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Dienstag, 11. April 2017

5 Tipps für einen freundlicheren Umgang mit dir selbst

Es gibt viele Artikel und Bücher zum Thema „Miteinander“ – also darüber, wie wir  am besten mit anderen Menschen umgehen, um z.B. Konflikte zu vermeiden oder besser miteinander auszukommen.
Aber hast du dir schon einmal überlegt, wie du eigentlich mit dir selbst umgehst? Vielleicht hört sich das jetzt etwas seltsam für dich an, aber tatsächlich behandeln wir uns selbst ja auch auf die eine oder andere Art. Und es lohnt sich, da einmal genauer hinzuschauen.
Vom Umgang mit sich selbst
Zum Umgang mit sich selbst gehört:

  • wie wir auf das reagieren, was wir tun oder lassen, z.B. indem wir uns für Fehler beschimpfen, uns selbst kritisieren oder im positiven Fall trösten oder aufbauen,
  • welche Botschaften wir uns in unseren Gedanken selbst mitteilen,
  • wie wir uns aufbauen oder auch entmutigen,
  • wie gut oder schlecht wir für uns sorgen
  • u.a.


Nun ist es ein weit verbreitetes Phänomen, dass Menschen sich selbst oft am schlechtesten behandeln. Wir sind manchmal zu wildfremden Menschen oder selbst zu Personen, die wir gar nicht leiden können, netter als zu uns selbst – und sind uns dessen nicht einmal bewusst.
Das kann einen doch schon nachdenklich machen, oder?
Wie wir uns selbst behandeln …
Die Art, wie wir mit uns selbst umgehen, zeigt sich oft schon zu Beginn des Tages: Was geht dir als Erstes durch den Kopf, wenn du aufwachst? Fällt dir da ein, was du heute alles vorhast und treibst du dich selbst an, endlich aufzustehen, weil du schon wieder zu spät dran bist?
Überleg mal, wie du den Tag beginnen würdest, wenn du dich liebevoll begrüßen und dich positiv für den Tag motivieren würdest …
Und wie geht es dann weiter? Der erste Blick in den Spiegel ist für die meisten Menschen der nächste Anlass, sich selbst mies zu behandeln: „Wie seh‘ ich denn schon wieder aus?“ oder „Mensch, habe ich Augenränder.“
Aber was wäre, wenn du dich selbst mit einem Kompliment verwöhnen würdest?
Diese Beispiele ließen sich nun für den gesamten Tagesablauf weiterführen.
Da sich aber die wenigsten mal ausdrücklich Gedanken darüber machen, wie sie mit sich selbst umgehen, passiert das meistens ganz automatisch. Und diese Programme sind bei sehr vielen Menschen alles andere als förderlich oder motivierend.
… beeinflusst, wie wir uns fühlen
Die Art und Weise, wie wir mit uns selbst umgehen, hat einen großen Einfluss darauf, wie wir uns fühlen.
Sehr viele Menschen, die über ein geringes Selbstwertgefühl klagen, nörgeln ständig an sich selbst herum und lassen kein gutes Haar an sich. Bestimmt kennst du auch Menschen, die gerade etwas Tolles erreicht haben und die, wenn man sie lobt, dann so etwas sagen, wie: „Ach, das war doch nichts.“ oder „Ne, so gut war das wirklich nicht, ich hätte mich noch mehr anstrengen müssen.“
Vielleicht gehörst du ja selbst dazu?
Achte doch einmal ganz bewusst auf Folgendes:

  • Was sind Sätze, die du häufig über dich selbst sagst – für dich allein, aber auch vor anderen?
  • Wie reagierst du auf Lob von anderen? Was antwortest du darauf?
  • Wie fühlst du dich, wenn du eine Aufgabe erledigt hast?
  • Was denkst du über dich, wenn du einen Fehler gemacht hast oder wenn du einen Misserfolg erleidest?
  • Was geht dir durch den Kopf, wenn du etwas vergessen hast, wenn du zu spät gekommen bist oder wenn du etwas nicht so durchziehst, wie du es dir vorgenommen hast?
  • Was denkst du, wenn du dich im Spiegel betrachtest?
  • Was sagst du, wenn jemand Fotos von dir gemacht hat und du sie dir anschaust?
  • Was würdest du antworten, wenn jemand dich bitten würde, dich kurz selbst zu beschreiben?

Geh diese Fragen einmal ganz ehrlich durch und spür nach, was die Antworten in dir auslösen. Auf diese Weise kannst du einen guten Eindruck davon bekommen, wie du mit dir selbst umgehst – und in vielen Fällen wird das leider alles andere als nett sein :-(
Warum es gut ist, netter zu sich selbst zu sein
Es gibt eine ganze Reihe guter Gründe, warum wir netter zu uns selbst sein sollten:
·         Nett zu sich selbst zu sein, steigert die Lebensqualität – genauso wie es sich besser anfühlt, wenn unsere Mitmenschen gut zu uns sind, ist es auch viel schöner, wenn wir nett zu uns selbst sind
  • Wir fühlen uns besser – ganz automatisch.

