg. Der alte Mann spazierte hinter ihnen her. Aufgrund der schweren Last legten die Frauen schon nach kurzer Zeit eine Pause ein.
Da kamen ihnen ihre Söhne entgegen. Der erste stellte sich auf die Hände und schlug Rad um Rad.„Was für ein geschickter Junge!“ riefen die zwei anderen Frauen.

Der zweite Junge mit der Stimme einer Nachtigall sang ein wunderschönes Lied, und die Frauen lauschten ihm mit Tränen in den Augen.

Der dritte Junge ergriff wortlos die beiden Eimer seiner Mutter und trug sie heim.

Die Frauen sahen den alten Mann und fragten ihn: „Was sagst du zu unseren Söhnen?“ „Eure Söhne? Ich habe nur einen einzigen Sohn gesehen!“

Und was will uns Tolstoi mit dieser Geschichte wohl sagen?
Das nicht nur ein besonderes Talent eines Menschen bewundernswert ist, sondern vor allem auch ein guter Charakter.

Fabel

Montag, 19. Juni 2017

12 einfache Dinge die wir viel zu selten sagen

Hast du schon einmal darauf geachtet, wie viele Wörter du durchschnittlich am Tag sagst? Ich meine nicht die nächste SMS, E-Mail oder Floskeln, die du im Chatroom verwendest. Ich spreche über Wörter die tatsächlich über deine Lippen kommen. Die erstaunliche Durchschnittszahl liegt bei 16000 Wörtern. Nicht schlecht, oder?

Trotzdem sagen wir eine Menge bedeutende Dinge viel zu selten. Was ich damit meine? Hier sind 12 Beispiele, die wir alle sagen könnten, wenn wir es nur öfter wollen.

Während du das liest, denkst du vielleicht, dass diese Liste ziemlich einfach umzusetzen ist. Hmm … das denke ich eben nicht.

Wie auch immer, die positive Wirkung der folgenden Wörter und Sätze ist enorm und deswegen sollten sie auch viel öfter gebraucht werden.

1. „Hallo”
Wie oft sitzt du neben jemanden im Zug, in der U-Bahn oder im Wartezimmer, und denkst dir: „Mann, wäre jetzt eine kleine Unterhaltung nett”. Wie oft tappst du in einer Warteschlange im Postamt oder in der Bank mit deinem Fuß nervös am Boden und beobachtest dich dabei auch noch selbst? Nur einfach „Hallo” oder „Hey” zu der Person neben dir zu sagen und ein Lächeln zu opfern, kann die Totenstille schlagartig zerstören und eine angenehme Atmosphäre schaffen.

2. „Danke”
Es ist oft sehr schwierig „Danke” zu sagen. Selbst wenn dir jemanden „nur” einen Gefallen tut, sollte man zumindest aus Anstand „Danke” sagen, denn das Danken bewirkt, dass sich sowohl der eine als auch der andere gut fühlt. Wie wäre es, einfach wieder einmal zu deinen Mitarbeitern, Kollegen oder Familienmitgliedern „Danke” zu sagen, wenn diese etwas für dich erledigen. Auch wenn es dir wie eine Selbstverständlichkeit vorkommt, bedanke dich! „Danke” dem Mädchen an der Kasse im Supermarkt, wenn sie dir einen schönen Tag wünscht, „Danke” dem Kellner der dir das Essen serviert, “Danke” deiner Frau, wenn sie dir Essen gemacht hat … Dieses eine Wort hat so viel Kraft und kann so viel bewirken.

3. „Bitte”
„Bitte” ist ein Wort, das wir meistens mit „Danke” in Verbindung bringen. Möglicherweise, weil uns beide Wörter als Kind gelehrt wurden. Dieses Wörtchen verwandelt einen Befehl in eine Anfrage (eine Bitte), und macht Menschen viel glücklicher diese Anfrage zu erledigen. Wenn du dich für einen Kaffee bei Mac Donalds anstellst, verlange nicht nur „einen kleinen Cappuccino” sondern hänge ein „Bitte” an. Wenn du deinen Partner beim Abendessen fragst, dir das Salz zu reichen, verwende „Bitte”. Es hat nicht nur eine große Vorbildfunktion für Kinder, es spiegelt auch einen Akt der Höflichkeit und ein grundlegendes Maß an Respekt wieder.

4. „Sie können meinen Platz haben”
Die meisten von uns können sich glücklich schätzen, körperlich und geistig fit zu sein und einwandfrei in Zügen und Bussen einen Stehplatz einzunehmen, ohne dem Risiko zu unterliegen, hinzufallen. Wenn du also jemand Älteren, Schwangeren  oder körperlich Behinderten stehen siehst, biete dieser Person deinen Platz an. Bist du darüber besorgt, dass du die betroffene Person beleidigen könntest, dann rechtfertige dich damit, dass „du ohnehin gleich aussteigen musst” oder mit etwas neckischem wie, dass  „du dir die Füße vertreten willst”.

