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Freitag, 31. März 2017

Kleidung im Vorstellungsgespräch – Was soll ich anziehen?







Endlich ist es so weit – der Termin für ein Vorstellungsgespräch um den Traumjob steht. Jetzt gilt es, sich optimal auf die Selbst-Präsentation beim potenziellen Arbeitgeber vorzubereiten.

Ein erster Schritt ist es, sich über das Unternehmen, dessen Tätigkeitsbereiche und die dort herrschenden Gepflogenheiten zu informieren. Durch einen Blick auf die Homepage erhält man oft schon einen umfassenden Eindruck, was einem Unternehmen wichtig ist und wie es nach außen hin wahrgenommen werden möchte. Das sollte man auch bei seinem eigenen Auftritt berücksichtigen, um gleich mit dem ersten Eindruck punkten zu können.

Dieser erste Eindruck ist es auch, aus dem ihr Gegenüber erste Schlüsse auf Ihre Persönlichkeit ziehen wird. Die fachliche Kompetenz und Kompatibilität mit Unternehmenswerten werden Sie selbstverständlich im Gespräch unter Beweis stellen müssen – um in diesem auf „offene Ohren“ zu stoßen, ist es aber wichtig, bereits Professionalität, Kompetenz und Vertrauenswürdigkeit ausstrahlen, noch bevor das erste Wort gesagt wurde. Schaffen Sie es, Ihrem Gegenüber beim Bewerbungsgespräch vom ersten Augenblick an diesen Eindruck zu vermitteln, wird Ihnen auch zugetraut werden, in einem etwaigen Arbeitsverhältnis das Unternehmen auf die gleiche Art und Weise nach Außen hin zu repräsentieren.

Ein guter erster Eindruck ist daher für den positiven Verlauf eines Bewerbungsgesprächs unerlässlich. Die Kleidung ist das erste, das Ihr Gegenüber von Ihnen zu sehen bekommt, und somit auch das erste, nachdem Sie – bewusst oder unbewusst – vorbewertet werden. Dieses scheinbar einfache, aber hocheffektive Mittel zur Selbstdarstellung sollte also keinesfalls außer Acht gelassen werden. Ein gepflegtes Äußeres wird von jedem potenziellen Arbeitgeber vorausgesetzt – wird diese Erwartung nicht erfüllt, kann die Chance auf eine Anstellung dadurch schon verspielt werden, bevor Sie die Gelegenheit bekommen, Ihre Inhalte zu präsentieren. Lassen Sie sich von der Wichtigkeit Ihres Äußeren nicht einschüchtern, sondern nutzen Sie diese Chance, bereits in einem Sekundenbruchteil die grundlegende Eignung für eine verantwortungsvolle Position zu kommunizieren.
Was sollte man beim Bewerbungsgespräch also anziehen?

Dass die Kleidung sauber und gepflegt sein sollte, versteht sich von selbst. Zudem sollte das Outfit aber auch der angestrebten Position entsprechend ausgewählt werden. Je nach Branche variieren die Erwartungen: Bei Banken oder Versicherungen sollte die Kleidung nach wie vor sehr traditionell gewählt sein. Auch in Bereichen wie der IT- oder Werbe-Branche, in denen phasenweise unkonventionelle Outfits Gang und Gebe waren, geht man mit einem eher konservativen Look auf Nummer Sicher. Optimal ist es, wenn man sich vorab über die im betreffenden Unternehmen gängigen Kleidungsvorschriften informieren kann. Bei Unsicherheiten ist es auch ohne weiteres möglich, sich beispielsweise bei der Sekretärin zu erkundigen.


Tipps für die Auswahl der Kleidung

Das Outfit sollte der angestrebten Position entsprechen

Sauber und gepflegt zum Vorstellungsgespräch zu erscheinen, ist das Um und Auf. Hier ist weniger oft mehr: Setzen Sie Duftwässer und Aftershave nur höchst sparsam ein, verzichten Sie wenn möglich ganz auf Parfumierungen. Bei der Sauberkeit Ihrer Kleidung sollten Sie dafür umso penibler sein. Vergessen Sie hier keinesfalls auf passende, saubere Schuhe – auch diese sind für ein makelloses Gesamtbild unerlässlich. Des Weiteren sollten folgende Punkte beachtet werden:
Berücksichtigen Sie, was am besten zur Branche und zur angestrebten Stelle passt.
Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu viel bzw. zu auffälligen Schmuck tragen.
Tattoos und Piercings sollten verdeckt bzw. entfernt werden.
Wichtig ist, dass man sich sichtlich wohl fühlt. Schlecht sitzende oder ungewohnte Kleidung wirkt sich negativ auf Ihre Ausstrahlung aus und stört das harmonische Gesamtbild. Grundsätzlich gilt immer, dass man nicht im Freizeit-Outfit zum Vorstellungsgespräch gehen sollte – und diesen Unterschied sollte man sehen.
Für Ihre Unterlagen nehmen Sie am besten eine Dokumentenmappe mit.