  • Es ist förderlich für das Selbstbewusstsein – wer nett zu sich selbst ist, baut sich auf, statt sich fertig zu machen und das steigert das Selbstwertgefühl.

  • Wir gewinnen viel Kraft und Energie, wenn wir uns selbst gut behandeln – denn wir sparen die Energie, die wir sonst darin investiert haben, mit uns zu schimpfen.

  • Wir trauen uns mehr zu – denn wir können uns selbst motivieren und Mut machen.

  • Misserfolge machen uns viel weniger aus – weil wir, wenn wir gut für uns sorgen, uns aufbauen statt uns noch eins oben drauf zu geben.

  • Wir werden auch zu anderen netter – weil wir, wenn wir uns selbst gegenüber liebevoller sind, genau das auch anderen geben können.

  • Wir lachen mehr – weil wir lockerer werden und auch mal die komischen Seiten sehen können, wo wir vorher nur streng waren.

Sicher findest du noch viele weitere, gute Gründe, wenn du erst einmal damit beginnst, netter zu dir selbst zu sein. Und wie du das tun kannst, das zeige ich dir hier.
Tipp 1: Analysiere, wie du mit dir selbst umgehst – und das immer wieder
Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, wie schlecht sie sich selbst behandeln.
So wissen viele, dass es wichtig ist, sich selbst zu mögen und sie denken, sie tun das auch. Die Botschaften, die wir uns ständig selbst geben, finden aber häufig ganz unbewusst statt. Und deshalb ist es so wichtig, hier einmal genau hinzuschauen.
Halt deswegen ab sofort mehrmals am Tag inne (stellen dir doch am besten einen stündlichen Erinnungspiepser ein) und frag dich:

  • Was denke ich gerade über mich?
  • Welche Botschaft sende ich mir gerade selbst?
  • Tue ich mir gerade etwas Gutes oder eher etwas, was mir icht gut tut?
  • Wie behandle ich mich gerade?
  • Und: Wie würde ich mich vielleicht viel lieber behandeln?

Um klarer zu sehen, wie du dich selbst behandelst, kannst du auch hin und wieder einmal überlegen, ob du so, wie du mit dir selbst umgehst, auch einen sehr lieben Freund behandeln würdest.
Tipp 2: Lern dich selbst besser kennen und verstehen
Relativ eng mit dem ersten Punkt verbunden ist dieser Tipp: Lern dich selbst besser kennen, denn je besser du dich selbst verstehst, desto besser kannst du auch für dich sorgen.
Wenn wir Freundschaften schließen oder eine neue Beziehung eingehen, investieren wir viel Zeit und Energie darin, den anderen wirklich kennenzulernen. Das schafft viel Nähe und auch eine gemeinsame Basis. Wir lernen die Stärken und die Schwächen des anderen kennen und können sein Verhalten deutlich besser einschätzen.
Und genau das gilt auch für uns selbst!

  • Wie gut kennst du dich eigentlich selbst?
  • Kannst du z.B. realistisch einschätzen, was deine Stärken sind?
  • Was dich ausmacht?
  • Was andere an dir bewundern?
  • Und weißt du, wo deine persönlichen Schwächen liegen?
  • Was du brauchst, um glücklich zu sein?
  • Oder was du dir wirklich vom Leben wünschst?

All dies und noch vieles mehr sind Fragestellungen im Rahmen des weiten Felds der Selbsterkenntnis.
Zugegeben: Es ist nicht immer leicht, sich mit sich selbst zu befassen. Aber es ist unendlich lohnenswert. Denn wenn wir damit beginnen, uns selbst besser zu verstehen, fällt es uns auch viel leichter, nett zu uns selbst zu sein. Wir begreifen dann, warum wir uns manchmal so „blöd“ verhalten und wir müssen uns dafür nicht mehr verachten oder mit uns schimpfen. Wir können uns selbst Verständnis entgegenbringen und gewinnen so, wenn nötig, Kraft dafür, uns zu ändern.
Sich selbst kennenzulernen, heißt:
  • Bewusst wahrnehmen, wie man in welchen Situationen reagiert und vor allem warum.

  • Persönliche Verhaltensmuster erkennen und verstehen, warum wir diese anwenden.

  • Herausfinden, was man braucht und was einem gut tut.

  • Herausfinden, was einem nicht gut tut und wo man besonders auf sich aufpassen muss.

Und all das hilft dir dabei, immer besser für dich zu sorgen.