5. „Die Rechnung geht auf mich”
Du gehst mit einem Freund oder einer Bekannten aus und übernimmst ohne Vorwarnung einfach mal die Rechnung. Das Gefühl der Großzügigkeit ist ein sehr schönes, und für deinen Freund eben auch das Gefühl ein Geschenk zu bekommen. Verlange aber bloß nicht, dass sich dein Freund das nächste Mal dafür erkenntlich zeigen muss. Dann hast du nämlich den Sinn nicht verstanden.

6. „Kann ich dir helfen?”
Wenn du jemanden in Schwierigkeiten siehst, biete ihm deine Hilfe an, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Manche mögen dich zurückweisen, aber die meisten werden gerührt und dankbar sein. Du wirst ihnen den Tag versüßen, was wiederum etwas Freude in deinen bringen wird. Ein positiver Kreislauf der Nächstenliebe. Du kannst Hilfe an bieten, z.B.:

bei einer Frau mit Kinderwaagen
wenn jemand schweres Gepäck in den Zug bringt
falls jemand orientierungslos scheint
sollte wer Schwierigkeiten beim Lesen einer Notiz oder einer Karte haben
7. „Wir kennen uns zwar nicht, aber mein Name ist…”
Viele von uns sind nicht wirklich gut darin, sich selbst vorzustellen. Wenn du jemand Neuen triffst, stotter nicht nur über das Wetter oder sage nicht nur „Hallo”; stell dich bei deinem Namen vor, und erkundige dich über den der anderen Person. Es ist schon etwas peinlich mit jemanden für 10 Minuten zu sprechen, bevor du nicht gesagt hast „ es tut mir leid, ich kenne nicht mal ihren Namen”. Sei selbstbewusst und offenherzig, wenn du jemand Neuen triffst. Durch eine schnelle Vorstellung mit deinem Namen kann rasch eine persönliche Verbindung hergestellt werden. Dies kann durchaus der erste Schritt in eine zukünftige Freundschaft werden.

8. „Ich habe eine wahnsinnige Leidenschaft für…”
So oft drehen sich Unterhaltungen um Angelegenheiten geringerer Bedeutung, sowohl für den Sprecher als auch für den Zuhörer. Wenn du glaubst, dass alles was du sagst nur „Smalltalk” ist, versuche ein bisschen tiefer zu gehen. Das heißt natürlich nicht, dass du wie Forrest Gump deine gesamte Lebensgeschichte offenlegen musst. Aber wenn du jemanden kennen lernst, kann es nicht schaden einige Hobbies, Leidenschaften und Interessen mit dem Gesprächspartner zu teilen. Dadurch, dass du dich zu privaten Passionen bekennst, steigerst du unbewusst dein Selbstvertrauen und außerdem kannst du nie wissen, ob du nicht einen Gleichgesinnten vor dir hast.

9. „Ich wünsche dir einen schönen Tag”
Obwohl eine Phrase wie „Einen schönen Tag noch” oft von Verkäufern verwendet wird, ist es immer noch sehr viel wert. Sage es von Herzen und meine es ehrlich. Am Abend, wenn du deine Firma verlässt, oder am Morgen wenn du das Haus verlässt. Sage es mit aufrichtigem Enthusiasmus und du wirst beinahe sicher ein Lächeln ernten und ein „Danke, dir auch”. Es ist ebenfalls ein großartiger Weg, um eine Unterhaltung mit beispielhafter Höflichkeit zu beenden.

10. „Es tut mir Leid”
Wenn du einen Fehler gemacht hast, dann stehe dazu. Das tut auch deiner Seele gut. Es lässt sich nicht mehr ändern. Fehler gehören nun mal dazu und sie passieren jedem. Ein Sprichwort sagt: „Dumme Menschen machen immer die gleichen und kluge Menschen immer neue Fehler”. Wichtig ist nur, daraus zu lernen und dich weiter zu entwickeln.

11. „Ich vergebe dir”
Verzeihen und Vergeben befreit von negativen Gedanken. Vergeben heißt auch „loslassen” können. Das Alte hinter sich lassen und in die Zukunft blicken. Wer das nicht kann, kann sogar krank werden, da das innere Gleichgewicht so sehr zerstört werden kann, dass du seelische Schäden erleidest. Wenn wir anderen also nicht vergeben können, schaden wir uns zwangsläufig nur selbst damit. Ohne verzeihen kann keine Art der zwischenmenschlichen Beziehung funktionieren. Darum sagt man auch: “Glücklich ist, wer vergessen kann.”

12. „Ich liebe dich”
Zu guter Letzt, die drei wichtigen Wörter „Ich liebe dich”. Sagst du diese oft genug zu den Menschen die du liebst? Denkst du nicht nur an deinen Partner, sondern auch an deine Kinder, deine Eltern oder deine Großmutter? Es ist leicht anzunehmen, dass Menschen einfach wissen, dass wir sie lieben, aber manchmal kann der Klang dieser Worte einen Tag wirklich bedeutend machen.

Es gibt sicher ein paar Dinge, die dir noch einfallen. Teile sie doch mit uns, als Kommentar oder im Forum.

Schöne Sachen kann man nicht oft genug sagen und hören!