Das optimale Outfit für Sie

Auch hier gilt: Weniger ist mehr. Damen sollten sich zum Bewerbungsgespräch zwar feminin, aber nicht zu auffällig oder aufreizend kleiden. Tiefe Ausschnitte und knallige Farben sind tabu.

In der Banken- und Versicherungsbranche sowie generell in Führungspositionen machen Sie mit einem Kostüm, Hosenanzug oder einer entsprechenden Kombination einen guten Eindruck.
Blazer und Bluse in Kombination mit Rock oder Hose kleiden Sie optimal für technische Berufe und Tätigkeiten in der IT-Branche.
Bewerben Sie sich um eine Tätigkeit, in der Sie keinen Kundenkontakt haben werden, gibt es keinen speziellen Dresscode. Auf ein gepflegtes, seriöses Äußeres sollten Sie selbstverständlich trotzdem größten Wert legen.
Miniröcke und zu hohe Absätze sind tabu! Das selbe gilt für aufdringliches Make up oder intensives Parfum.
Verzichten Sie auch im Sommer nicht auf Strümpfe.
Sind Sie tätowiert oder gepierct, sollte die Kleidung stets so gewählt sein, dass sie den Körperschmuck verbirgt.

Das optimale Outfit für Ihn

Übertreiben Sie nicht und beachten Sie die Dresscodes und achten Sie auf Kleinigkeiten. Die anderen tun es auch.
Mit einem Anzug machen Sie in Banken, Versicherungen und Führungspositionen alles richtig. Hemd und Hose sollten selbstverständlich frisch gebügelt sein.
Vorsicht bei der Auswahl der Krawatte: Auffällige Musterungen oder gar Bilder sind ein absolutes No-Go. Mit gedeckten Farben, z. B. grau oder anthrazit, sind sie hingegen bestimmt auf der sicheren Seite.
Sakko und Hemd können in technischen Berufen sowie in der IT-Branche getragen werden.
Bewerben Sie sich um eine Tätigkeit, in der Sie keinen Kundenkontakt haben werden, gibt es keinen speziellen Dresscode. Auf ein gepflegtes, seriöses Äußeres sollten Sie selbstverständlich trotzdem größten Wert legen.
Achten Sie auf einen gepflegten Bart bzw. rasieren Sie sich vor dem Vorstellungsgespräch.
Entfernen Sie Piercings und Ohrringe und verbergen Sie etwaige Tätowierungen!

Das optimale Outfit für PraktikantInnen

Auch Praktikanten müssen angemessen gekleidet sein und bereits beim Vorstellungsgespräch einen seriösen Eindruck vermitteln. Beachten Sie oben stehende Tipps also auch, wenn Sie sich „nur“ um ein Praktikum bewerben.

Jeans im Bewerbungsgespräch: Ein No-Go?

Jeans beim Bewerbungsgespräch sind nicht generell verpönt. Die Meinungen gehen hier aber stark auseinander. Wo es im Berufsalltag lockerer zugeht und keine Führungs- oder repräsentative Verantwortung gegeben ist, kann eine Jeans in Kombination mit einem ordentlichen Hemd oder Sakko/Blazer durchaus getragen werden. Ist man sich bezüglich dem vorherrschenden Dresscode nicht sicher, sollte man aber auf andere Optionen zurückgreifen.
Checkliste zur Vorbereitung
Ist die Frisur OK? Gehen Sie am besten schon eine Woche vorher zum Friseur, dann haben Sie Zeit, sich auf den neuen Schnitt einzustellen und das optimale Styling, mit dem Sie sich wohlfühlen, zu finden.
Sind alle Kleidungsstücke gereinigt, gebügelt und in einwandfreiem Zustand?
Sind die Schuhe geputzt?
Vermeiden Sie Knoblauch und Alkohol am Vortag!
VON ELISABETH MOTSCH, http://arbeits-abc.de/kleidung-im-vorstellungsgespraech/