Tipp 3: Sei nachsichtiger mit dir selbst
Kernstück eines netten Umgangs mit sich selbst, ist zu lernen, nachsichtiger mit sich zu sein.
Oft sind wir mit uns selbst unendlich streng. Bei anderen Menschen können wir vieles verzeihen und nachsehen, doch wenn wir z.B. nur einen winzigen Fehler machen, beschimpfen wir uns oder hadern mit uns. Auf diese Weise senden wir uns selbst permanent Botschaften. Und es ist wirklich erschreckend, wie viele Menschen sich in ihren Gedanken selbst ständig beschimpfen und klein machen …
Wer sich aber selbst andauernd so etwas sagt wie „Ich tauge einfach zu nichts.“ oder „Du blöde Kuh, schon wieder hast du das falsch gemacht.“, muss sich nicht wundern, wenn das Selbstbewusstsein im Keller ist und man sich zu nichts motivieren kann. Achte einmal darauf, was du dir selbst sagst, vielleicht wirst du geschockt sein, wie unfreundlich du mir dir selbst umgehst.
Warum nur? Glauben wir damit zu erreichen, „besser“ zu werden? Glauben wir auf diese Weise uns besser in den Griff zu bekommen und mögliche Fehler zu vermeiden?
Meine Erfahrung ist, dass Menschen die sehr streng mit sich selbst sind, eine große Portion Lebensqualität einbüßen. Denn wir können vor uns selbst genauso viel Angst entwickeln wie vor anderen. Das ist dann so, wie sich Kinder von überstrengen Eltern fühlen, die eigentlich keine Chance haben, es ihnen recht zu machen: Sie haben vor allem Eines: Angst. Und wenn du nun selbst wie ein überstrenger Elternteil alles vernichtend kommentierst, was du anpackst, wirst du immer weniger Mut und Kraft haben, Neues zu beginnen.
Menschen, die lernen, nachsichtiger mit sich selbst zu sein und die sich ermutigen, statt fertig zu machen, gewinnen damit ein großes Motivationspotential. Genauso wie es uns gut tut, wenn andere an uns glauben, tut es uns auch gut, wenn wir uns selbst gut zureden und bei Fehlern oder Niederlagen nicht noch in die Wunde stechen.
Erlaub dir also deine Fehler – sie gehören zum Leben dazu. Viele Fehler sind nötig, damit wir etwas lernen können. Es reicht, wenn du wahrnimmst, was du falsch gemacht hast, und dann daraus lernst. Sag dir, dass du immer dein Bestes gibst – Du vergeudest nur Energie, wenn du dich selbst fertig machst.
Tipp 4: Lass dich hin und wieder auch einfach mal in Ruhe
Gerade Menschen, die sich sehr viel mit den Fragen und Themen einer aktiven Lebensgestaltung befassen, tun manchmal ein bisschen zu viel des Guten in Sachen Persönlichkeitsentwicklung. Geht dir das vielleicht auch manchmal so?

  • Neigst du dazu, dich ständig selbst zu analysieren?

  • Liest du viele Bücher, die dir dabei helfen sollen, noch „besser“ (effizienter, selbstbewusster, sportlicher, erfolgreicher oder was auch immer) zu werden?

  • Findest du andauernd etwas, was du an dir ändern willst?

Wenn du hier nickst, dann ist dieser Tipp besonders wichtig für dich: Nett zu sich selbst zu sein, heißt auch, sich einfach mal in Ruhe zu lassen.
Du musst nicht ständig an dir arbeiten. Du bist ok, wie du bist – ganz egal, was es alles noch zu verbessern gäbe. Erlaub dir immer wieder ganz bewusst das, was man „die Seele baumeln lassen“ nennt: Auszeiten, Ruhephasen, Entspannung und Erholung.
Tipp 5: Steh für dich selbst ein
Ganz wichtig ist es auch, anderen Grenzen zu setzen. Nett zu sich selbst zu sein und gut für sich zu sorgen, heißt unter Umständen auch, anderen Menschen klarzumachen, dass sie zu weit gehen oder dass sie sich unangemessen verhalten.
Nehmen wir an, du hast eine schwierige Phase im Job. Deine Kollegin versucht, dich auszubooten und du musst dir Einiges einfallen lassen, damit dein Chef keinen schlechten Eindruck von dir bekommt. Wenn nun dein Partner zu Hause auch noch Witze darüber macht, dass deine Karriere ins Stocken gekommen ist, steht an, ihm klarzumachen, dass das jetzt weder hilfreich noch erwünscht ist. Sag ihm deutlich, was du dir wünschst und was dir jetzt nicht gut tut. Damit gibst du dem anderen die Chance, etwas für dich zu tun, viel wichtiger aber noch: Du sorgst auf diese Weise gut für dich selbst.
Für sich selbst einstehen heißt auch, zu den eigenen Werten zu stehen und nichts mitzumachen, was einem gegen die eigene Natur geht. Offenheit und Toleranz in allen Ehren, es ist aber auch wichtig, sich selbst treu zu bleiben.
Ich hoffe, dass die Anregungen und Tipps aus diesem Artikel dir dabei helfen, dich selbst etwas mehr zu mögen – sei es dir selbst wert!

Quelle: Von Tania Konnerthhttp://www.zeitzuleben.de/sind-sie-eigentlich-nett-zu-sich/