Quelle: www.hafawo.at  von Coach Rainer 02.03.2013

Freitag, 16. Juni 2017

Tipps zum Vorstellungsgespräch

So wirst du der Bewerber, den sich jeder Arbeitgeber wünscht

Der Arbeitsmarkt wird immer brutaler und deshalb werden auch die Ansprüche an die Bewerber immer höher. Die Anzahl der Stellenausschreibungen in Zeitungen und  Internet sind zwar hoch, doch genauso groß ist die Anzahl deiner Konkurrenten, welche sich um denselben Job bewerben. Umso wichtiger wird es für dich, durch eine perfekte Bewerbung zu glänzen um dich von dieser Masse abzuheben. Schließlich bist du nicht irgendwer, sondern genau der richtige Mann/die richtige Frau für den Job.

Doch wie bringt man das jetzt dem Personalchef bei?

9 erstklassige Tipps gibt’s sofort hier von uns:

1. Sage nicht nur, dass du kreativ bist!
Zeige dem Interviewer, was du getan hast und präsentiere deine Resultate. Wie hast du ein Problem gelöst, wie hast du deiner Firma geholfen Geld zu sparen oder hast du sogar eine neue Abteilung geschaffen? Sei spezifisch!

2. Vermeide sinnlose namentliche Erwähnungen!
Du hast vermutlich schon zig Chefs und 100te Mitarbeiter gehabt. Diese Leute müssen nicht alle namentlich erwähnt werden. Namen sind nur dann sinnvoll, wenn sie wirklich bekannt sind. (z.B. als Projektleiter habe ich mit Herrn Dietrich Mateschitz zusammengearbeitet).

3. Beschreibe wie (genau) du Wertvolles in die Firma einbringen kannst.
Kenne deinen zukünftigen Arbeitgeber gut genug um zu wissen, wo seine Probleme liegen. Dann mache klar, dass du die Lösung für dieses Probleme bist und nicht ein weiteres.

4. Vermeide schlechtes Reden über deinen derzeitigen Boss.
Das ist äußerst hirnlos. Was wird sich der zukünftige Arbeitgeber wohl denken, wie du über ihn hinter seinem Rücken reden wirst. Versuche dich also immer diplomatisch auszudrücken.

5. Vermeide politische Anspielungen
Jedes Unternehmen hat ein eigenes Klima und seine eigene Kultur. Politik ist omnipräsent und du willst vermutlich nicht über eine beistimme Sichtweise definiert werden, es sei denn, es ist Teil deiner Arbeit und du wirst deshalb eingestellt.

6. Präsentiere dein Netzwerk
Dies zeigt deine Fähigkeiten Beziehungen aufzubauen und Einfluss zu erlangen – ein  gute Fähigkeit, die dein zukünftiger Arbeitgeber an dir schätzen wird. Aber Vorsicht: Mache keine Aufzählung von anscheinend “einflussreichen” Menschen, wenn du diese nicht wirklich sehr gut kennst. Ein Netzwerk kann beeindrucken .. ok .. aber auch nur dann, wenn die Kontakte direkt mit dir in Verbindung stehen. Falsche Protzerei kann hier ordentlich daneben gehen.

7. Übe das Bewerbungsgespräch, bevor es stattfindet!
Sich seiner Fähigkeiten und Talente bewusst zu sein ist entscheidend, aber mache deine Hausübung für deinen zukünftigen Arbeitgeber oder neuen Boss ordentlich. Du sollst die Fragen voraussehen und deine Antworten sollten sitzen.

8. Sprich über Gruppenarbeiten, an denen du bereits gearbeitet hast!
Konzentriere dich auf die Herausforderungen, denen du dich mit anderen gestellt hast, und nicht auf die Führungspositionen die du hattest. Du willst einem Teamplayer gleichgestellt werden, nicht einem Egoisten.

9. Unterstreiche deine umfangreichen Erfahrungen und Resultate
Demonstriere deine Fähigkeiten und Resultate anhand von Beispielen. Zeig auf, welche Ziele du erreichen konntest, indem du Kollegen und Mitarbeiter motiviert und starke Teams gebildet hast.

Quelle: www.hafawo.at von Coach Rainer on 4 Februar 2012

Donnerstag, 15. Juni 2017

Warum nur Verlierer lästern und Erfolgsmenschen es nicht tun

„Ach der! Haha! Der schläft doch jeden Tag bis 15 Uhr und ist total faul. Als ob der mit so einer Einstellung einen Job bekommt “ – Kommt Dir das bekannt vor?

Es gibt eine Menge Menschen, die viel Zeit ihres Lebens mit dem Lästern verbringen. Sie reden gerne und ausführlich über die Schattenseiten anderer Menschen und übertreiben ihre erfundenen Geschichten, wo sie nur können.

Sie investieren Energie, Aufmerksamkeit und Lebenskraft in Negativität. Deshalb werden diese Menschen auch niemals erfolgreich sein.

Erfolgsmenschen lästern nicht. Denn da sie sich nur mit Menschen umgeben, die sie mögen und deren Zeit sie schätzen, gibt es nichts zu lästern!

Wenn sie mal zufällig Zeit mit einem merkwürdigen Menschen verbringen müssen, erwähnen sie es vielleicht kurz, aber machen die Unterhaltung über die Nachteile dieses Menschen nicht zum Thema des Gesprächs.

Das wäre Zeitverschwendung. Für sie selbst und auch für ihre Mitmenschen (die ja auch Erfolgsmenschen sind).