Donnerstag, 30. März 2017

Dresscodes: Von Casual bis Business Casual




Dresscodes-Kleiderordnung-Kleiderregeln
Schon immer drückte Kleidung aus, wer zu einer gesellschaftlichen Gruppe gehört – und wer nicht. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wurden solche Kleiderordnungen für die jeweiligen Stände durch Landsherren, Reichstage oder Stadträte erlassen. Heute dagegen sind moderne Dresscodes nur noch Konventionen, stillschweigende Übereinkünfte seitens eines Gast- oder Arbeitgebers. Dennoch sollte man sich mehrheitlich daran halten. Andernfalls riskiert man den Ruf eines Kleiderrebellen oder ahnungslosen Kretins. Allerdings ist es gar nicht so schwer, im Beruf korrekt gekleidet zu sein: Anzug, Hemd, Krawatte und edle Schuhe sind für Männer in vielen Branchen ein Muss; Frauen dagegen sind meistens in Kostüm oder Hosenanzug, Bluse und Pumps korrekt angezogen. Manchmal ist aber auch etwas weniger Förmlichkeit angesagt: Wir sagen Ihnen, wie Sie bei jedem Anlass richtig angezogen sind...

Dresscode-Regeln - und was Sie bedeuten

Africa Studio/shutterstock.comAllesamt sind diese Kleiderordnungen nicht in Stein gemeißelt und werden nicht nur von Branche zu Branche, sondern auch von Unternehmen zu Unternehmen anders interpretiert (siehe unten). Sie selbst liegen aber nie falsch, wenn Sie besser angezogen sind als es von Ihnen erwartet wird - Kleidungsstücke ablegen geht schließlich immer.
Gerade Neulingen im Unternehmen sieht man in der Regel nach, wenn sie bei gegebenem Anlass fragen, welche Bekleidung von Ihnen erwartet wird beziehungsweise welcher Dresscode im Unternehmen gilt. Schlimmer wäre, wenn Sie nicht fragen – und ins Fettnäpchen tappen.
Diese Kleiderordnungen zu gesellschaftlichen Anlässen sollten Sie kennen:

    Dresscodes für den Tag

  • Casual

    Bedeutet gehobene Freizeitkleidung. Also: gebügelte Baumwollhose, Polohemd und Jackett. Oder offenes Hemd (nie mehr als zwei Knöpfe!) und Pullover über der Schulter. In den USA, insbesondere an der Westküste, sind zu Casual auch Jeans und T-Shirts erlaubt, an der Ostküste dagegen eher Khakis, Poloshirt und Blazer. Manhattans Version des New York Casualsind wiederum eleganter: Hier sollte das Poloshirt gegen ein farbiges Button-down-Hemd eingetauscht werden.
  • Business casual

    Bei eher informellen Anlässen wie einem Business-Brunch oder einem lockeren Empfang sowie auf Geschäftsreisen, bei internen Meetings und am sogenannten Casual Friday geht es legerer zu als im Alltag, aber nicht zu leger. Totaler Freizeitlook ist auch hier nicht angebracht, da es sich immer noch um ein Treffen im geschäftlichen Rahmen handelt. Angemessen sind für Männer also eher farbige Oberhemden, gern auch mit Button-Down- statt Haifischkragen, zur Abwechslung auch mal Polohemden oder feine Strickpullover mit Flanell- oder Leinenhosen. Die Krawatte kann dafür im Schrank bleiben. An den Füßen dürfen Herren dann auch gern Loafer oder Slipper tragen – zum Casual Look ist das kein Stilbruch. Frauen können sich beim Dresscode Business Casualrichtig austoben: modische Blusen, Pullover, Röcke und Baumwollhosen können nach Lust und Laune kombiniert werden, auch offene Schuhe wie Peeptoes oder Sandaletten sind durchaus erlaubt.
  • Business Attire (Day Informal, Tenue de Ville)

    Die verwandte, aber gehobene Variante des Business Casual erlaubt den Männern farblich zwar auch blau oder braun – hier ist der Anzug allerdings ein Muss. Ebenso die Krawatte und schlichte Schuhe. Manschettenknöpfe werden dazu ebenfalls angelegt, sind aber kein Muss. Frauen tragen hierbei eine Kombinationen oder Kostüme. Die Schuhabsätze sollten nicht zu hoch sein und die Zehen nicht sichtbar.
  • Business formal

