Schön, dass Sie da sind. Diese Seiten sind für diejenigen, die ihre jetzige Situation schnell ändern möchten.


Freitag, 7. April 2017

Facebook-Profilbild: Wie es Ihre Jobchancen verbessert

So ein Facebook-Profil sagt über einen Menschen eine ganze Menge aus. Aus Firmensicht wäre es geradezu fahrlässig, freiwillig auf diese Informationen zu verzichten, wenn man Näheres über einen Bewerber erfahren will. Ja, schon der Blick aufs Profilbild vermittelt einem Sympathie, Vertrauen, Kompetenz - oder eben nicht. Die Universität Gent hat untersucht, ob sich Facebook-Profilbilder tatsächlich auf die Jobsuche auswirken können. Erstaunliches Ergebnis: Ja, das können sie, sogar sehr. So verbessert Ihr Facebook-Profilbild Ihre Aussichten auf den Traumjob.

Facebook-Profil: A oder B?

Natürlich, Facebook ist kein Business-Netzwerk, das man im Normalfall für die eigene Jobsuche einspannt. Kommentieren, liken, Katzencontent genießen - alles ganz harmlos. Ganz außer Acht lassen sollte man den Nützlichkeitsaspekt aber vielleicht doch nicht - vor allem dann nicht, wenn man sich gerade um eine neue Stelle bemüht. Darauf deutet eine Studie der Universität Gent in Belgien hin. Demnach hat das Profilbild eines Bewerbes auf Facebook großen Einfluss auf die Personalentscheidung eines Unternehmens.

Die Autoren um Stijn Baert behaupten vollmundig, dass ihre Studie die erste ihrer Art sei. Die erste, die den Zusammenhang zwischen Facebook-Profilbild und Jobsuche genauer unter die Lupe nehme. Zu diesem Zweck führten sie in Belgien folgendes Experiment durch:

Bewerbung: Das Facebook-Experiment

Die Wissenschaftler sammelten zunächst über 1000 Stellenanzeigen, von denen rund die Hälfte speziell an Uni-Absolventen mit Master-Abschluss gerichtet war. Nun verschickten sie Bewerbungen von mehreren fiktiven Personen, deren fachliche Qualifikationen sich nicht voneinander unterschieden. Berufserfahrung, EDV-Kenntnisse, Fremdsprachen, Führerschein, Hobbys, alles identisch.

Den Pseudo-Bewerbern wurden dabei unterschiedliche Profilfotos aus einer Datenbank zugeordnet. Foto 1 zeigt eine Person, die man in einer vorherigen Studie als attraktiv, extrovertiert, freundlich, emotional stabil und offen beschrieben hatte, allerdings nicht als gewissenhaft. Bei der Person auf Foto 2 war es genau umgekehrt: die Person machte einen gewissenhaften Eindruck, erhielt aber in den anderen Punkten weniger gute Noten. Die Person auf Foto 3 bekam in allen Kategorien Durchschnittswerte und die auf Foto 4 durch die Bank schlechte Benotungen.

Ein Teil der Bewerbungen wurde nun ohne Fotos versandt, dafür bauten die Forscher die Profilbilder aber in eigens erstellte Fake-Facebook-Profile ein. Durch eine kurze Google-Suche ließen sich die Bewerber leicht aufspüren und auch unmissverständlich diesen Fake-Profilen zuordnen. Entscheidend dabei: Die Privatsphäre war jeweils so eingestellt, dass man als Außenstehender ausschließlich den Namen und das Profilbild zu sehen bekam, aber nicht Hobbys, sonstige Vorlieben oder Likes.

Facebook-Profilbild: Die Reaktionen

Ergebnis: Die Bewerber mit Facebook-Profilfoto A erhielten in 9,8 Prozent der Fälle eine Einladung zum Vorstellungsgespräch, die mit Foto B in 7,6 Prozent der Fälle, Foto C führte ebenfalls in 7,6 Prozent der Fälle zu einem positiven Feedback und die Bewerber mit Foto D konnten sich nur in 5,3 Prozent der Fälle über eine Einladung freuen. Verstärkt wurde der positive Effekt für Bild 1 noch, wenn es sich um Stellen für Hochqualifizierte handelte und wenn der Rekruter weiblich war. Schlussfolgerung 1: Unternehmen scannen ihre Bewerber auf Facebook. Schlussfolgerung 2: Es macht für die Jobsuche einen großen Unterschied, ob man bei Facebook ein ansprechendes Profilfoto eingestellt hat oder nicht - auch wenn man diesen Kanal in keiner Weise zur beruflichen Kontaktaufnahme, sondern ausschließlich zum Privatvergnügen nutzt.

Was die Ergebnisse allerdings nicht sagen: Sie können nicht Aufschluss darüber geben, wie groß der Anteil der Unternehmen ist, die ihre Bewerber tatsächlich auf Facebook gescannt haben. Professor Stijn Baert von der Uni Gent verweist außerdem auf weitere Studien, nach denen die meisten Menschen sich auf Facebook keineswegs selbst idealisieren, sondern ihren wahren Charakter zeigen würden. Sie posten, zeigen und liken also in der Regel das, was sie wirklich mögen, zeigen sich so, wie sie sind - und nicht, wie sie gerne sein würden. Für Personaler ein klarer Vorteil.

Die belgische Studie hat aber - selbstverständlich - noch weitere Limitationen. Sie spielt ein Szenario durch, in dem die Bewerber im Netz mit Ausnahme des gefälschten Facebook-Fotos nicht präsent sind. Was aber, wenn es noch weitere Accounts gibt - auf Xing, Linkedin, Twitter oder Instagram? Verfügt man noch über viele weitere Netz-Auftritte, dann schwindet vermutlich die Bedeutung des Facebook-Fotos. Aber: Ist ein Bewerber tatsächlich nur auf Facebook unterwegs - und das ist ja nicht so selten - dann wiegt sein Profilbild umso schwerer.

Facebook-Profilbild: Tipps

Daher noch mal der grundlegende Ratschlag: So lange Sie auf Jobsuche sind, achten Sie auf ein ansprechendes Profilbild bei Facebook - selbst wenn Sie dort nur eine Karteileiche sein sollten.

Für Jobsuchende sind außerdem diese Tipps wertvoll:

Ein Bild, das Sie im Ganzen zeigt, lässt Sie inkompetent wirken. Am besten ist ein Foto, auf dem Kopf und Schultern zu sehen sind.
Lächeln und dabei Zähne zeigen - das wirkt sympathisch und kompetent. Aber nicht zu herzhaft lachen und den Mund zu weit aufreißen, das lässt die Kompetenz wieder absinken.
Wer die Augen verdeckt, wirkt auf den Betrachter weniger sympathisch. Daher keine Sonnenbrille auf die Nase setzen.
Augen leicht zukneifen und den Kopf leicht zur Seite neigen. Das macht sie - zumindest dem Anschein nach - selbstbewusster und kompetenter.


Quelle: Von Sebastian Wolking am 26. Januar 2016, http://karrierebibel.de/facebook-profilbild-wie-es-ihre-jobchancen-verbessert/