Erfolgsmenschen reden lieber über die Zukunft. Sie malen sich mit ihren Freunden und Kollegen aus, was man noch machen könnte, welche Möglichkeiten es gibt und wie sie sich gegenseitig unterstützen könnten.

Es wäre für sie ein Jammer, wenn man seine wertvolle Zeit mit Negativität und dem Schlechtreden verbringen würde.

Erfolgsmenschen hören auch ungerne Lästereien von anderen. Sie beteiligen sich nicht an zerstörerischen Gesprächen – egal in welcher Form.

Verschwende Deine Zeit also nicht für Lästereien über Menschen, die Du sowieso nicht schätzt.

Sei ein Futurist. Sprich über Visionen, Events, Ereignisse und plane mit Deinen Freunden und Bekannten all die interessanten Dinge, die Ihr noch gerne machen möchtet. Motiviert Euch gegenseitig.

Quelle: www.30tausend.de von 30Tausend am 15.11.2012

Mittwoch, 14. Juni 2017

Lassen Sie Neider auflaufen


Philipp S. ist neu im Büro. Mit stolzgeschwellter Brust trägt er nun den Titel Consumer Consultant vor sich her. Erfahrung im Umgang mit Kunden hat der 25-jährige Informatiker eigentlich nicht. Dennoch hat ihn der Chef eingestellt. Philipp S. hat eine unverkrampfte Art, mit Menschen umzugehen, das genügte dem Chef fürs Erste. Frisches Blut wollte er in seinem Team haben, hieß es. Beim Kampf um Anerkennung und Erfolg würde am Ende das Unternehmen profitieren - so der fromme Wunsch des Vorgesetzten. Denn Neid spornt an, lautet seine Devise. Wären die Japaner etwa jemals zur Nummer eins der Automobilbranche geworden, wenn sie nicht nach VW und Opel geschielt hätten?

Neid kann motivieren Neid und Konkurrenz kommen überall vor. Es gibt ihn im Sportverein, in den besten Familien und natürlich am Arbeitsplatz. "Neid kann tatsächlich motivieren", sagt Heinz Schüpbach, Professor an der Universität Freiburg. Das funktioniert natürlich nur unter Mitarbeitern, die vergleichbare Arbeit und Leistung vollbringen. So ist der Elektriker sicher nicht neidisch auf den Professor, auch wenn der mehr Geld verdient. "Es geht um Gleichwertigkeit und Vergleichbarkeit", so der Professor. Um die Frage: Wie stelle ich mich an im Vergleich zu dem Kollegen? Damit Neid tatsächlich zu mehr Leistung im Kollektiv führe, müsse für alle Beteiligten auch eine realistische Chance bestehen, das zu bekommen, auf das man neidisch ist: Mehr Anerkennung, mehr Geld, das schönere Büro oder einen neuen Dienstwagen.

Natürlich kommt es im Fall von Philipp S. anders. Die älteren Kollegen haben viel länger gebraucht, um an ihre Position zu gelangen. Auf den Fluren wird daher geschmollt und geklatscht. Gleich den ersten Fehler jazzen die Kollegen zum Staatsakt hoch. "Viele Job-Neulinge rechnen damit, dass sie mit Blumen empfangen werden - das ist natürlich eine Illusion", sagt Jürgen Hesse, Psychologe, Karriereberater und Geschäftsführer des Büros für Berufsstrategie Hesse/Schrader in Berlin. Meistens sehen die alten Kollegen in dem Neuen keineswegs eine Bereicherung für das Team, sondern einen Störfaktor. Er muss eingearbeitet werden, hält den Arbeitsfluss auf und bringt die Hierarchie durcheinander. Mit einigen Maßnahmen kann der Neue im Team der Missgunst dienstälterer Kollegen vorbeugen. "Viel hören, viel sehen, wenig sagen", empfiehlt Hesse. Im Berufsleben funktioniere die Situation wie beim Aufstieg von der Grundschule auf das Gymnasium: Auch dort lassen die Großen die Kleinen nicht sofort mitspielen, der Neue muss sich unterordnen. Es ist an ihm, sich vorzustellen, um Hilfe zu bitten und für schönes Wetter zu sorgen.

"Die Kindheit dauert hundert Jahre", meint der Psychologe Jürgen Hesse, "da übernehmen die Kollegen im Büro die Rolle der Geschwister und die Vorgesetzten die der Eltern." Kommt ein neues Familienmitglied dazu, wird es zunächst kritisch beäugt. Im Job wird die Situation vor allem dann besonders heikel, wenn einer aus dem Kollegenkreis plötzlich zum Vorgesetzten wird. In dem Fall kann es helfen, die Tretminen zu entschärfen: "Sprechen Sie das Thema an", rät Hesse, denn Neidgefühle, die man thematisiert, verlieren an Schärfe.