    Meint das, was üblicherweise im Büro getragen wird. Bei Kundenkontakt oder in Führungspositionen tragen Männer einen zwei- oder dreiteiligen dunklen Anzug mit Hemd, Krawatte und glatten Lederschuhen. Üblich sind die Farben Schwarz oder Anthrazit; möglich sind aber auch Grau, Braun oder Cognac. Die restliche Kleidung stimmen Sie auf die Anzugfarbe ab. Als Schmuck sind Nadelstreifen, farbige Krawatten sowie pastellfarbene Hemden mit Streifen erlaubt. Dabei sollten Sie aber nie mehr als zwei Muster gleichzeitig am Körper tragen, heißt: Ist die Krawatte gemustert, gehen maximal noch Streifen im Anzug oder Hemd – nie beides! Frauen hingegen wählen im Normalfall ein schickes Kostüm oder einen Hosenanzug mit Bluse. Farblich brauchen Sie sich dabei nicht von den Männern zu unterscheiden. Egal ob Kleid, Kostüm oder Rock: Der Saum sollten stets Ihre Knie umspielen. Mehr Bein ist bei diesem Code ein Fauxpas. Zu Rock und Kleid gehören natürlich auch eine hautfarbene Strumpfhose und Pumps an den Füßen – der Absatz sollte nicht höher als sechs Zentimeter sein.
  • Semi-formal

    Im Geschäftsalltag wird diese Art Kleidung getragen, wenn Kontakt zur Chefetage oder Kontakt mit externen Kunden an der Tagesordnung ist. Infrage kommt dafür eine Mixtur der bereits genannten klassischen Outfits. Oberste Gebote dabei sind allerdings Eleganz und Repräsentativität. Grundtenor für Männer ist also auch hier der Anzug mit Hemd und Krawatte, Frauen müssen im Kostüm, Kleid oder Hosenanzug erscheinen. Während der Arbeit im eigenen Büro dürfen Jacke oder Sakko abgelegt werden, müssen aber stets griffbereit sein, falls Repräsentation notwendig wird.
  • Dresscodes für den Abend

  • Smart Casual (Come as you are)

    Meist bei Einladungen, die unmittelbar nach der Arbeit beginnen, zum Beispiel Empfänge, Vorträge, Ausstellungen, Geschäftsessen. Hier ist konservative Geschäftskleidung erlaubt, aber keine Brauntöne (auch nicht bei den Schuhen!). Kommen Sie direkt aus dem Büro, lassen Männer Anzughose und -schuhe an, ziehen aber beispielsweise die Krawatte aus und legen das Sakko ab. Kommen Sie dagegen von zu Hause, ist elegante Freizeitkleidung angesagt: Hemd oder Polo-Shirt und Flanellhose beziehungsweise dunkle (!) Jeans. Frauen dagegen können Rock oder Hose mit T-Shirts, modischen Tops oder lockeren Blusen kombinieren. Gerade im Sommer, wenn es heiß ist, ist aber auch mal ein luftiges Sommerkleid drin. Auch ein Hosenanzug ist okay. Große Handtaschen mit Schulterriemen sind dazu allerdings ein Fauxpas. Zu Hosenanzug oder Kostüm gehen ausschließlich Clutchbags – kleine Handtäschchen, ohne Riemen. Und bei der Rocklänge gilt im Business: Nie kürzer als eine Handbreit über dem Knie. Der Kostümrock sollte zudem nicht zu eng sitzen und beim Stehen keine Falten werfen.
  • Informal

    Wird gerne zu Abendveranstaltungen gewählt, sollte aber keinesfalls wörtlich genommen werden. Im Klartext heißt das: Für Damen sind halblange, elegante Kleider angezeigt, für die Herren dunkelgraue oder schwarze Anzüge.
  • Black Tie

    Wird oft bei offiziellen Abendanlässen oder Dinner verlangt. Er trägt dann einen schwarzen Smoking, Hemd mit verstärktem Kragen und Doppelmanschetten, Kummerbund und Einstecktuch, schwarze Fliege, schwarze Schuhe. Sie trägt eine schwarze lange Robe, Abendtasche (kleiner als der Kopf). Die Accessoires dürfen farbig sein.
  • White Tie

    Gilt meist bei hochoffiziellen Abendanlässen und Bällen. Er trägt dabei schwarzen Frack und Hose, weiße Weste mit tiefem Ausschnitt, Stehkragenhemd mit umgebogenen Ecken und verdeckter Knopfleiste, weiße Fliege, Lackschuhe. Sie: Bodenlanges Abendkleid in Schwarz, Weiß oder Grau (Schultern bei der Ankunft bedeckt). Zu dem langen Ballkleid trägt Sie geschlossene Schuhe sowie Seidenstrümpfe. Findet der Ball im Hochsommer statt, kann Sie auch hohe Sandaletten tragen – dann allerdings ohne Seidenstrümpfe. Die Faustregel: geschlossene Schuhe immer mit Strümpfen!
  • Cocktail