Weniger Aufstiegschancen Psychologen haben erkannt, dass vor allem Frauen ein Problem damit haben, von anderen beneidet zu werden. Oft neigen sie deshalb dazu, ihre eigenen Leistungen herunter zu spielen. Ein Dilemma - zumal sie sich dadurch ihrer eigenen Aufstiegschancen berauben.
Doch es gibt Rezepte gegen notorisch Missgünstige - Jürgen Hesse: Lassen Sie neidische Kollegen auflaufen. "Jeder hat irgendwann einmal Glück, dieses Mal war ich dran", so eine Bemerkung kann Wogen glätten. "Ihr wärt sicherlich auch gerne an meiner Stelle, aber ich werde euch noch brauchen!" Loben Sie die anderen: "Ohne euch hätte ich das nie geschafft!"

"Wenn Missgunst das Arbeitsklima vergiftet, hat das Unternehmen ein Führungsproblem", sagt Thomas Binder, Wirtschaftspsychologe in Berlin. Tatsächlich kann das Unternehmen selbst bereits mit ein paar grundlegenden Regeln den Neid abfedern: Neue Angestellte sollten nicht unmittelbar ältere und ranghöhere Mitarbeiter ersetzen, vielmehr sollten sie sich ihren Status erarbeiten. Aber was tun, wenn die benachteiligten Kollegen schon die Messer gewetzt haben und den neuen Teamleiter nicht anerkennen?

Thomas Binder empfiehlt die Metakommunikation. "Steigen Sie nicht auf den Inhalt ein, sondern auf die Botschaft." Wer sich verteidigt, habe schon verloren. Sprechen Sie missgünstige Kollegen direkt an: "Gönnt ihr mir das nicht?" Neid ist ein Tabu. Und niemand, der neidisch ist, spricht offen darüber. Diese negative Emotion bricht sich auf andere Weise eine Bahn: In 60 Prozent aller Fälle von Mobbing steckt Neid dahinter.

© Berliner Morgenpost 23.02.2013 von Kirsten Niemann

Dienstag, 13. Juni 2017

Hast ist der Feind der erfolgreichen Bewerbungen


“Serh geerter Herr …” Seien es bloß Tipp- oder Flüchtigkeitsfehler, so etwas darf in einer Bewerbung nicht passieren: Denn schlechte Rechtschreibung, schlampige Aufmachung und eine unübersichtliche Formatierung sind, das ergab eine aktuelle Umfrage, absolute No-Gos für zwei Drittel der Personaler. Für jeden fünften Unternehmensvertreter ist es hingegen am Schlimmsten, wenn eine Standard-Bewerbung eintrudelt.

Mut zur Lücke: Kommentieren statt verschweigen

Weitere 12 Prozent der 264 befragten Personaler gaben an, dass unkommentierte Lücken im Lebenslauf für sie das größte Ausschlusskriterium darstellen würden. Weitere drei Prozent bezeichneten es als absolutes No-Go, wenn das Foto des Kandidaten in den Unterlagen fehlt – Bewerber, die dies vergessen oder weglassen, würden sie erst gar nicht zu einem Bewerbungsgespräch einladen. Tipp- und Rechtschreibfehler würden sich ja prinzipiell leicht verhindern lassen, doch wie stehen Bewerber grundsätzlich zu den Schreiben, die der Grundstein für eine Karriere sein können? Und fallen Ihnen diese leicht? Auch dies wurde per Online-Umfrage erhoben.

Trick der Bewerber: Alte Unterlagen werden neu adaptiert

Und es zeigt sich: Der größte Teil der Umfrageteilnehmer, nämlich 46 Prozent, gab an, seine fertigen Unterlagen jeweils neu für die aktuelle Bewerbung zu adaptieren. Jeder Dritte der 636 befragten Arbeitnehmer fühlt sich sattelfest beim Aufsetzen seiner Bewerbung und hält das dafür notwendige Wissen als “Allgemeinbildung”. 14 Prozent bitten Freunde und Kollegen um Tipps und sechs Prozent der Befragten gaben an, keine Ahnung zu haben, worauf es bei Bewerbungsschreiben ankommt – sie würden sich im Netz schlau machen. “Die meisten Arbeitnehmer sind hinsichtlich ihres Bewerbungs-Wissens relativ gut aufgestellt. Das eindeutige Votum der Unternehmensvertreter macht jedoch klar, dass vermeidbare Fehler wie schlechte Rechtschreibung, Schlampigkeit und Unübersichtlichkeit in vielen Bewerbungsschreiben Realität sind”.

Hast ist der Feind der erfolgreichen Bewerbungen

Viele dieser Fehler – vor allem Tippfehler – müssten jedoch wirklich nicht sein, und auch wenn man begeistert von einem Jobinserat ist. Hast ist der Feind der Bewerbungen und wirft zudem kein gutes Licht auf den Bewerber. Eine Bewerbung sollte gut überlegt sein, die Unterlagen geprüft und aktuell sein – nichts ist peinlicher, als wenn das Bewerbungsschreiben etwa an den Personaler einer anderen Firma adressiert ist. Zudem sollten mindestens zwei Korrekturleser aus dem Freundes- oder Familienkreis die Texte kritisch durchsehen.

Lebenslauf: Auf Herz und Nieren geprüft

Dass ein professioneller und auf das angestrebte Unternehmen zugeschnittener Lebenslauf das A und O einer Bewerbung ist, zeigen auch ältere Umfragen, wie etwa die Workplace Survey. Demnach investieren rund zwei Drittel aller Chefs bis zu 15 Minuten in die Sichtung von interessanten Papieren – 12 Prozent der Befragten gaben sogar an, die Unterlagen bis zu 20 Minuten auf Stimmigkeit zu prüfen. Der Lebenslauf sollte daher, so das Fazit der Studienautoren, inhaltlich wie strukturell überzeugend sein, weiters ist eine gezielte Anpassung an die jeweilige Stellenausschreibung sinnvoll. “Lebensläufe, die offensichtlich einmalig erstellt und dann pauschal für mehrere Stellenangebote genutzt werden, fallen auf und werden nicht selten zur Seite gelegt.

Wenige Minuten entscheiden über eine Karriere

Die Unterlagen müssen einer kritischen Prüfung standhalten – so weit, so gut. Aber wie schafft man es, dass sich die eigene Bewerbung – und zwar positiv! – von anderen abhebt? Und was veranlasst einen Personaler dazu, die eigene Bewerbung in die engere Auswahl zu nehmen? Fünf Minuten – also 300 Sekunden – nimmt sich jeder zweite Personalverantwortliche laut einer Umfrage aus dem Jahr 2010 Zeit, um zu entscheiden, ob er eine Bewerbung ein zweites Mal in die Hand nimmt, oder auf den “Leider nicht”-Stapel legt. “Für Bewerber bedeutet dies, dass sie bereits in den ersten Zeilen ihres Anschreibens und des Lebenslaufs punkten müssen”, weshalb alle Alleinstellungsmerkmale, die einen besonders für die ausgeschriebene Stelle qualifizieren, gleich zu Beginn angeführt werden sollten. Und zwar kurz und knackig – denn lange und verschachtelte Kleist-Sätze verwirren auch Personaler.

Alles richtig machen: Von A wie Anschreiben bis Z wie Zusage

Ganz wichtig ist auch, Wert auf das korrekte Anschreiben zu legen. Achten Sie darauf, Adresse der Firma und den Namen des Personalverantwortlichen (wenn bekannt) richtig anzuführen, weiters sollte aus dem Anschreiben unbedingt hervorgehen, für welche Stelle man sich bewirbt. Denn je nach Firmengröße sind nicht selten mehrere Stellen gleichzeitig ausgeschrieben, addiert man dazu die Initiativbewerbungen, landen schnell mal zig Bewerbungen pro Woche am Tisch des Personalers. Muss dieser erst mühsam aus Ihren Unterlagen herauslesen, wofür Sie sich bewerben, ist die Stimmung vermutlich nicht gerade die beste. Sind Anschreiben, Lebenslauf & Co. in Ordnung und so wie in der Stellenausschreibung gewünscht (per Mail oder Post) zugesandt, heißt es abwarten. Auch hier gibt es ein mehr oder weniger ungeschriebenes Gesetzt welches heißt: Nicht lästig sein. Mehrfachbewerbungen sind ebenso unerwünscht wie zu rasches Nachfragen. Zwei Wochen Zeit gelten dafür laut Experten als durchaus angemessen.

Per Kreativ-Bewerbung zum Traumjob – oder doch Flop?

Um sich von anderen Bewerbern abzuheben, kann es vor allem in kreativen Branchen – wie etwa Webdesign – ein genialer Schachzug sein, eine Kreativ-Bewerbung anzuhängen. In der Kreativwirtschaft sind solche Bewerbungen, die gleichzeitig ja auch Arbeitsproben darstellen, gern gesehen – ein Bewerber kann so etwa zeigen, ob er vom Stil her zu dem Unternehmen passt. Es geht also auch bei der Kreativ-Bewerbung um die Persönlichkeit, die durch die Sprache der jeweiligen Kunst transportiert wird. Erzwungen sollte die Kreativität jedoch nicht werden und too much ist auch nicht gut. Denn meist ist der erste Adressat einer Bewerbung ein Personaler und dieser sollte rasch erkennen, wer sich für welche Stelle bewirbt. Es gibt jedoch – wie so oft im Bewerbungsprozess – auch hier nur Richtlinien, denn am Ende kommt es immer auf das jeweilige Unternehmen, die ausgeschriebene Position und die Menschen an, die miteinander zu tun haben. Inspiration für kreative Bewerbungen gibt es übrigens zahlreiche – und zwar online, etwa auf vizualresume.com oder mashable.com

Auf die Soft Skills kommt es an

Hat es die Bewerbung auf den “Interessant”-Stapel geschafft, sind es in vielen Fällen die Soft Skills, die den endgültigen Ausschlag für die Einladung zu einem Bewerbungsgespräch geben. Teamfähigkeit ist hierbei jene Eigenschaft, auf die am meisten Wert gelegt wird, die Kommunikationsfähigkeit eines Bewerbers ist für jeden fünften Personalverantwortlichen wichtig. Hier gilt es daran zu denken, dass auch die Hobbys im Lebenslauf nicht vergessen werden dürfen: Teamsportarten etwa können die im Text beschriebene Teamfähigkeit eines Menschen positiv unterstreichen, mit Hobbys wie “Fernsehen” wird man hingegen weniger punkten.