    Selten, kommt aber bei eleganten Partys und Vernissagen ab 16 Uhr vor. Er: Hochgeschlossener dunkler Anzug, Hose mit Bügelfalte, Hemd, dunkle Krawatte und lässigen Schnürschuh. Sie: Das kleine Schwarze. Schultern, Dekolleté und Bein (erst ab Knie) dürfen gezeigt werden.
  • Cut

    Wird manchmal noch zu Hochzeiten und festlichen Empfängen bis 16 Uhr verlangt. Der Mann trägt dabei ein schwarzes Schoßsakko mit durchlaufend geschwungener Vorderkante (Cut), Streifenhose ohne Umschlag, weißes Kragenhemd, graue Weste und Krawatte. Sie: Kostüm in dezenter Farbe mit langem Arm und Knie bedeckendem Rock. Schuhe: hoch, möglichst geschlossen.

Der Laborkittel-Effekt: Wie uns die Kleidung beeinflusst

Dresscode-Laborkittel-EffektKleidung dient heute auch dazu, Stimmungen, mehr aber noch die eigene Identität auszudrücken. Was viele dabei vergessen: Kleidung nimmt auch Einfluss auf unser Denken und unsere Gefühle - ebenso wie andere uns wahrnehmen.
Dazu gibt es ein faszinierendes Experiment von Forschern der Kellog School of Management. Diese ließen Studenten Laborkittel tragen, bevor sie mit ihren Experimenten starteten. Und siehe da: Die Studenten waren prompt aufmerksamer und konzentrierter. Als die Probanden bei einem Kontrollversuch sich nur vorzustellen sollten, sie würden einen solchen Kittel tragen, erzielten sie hingegen nur noch durchschnittliche Ergebnisse. Für die Forscher gilt dies als Beleg dafür, dass das Tragen von symbolischer (Arbeits)Kleidung unser Denken und unsere Leistung beeinflusst.
Eine Studie aus dem Jahr 2007 wiederum zeigt, dass Mitarbeiter sich produktiver, vertrauenswürdiger und kompetenter fühlen, wenn sie einen Anzug tragen - aber freundlicher, wenn Sie casual zur Arbeit erscheinen.
Im Angelsächsischen gibt es für den sogenannten Laborkittel-Effekt einen passenden Slogan:Dress for success - ziehe dich nicht für den Job an, den du hast, sondern für jenen, den du (eines Tages) haben möchtest.
Natürlich gibt es nicht für jeden Job so offensichtliche Symbolkleidung wie bei dem obigen Laborkittel. Allerdings könnten Sie sich auch an Ihrem Umfeld orientieren, zum Beispiel an jenen Kollegen, die als besonders kompetent gelten, hohen Respekt und viel Sympathie genießen oder eben besonders erfolgreich sind.
Wenn Sie die Möglichkeiten haben, achten Sie auch auf Details: Andere Forschungen haben etwa gezeigt, dass Männer, die einen maßgeschneiderten Anzug tragen, für selbstbewusster, erfolgreicher und flexibler gehalten werden als Männer, die einen Anzug von der Stange tragen. Letztlich geht es darum, durch die Kleidung bewusster zu kommunizieren - subtiler, aber nicht weniger wirkungsvoll.

Dresscodes in deutschen DAX-Unternehmen

Dresscodes-UnternehmenVor einiger Zeit sorgte die Schweizer Bank UBS mit einer mehr als 40-seitigen Kleiderordnung für Schlagzeilen. Die Richtlinien-Broschüre ließ wirklich keinen Aspekt des Arbeitsalltags außer Acht: Neben Standard-Tabus wie weißen Socken, enger Kleidung und auffälligem Schmuck wurde den Angestellten ebenso von dicken Brieftaschen und sichtbaren Haarfärbungen abgeraten.
Damit nicht genug: Das Parfum sei bitte nur morgens aufzutragen und auch auf den Genuss von Knoblauch und Zwiebeln sei eher zu verzichten. Selbst vor Intimitäten machte das Dokument nicht Halt: Die Kolleginnen sollten doch bitte fleischfarbene Unterwäsche tragen und Feuchtigkeitscreme benutzen.
Das ging einigen dann doch zu weit - zu Recht übrigens. Doch wie sieht es mit den Dresscodes in Deutschland aus? Sind die Konzerne hierzulande ähnlich streng, wenn es um das Erscheinungsbild Ihrer Angestellten geht? Wir haben bei den Dax-Unternehmen nachgefragt...
Resultat: In keinem einzigen DAX-Unternehmen scheint es eine schriftlich festgelegte Kleiderordnung zu geben. Aber auch zu den unausgesprochenen Richtlinien wollten sich viele Firmen nicht äußern oder leugneten diese sogar, wie bei einer der größten Versicherungen: "Bei der Allianz Deutschland gibt es keinen Dresscode", ließ ein Sprecher ausrichten.
Seltsam. Denn gerade die Versicherungen sind für ihre eher strengere Kleiderordnung bekannt. Auch auf der Karriere-Seite der Allianz wird kaum eine Person ohne dunklen Blazer oder Anzug gezeigt. Zufall?
Bei unseren Nachfragen erhielten wir sogar Antworten mit der Klassifizierung "Confidential". Eine oft genannte Begründung: "Wir wollen bei den Angestellten anderer Standorte nicht für Verwirrung sorgen" - was eher nach einer Ausrede klingt. Oder wie unter anderem von HeidelbergCement und der Commerzbank geäußert: "Das ist selbstverständlich für unsere Mitarbeiter". Wie selbstverständlichkonkret aussieht, wollte dann aber doch keiner sagen.
Von Jochen Mai am 09. Dezember 2014, http://karrierebibel.de/dresscodes-von-casual-bis-business-casual/