Quelle: www.karriere.at von Heike Frenner in Bewerbung am Dienstag, August 21st, 2012

Montag, 12. Juni 2017

Immer mehr Menschen arbeiten im Schichtdienst

In immer mehr Branchen gehören flexible Arbeitszeiten inzwischen dazu. 2011 arbeitete jeder vierte Arbeitnehmer (rund 8,9 Millionen) ständig oder regelmäßig am Wochenende. 2001 waren es nur 6,7 Millionen gewesen.
Die Zahl der Schichtarbeiter stieg im gleichen Zeitraum von 4,8 auf 6 Millionen.
Im Nachtdienst arbeiteten 2011 3,3 Millionen Deutsche, 2004 waren es 2,5 Millionen.
Das ist das Ergebnis einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet.
Grund für die Zunahme der Schicht- und Wochenend-Dienste ist die Ausweitung des Dienstleistungssektors. Flexible Arbeitszeiten sind nicht mehr nur auf Produktionstätigkeiten beschränkt, sondern inzwischen auch in der Gesundheitsbranche oder im Einzel- und Großhandel Alltag geworden.

Gesundheitliche Folge von Nacht- und Schichtdiensten
Nacht- und Schichtarbeit bedeutet arbeiten gegen den biologischen Rhythmus, die innere Uhr. Die Folgen können Schlafstörungen, Herz,- Kreislauferkrankungen und Psychische Belastungen sein. Folgen von Schichtarbeit können sich in Form von Nervosität, Niedergeschlagenheit oder körperlicher Erschöpfung äußern. Aber auch Rückenbeschwerden können ein Resultat von psychischem Stress sein.
Statistisch betrachtet, treten gesundheitliche Folgen von Schichtarbeit erst nach 15 bis 20 Jahren in der Schichtarbeit zunehmend auf.
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin spricht sich dafür aus, dass Arbeitnehmer zwei, maximal vier Nächte nacheinander Nachtdienst haben. Zudem plädiert die Bundesanstalt für eine soziale Schichtplanung, d.h. wenn am Wochenende gearbeitet wird, sollten Arbeitnehmer dafür zwei zusammenhängende Wochentage frei haben.

Quelle: www.bild.de vom 19.02.2013

Freitag, 9. Juni 2017

Der Schmetterling

Eines Tages erschien eine kleine Öffnung in einem Kokon;
Ein Mann beobachtete den zukünftigen Schmetterling für mehrere
Stunden, wie dieser kämpfte, um seinen Körper durch jenes winzige Loch zu zwängen.

Dann plötzlich schien er nicht mehr weiter zu kommen.

Es schien, als ob er so weit gekommen war, wie es ging, aber
jetzt aus eigener Kraft nicht mehr weitermachen konnte.

So beschloss der Mann, ihm zu helfen: er nahm eine Schere
und machte den Kokon auf.

Der Schmetterling kam dadurch sehr leicht heraus.

Aber er hatte einen verkrüppelten Körper, er war winzig und
hatte verschrumpelte Flügel.

Der Mann beobachtete das Geschehen weiter, weil er erwartete,
dass die Flügel sich jeden Moment öffnen, sich vergrößern und
sich ausdehnen würden, um den Körper des Schmetterlings zu
stützen und ihm Spannkraft zu verleihen.

Aber nichts davon geschah !

Stattdessen verbrachte der Schmetterling den Rest seines Lebens
krabbelnd mit einem verkrüppelten Körper und verschrumpelten
Flügeln.

Niemals war er fähig zu fliegen.

Was der Mann in seiner Güte und seinem Wohlwollen nicht verstand,
war, dass das Ringen des Schmetterlings erforderlich ist, um durch
die kleine Öffnung zu kommen. Es ist der Weg der Natur, um Flüssigkeit
vom Körper des Schmetterlings in seine Flügel zu fördern. Dadurch wird
er auf den Flug vorbereitet, sobald er seine Freiheit aus dem Kokon erreicht.

Manchmal ist das Ringen genau das, was wir in unserem Leben benötigen.

Wenn wir durch unser Leben ohne Hindernisse gehen dürften, würde es
uns lahm legen. Wir wären nicht so stark, wie wir sein könnten, und niemals
fähig zu fliegen.


Donnerstag, 8. Juni 2017

Wie Du schlechte Gewohnheiten los wirst

Vor jeder Entscheidung wägen wir immer zwei wichtige Dinge ab: Erstens den Schmerz und zweitens den Genuss, den eine Handlung mit sich bringt. Wenn der Schmerz überwiegt, entscheiden wir uns dagegen. Wenn der Genuss überwiegt, entscheiden wir uns dafür.

Doch Schmerz und Genuss sind nur subjektiv. Wir können entscheiden, ob wir Schmerz oder Genuss mit einem Begriff, einer Handlung oder einer Entscheidung verbinden.

Wenn Du das Wort Diät hörst, denkst Du sicher sofort an Hunger, Leid, Disziplin und Verzicht. Du kannst schon fühlen, wie sich Dein leerer Magen anfühlt, wenn Du wieder mal nichts zu Mittag gegessen hast, weil Du Kalorien sparen wolltest. Oder Du hast noch den Geschmack von Gurken im Mund, die Du bei Deiner letzten Extremdiät tagelang gegessen hast. Vielleicht denkst Du auch an den Tag, als Du mit Magenschmerzen im Bett lagst und nicht einschlafen konntest.

Falls Du an Sahnetorte, Eis oder Schokolade denkst, assoziierst Du damit wahrscheinlich starken Genuss. Dir wird ganz warm ums Herz, weil Du darüber nachdenkst, wie Du mit Deinem Partner gemütlich auf der Couch einen schönen Film gesehen und dabei ein leckeres Eis mit Schokostreuseln gegessen hast. Vielleicht denkst Du ach an den Sommer, als Du auf Deiner Terasse mit der ganzen Familie den selbstgemachten Kuchen genießen konntest.

Kein Wunder, dass so wenige Menschen eine Diät durchhalten, oder?

In Wirklichkeit sind beides nur Assoziationen, die sich in Deinem Unbewusstsein entwickelt haben. Eine Diät kann auch ganz anders ablaufen und Dir mehr Kraft, Energie und Lebensqualität geben. Genauso kann die Sahnetorte oder das Fast-Food ziemlich auf den Magen schlagen, sodass Dir noch stundenlang davon übel ist.

Es kommt darauf an, wie Du die Erlebnisse wahrnimmst. Du entscheidest selbst, worauf Du Deine Emotionen fokussierst. Um eine erfolgreiche Diät, oder besser Ernährungsumstellung, zu erreichen müssen sich die Assoziationen genau umdrehen. Denn natürlich will Dein Unbewusstsein den Schmerz meiden und den Genuss erleben!

In Deinem Unbewusstsein muss sich eine neue Assoziation bilden, falls Du eine erfolgreiche Verhaltensänderung willst. Immer wenn Du Eis, Schokolade oder Sahnetorte hörst, brauchst Du eine Assoziation von Schmerz. Dir muss wieder einfallen, wie sehr Du Dich geärgert hast, dass Die neue Hose nicht mehr passt, Du nach ein paar Treppen schon aus der Puste bist oder die anderen Menschen Dich so abwertend anschauen. Erinnere Dich daran, wie elend Du Dich gefühlt hast, als Die Waage wieder ein paar Kilo mehr angezeigt hat.

Diät bzw. Ernährungsumstellung musst Du mit positiven Bildern verknüpfen. Denke an die schönen Designersachen, die Du tragen kannst und wie attraktiv Du damit aussehen wirst. Denke daran, wie neidisch Du von anderen Menschen bestaunt wirst. Stelle Dir die verführerischen Blicke vor, die Du von anderen attraktiven Menschen erhalten wirst, wenn Du fit aussiehst. Denke an die Energie und Power, die Du bekommst.

Der Tausch von Assoziationen ist für Dich machbar! Egal welche Verhaltensänderung Du erzielen willst. Ob Nichtraucher sein, mehr Sport machen oder Dich zu etwas überwinden: Du brauchst dafür drei Dinge.

Die 3 Kriterien für Veränderung

1. Starker Druck
Du musst genau wissen, wieso Du die Verhaltensänderung überhaupt willst. Außerdem musst Du davon überzeugt sein, dass Du die Fähigkeiten dazu hast. Sage Dir, dass Du es schaffst. Auch wenn Du es schon oft erfolglos versucht hast: Heute ist ein anderer Tag. Heute hast Du neue Einsichten. Heute entscheidest Du Dich dafür! Mache Dir klar, warum Du dieses schlechte Verhalten unbedingt ändern musst. Bedenke all die schlimmen Dinge, die Dir noch passieren werden, wenn es sich nicht ändert. Danach fragst Du Dich, welche Vorteile eine Verhaltensänderung mit sich bringt. Wie wird sich Dein Leben positiv ändern? Was kannst Du mehr genießen? Wo wirst Du Dich überall besser und stärker fühlen?

2. Eine Ablenkung
Denke darüber nach, wann sich Dein schädliches Verhalten normalerweise zeigt. Greifst Du immer zur Schokolade, wenn Du sie gerade siehst? Einfach aus Gewohnheit? Sind die täglichen Kaffeestündchen Dein Moment der Schwäche? Was löst Dein Verhalten aus? Wenn Du das herausgefunden hast, brauchst Du für diese Momente eine alternative Handlung. Überlege Dir ganz genau, was Du in diesen Momenten in Zukunft immer tun wirst. Diese Handlungen müssen Dich wachrütteln und Dein Gehirn anschalten. Egal ob ein besonderes Zitat, ein besonderes Lied oder ein Bild, das Du in Deinem Kopf hast: Nur so kannst Du den Trieb in diesem Moment ausschalten.

3. Du musst Dich auf die neue Situation konditionieren
Dein Gehirn lernt nur durch Wiederholung. Du musst Dich also die ersten Male immer bewusst an diese alternative Handlung und dein persönliches Druckmittel erinnern. Danach geschieht es automatisch und die neue Assoziation wird ein Teil von Dir. Du glaubst nicht, dass Du neue Assoziationen herstellen kannst? Jeder kann das! Oder würdest Du heute etwa nochmal die roten Bohnen essen, von denen Du Dich als Kind so sehr übergeben musstest?

Quelle: www.30tausend.de von 30Tausend am 08.05.2012