Mittwoch, 29. März 2017

Azubi-Tipps: Rechte und Pflichten








Rechte-Pflichten-Azubis-Koch
Wer vom Schüler zum Azubi wird, für den beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Sie verlassen die gewohnte Umgebung der Schule und betreten eine neue Welt - die Berufswelt. "Lehrjahre sind keine Herrenjahre", heißt es oft. Tatsächlich dient die Ausbildung dazu, sich wichtige Grundlagen und Kompetenzen anzueignen. Entsprechend erwarten Unternehmen von ihren Auszubildenden auch das dafür notwendige Engagement. Doch Azubis haben nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte. Die sollten Sie möglichst schon vorher kennen...

Azubi Rechte: Was Auszubildenden zusteht

Rechte-von-AuszubildendenKeine Frage: In den ersten Wochen ist alles noch fremd und es wird einige Zeit dauern, bis Sie den Betrieb und Ihren neuen Job kennengelernt haben. Die Ausbildung ist eine Zeit, in der Sie neue Erfahrungen machen, einen Beruf erlernen und sich Wissen in einem speziellen Gebiet aneignen. Mit dieser Veränderung gehen aber auch neue Rechte einher.
Damit die Berufsausbildung einheitlich ist und zum Beispiel ein Maler Lehrling in Hessen das gleiche lernt, wie ein Maler Lehrring in Niedersachsen, erlässt die Bundesregierung für jeden staatlich anerkannten Ausbildungsberuf eine Ausbildungsordnung. In dieser ist der Beruf beschrieben, und die hierfür zu erwerbenden Fertigkeiten und Kenntnisse sind dort festgelegt.
Das wichtigste Dokument, das Ihre Rechte, aber auch Ihre Pflichten während der Ausbildung regelt, ist Ihr Ausbildungsvertrag. In § 11 des Berufsbildungsgesetzes ist festgelegt, welche Punkte der Ausbildungsvertrag enthalten muss. Das sind die Folgenden:
  • Die sachliche und zeitliche Gliederung der Ausbildung: Damit ist der betriebliche Ausbildungsplan gemeint. Darin steht, welche Abteilungen Sie durchlaufen.
  • Den Beginn und Dauer der Ausbildung: Die normale Dauer der Ausbildung ist gesetzlich geregelt. In den meisten Ausbildungen beträgt Sie drei Jahre.
  • Der Ausbildungsort sowie Ausnahmen außerhalb des Ausbildungsbetriebs: Der Ausbildungsort kann bei den Fahrtkosten eine Rolle spielen. Werden Sie woanders eingesetzt, als im Ausbildungsvertrag festgehalten, muss der Ihr Arbeitgeber für die entstandenen Kosten aufkommen.
  • Die Dauer der regelmäßigen täglichen Ausbildungszeit: Damit ist Ihre Arbeitszeit gemeint, wann Sie beginnen, wann Sie Feierabend haben und ob Sie im Schichtdienst arbeiten.
  • Die Dauer der Probezeit: Laut § 20 des Berufsbildungsgesetzes muss die Probezeit mindestens einen Monat und darf höchstens vier Monate betragen.
  • Die Höhe der Ausbildungsvergütung: Im Vertrag muss das Brutto-Gehalt jedes Lehrjahrs aufgeführt sein.
  • Die Dauer des Urlaubs: Auch Ihr Anspruch auf Urlaub muss festgehalten werden.
  • Die Voraussetzungen für eine Kündigung: Im Ausbildungsvertrag muss auch stehen, wann und wie das Ausbildungsverhältnis aufgelöst werden kann.

Was nicht in Ihrem Ausbildungsvertrag stehen darf:

  • Der Ausbilder darf nicht von Ihnen verlangen, dass Sie etwas für Ihre Ausbildung zahlen müssen.
  • Auch darf im Vertrag nicht vorgeschrieben werden, dass Sie nach Beendigung Ihrer Ausbildung im Betrieb bleiben müssen.
  • Ungültig sind Vereinbarungen, die Ihnen nach der Ausbildung die Ausübung Ihres Berufes verbieten oder diese einschränken.
  • Ungültig sind auch alle Angaben zu Vertragsstrafen, die beispielsweise bei vorzeitiger Beendigung der Ausbildung eintreten.

Die Arbeitszeit: Wie lange dürfen Sie als Azubi arbeiten?

Azubi-RechteWie viele Stunden täglich ein Auszubildender arbeiten darf, hängt von seinem Alter ab. Sind Sie bereits volljährig gilt laut Arbeitsgesetz:
Die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer darf acht Stunden nicht überschreiten. Sie kann auf bis zu zehn Stunden nur verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden.
Mit werktäglich sind die Wochentage von Montag bis Samstag gemeint. Das bedeutet, dass ein Vollzeit Beschäftigter maximal 48 Stunden in der Woche arbeiten darf. Die Arbeitszeit darf kurzfristig, beispielsweise saison- oder auftragsbedingt, auf zehn Stunden verlängert werden.
Anders sieht es aus, wenn Sie noch nicht volljährig sind. Dann gelten folgende Ausnahmen:
  • Arbeitszeit und Schichtdienst: Minderjährige Azubis dürfen höchstens 40 Stunden pro Woche arbeiten und nur montags bis freitags. Eine Ausnahme stellen Branchen, in denen im Schichtdienst gearbeitet wird, dar. Dort ist die Arbeit am Wochenende auch zulässig. Nachtschichten sind jedoch nicht erlaubt.
  • Pausen und Ruhezeiten: Für Arbeitnehmer unter 18 Jahren gelten längere Pausen. Ihnen steht bereits ab einer Arbeitszeit von 4,5 Stunden eine Pause von 30 Minuten zu. Auch beträgt die Ruhezeit zwischen zwei Arbeitstagen 12 Stunden. Werden sie sonntags eingesetzt, stehen ihnen mindestens zwei freie Sonntage im Monat als Ausgleich zu.

Urlaub: Wie viele freie Tage stehen Ihnen zu?

Auch Ihr Urlaubsanspruch ist gesetzlich genau geregelt. Als volljähriger Auszubildender haben Sie haben Anspruch auf mindestens 24 Werktage pro Jahr. Diese Zeit soll der Erholung dienen. Daher ist eine anderweitige Erwerbstätigkeit nicht gestattet.
Sind Sie noch keine 18 Jahre, haben Sie Anspruch auf:
  • 25 Urlaubstage, wenn Sie 17 Jahre alt sind.
  • 27 Urlaubstage, wenn Sie 16 Jahre alt sind.
  • 30 Urlaubstage, wenn Sie jünger als 16 Jahre alt sind.

Kündigung: Wann darf Ihr Arbeitgeber Sie kündigen?

In der vereinbarten Probezeiten dürfen sowohl Sie als auch Ihr Ausbildungsbetrieb das Arbeitsverhältnis jederzeit beenden. Nach Ablauf der Probezeit ist nur noch eine Kündigung aus einem wichtigen Grund möglich. Was ist ein wichtiger Grund? Ein wichtiger Grund ist immer dann gegeben, wenn dem Kündigenden unter Berücksichtigung aller Umstände die Fortsetzung des Ausbildungsverhältnisses bis zum Ablauf der Ausbildungszeit nicht zuzumuten ist. Eine Kündigung ist auch möglich, wenn Sie festgestellt haben, dass der angestrebte Beruf nicht der richtige ist und Sie diesen aufgeben wollen. Eine Kündigung ist nur dann wirksam, wenn diese schriftlich und unter Angabe der Gründe Ihrem Ausbildungsbetrieb vorgelegt wird.
Doch Vorsicht! Möchten Sie zwar die Ausbildung in dem von Ihnen gewählten Beruf fortsetzten und nur den Ausbildungsbetrieb wechseln, sollten Sie statt einer Kündigung einen Aufhebungsvertrag mit Ihrem derzeitigen Ausbildungsbetrieb aushandeln. Haben Sie Ihre Ausbildung einfach nur gekündigt und setzen diese in einem anderen Betrieb fort, kann Ihr ehemaliger Ausbildungsbetrieb Schadensersatz fordern.

Checkliste der Azubi-Rechte und -Pflichten

Checkliste-Rechte-Pflichten-AzubisWelche Aufgaben und Arbeiten zur Ausbildung gehören, ist je nach Fachrichtung und Betrieb verschieden. Klar ist aber, dass zum Beispiel Krankheitsvertretungen von Mitarbeitern nicht dazu gehören. Das gilt auch für Arbeiten, die körperlich zu schwer sind und ein Gesundheitsrisiko für Azubis darstellen.
Einfache Aufgaben wie Kaffee kochen, das Aufräumen von Werkstatt oder Büro und Botengänge für Kollegen können zur Ausbildung gehören - wenn sie nicht zur Regel werden und nicht zu viel Zeit der Ausbildung in Anspruch nehmen. Setzt sich jedoch der größte Teil der Ausbildung aus wenig qualifizierten Aufgaben zusammen und ändern Gespräche mit Ausbilder oder Vorgesetztem wenig bis nichts, sollte Sie über einen Abbruch der Ausbildung oder einen Unternehmens-wechsel nachdenken.

Azubi Pflichten: Wozu sich Auszubildende verpflichten

Azubi-Pflichten-AusbilderMit der Unterzeichnung des Ausbildungsvertrags erklären sich Azubis aber auch dazu bereit, folgenden Verpflichtungen nachzukommen:
  • Ausbildungsziel: Sie verpflichten sich aktiv an der Erreichung der Ausbildungsziele mitzuwirken. Hierfür kann auch verlangt werden, dass Sie in einem Berichtsheft festhalten, was Sie in der Ausbildung lernen.
  • Berufsschule: Machen Sie eine duale Ausbildung, in der die Berufsschule Teil der Ausbildung ist, sind Sie verpflichtet am Unterricht teilzunehmen.
  • Anweisungen und Arbeitsschutz: Im Berufsalltag müssen Sie sich an die Vorschriften in Ihrem Betrieb halten. Das können beispielsweise bestimmte Sicherheitsmaßnahmen sein, aber auch ein Rauchverbot zählt dazu. Kommen Sie den Anweisungen Ihres Ausbilders nicht nach oder verstoßen gegen Schutzmaßnahmen, müssen Sie für den entstandenen Schaden aufkommen.
  • Sorgfalt: Erhalten Sie vom Ausbildungsbetrieb Arbeitskleidung, Werkzeuge und anderes Material, verpflichten Sie sich damit sorgsam umzugehen.
  • Betriebsgeheimnis: Sie erklären sich bereit, keine vertrauliche Informationen Ihres Betriebs an Dritte weiterzugeben. Sind Sie sich nicht sicher, welche Informationen vertraulich sind und welche nicht, sprechen Sie mit Ihrem Ausbilder darüber.
  • Krankheit: Sind Sie krank, müssen Sie das Ihrem Arbeitgeber umgehend mitteilen und ab dem dritten Krankheitstag eine Bescheinigung des Arztes einreichen. Das gilt übrigens auch für die Berufsschule.

Pflichten: Wozu verpflichtet sich der Ausbildungsbetrieb?

Doch nicht nur Sie als Azubi haben Pflichten, auch Ihr Ausbildungsbetrieb muss bestimmten Verpflichtungen nachkommen.
  • Ihr Ausbilder ist dazu verpflichtet, Sie so auszubilden, dass Sie Ihr Ausbildungsziel erreichen und alles lernen, was Sie für die Ausübung des Berufs brauchen.
  • Ihr Ausbilder ist dazu verpflichtet, Sie für den Unterricht an der Berufsschule freizustellen. Dies gilt auch für Sonderveranstaltungen im Rahmen des Berufsschulunterrichts.
  • Ihr Ausbilder muss Ihnen erlauben, das Berichtsheft während der Arbeitszeit zu führen. Auch darf er Sie nicht zwingen, darin falsche Angaben zu machen.
  • Ihr Ausbilder hat dafür Sorge zu tragen, dass Ihnen nur Tätigkeiten übertragen werden, die dem Ausbildungszweck dienen und Ihren körperlichen Kräften angemessen sind.
  • Ihr Ausbilder ist dazu verpflichtet, Ihnen Ausbildungsmittel, wie Werkzeuge und Werkstoffe, kostenlos zur Verfügung zu stellen.
Detaillierte Informationen zu den Rechten und Pflichten finden Sie in der Broschüre "Ausbildung und Beruf" des Bildungsministeriums für Bildung und Forschung.
Von Jochen Mai am 12. August 2014, http://karrierebibel.de/azubi-rechte-pflichten/