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Mittwoch, 5. April 2017

So wird der erste Tag im neuen Job ein Erfolg

Die meisten Neulinge sind am ersten Tag sehr aufgeregt. Kein Wunder! Schließlich werden dann bereits die Weichen für den weiteren Umgang gestellt

„Guten Morgen, ich wollte mich kurz vorstellen – ich bin die Neue...“
So oder ähnlich beginnen viele erste Arbeitstage im neuen Job. Die Aufregung ist groß – zu Recht. Denn wer am Anfang souverän herüberkommt, hat die Weichen für eine gute Zusammenarbeit mit Chef und Kollegen gestellt. Ein paar wichtige Punkte sollten Neulinge beachten.

Auch wenn neue Mitarbeiter den ein oder anderen Fauxpas im Nachhinein wiedergutmachen können: Besser ist es, von vornherein den richtigen Start zu finden. Doch was tun, wenn einen zum Beispiel die Kollegen links liegen lassen?
„Das größte Problem ist, dass die meisten Bewerber mit dem ersten Tag zu große Erwartungen verknüpfen“. Es hilft, sich bewusst zu machen: Der Tag ist zwar für einen selbst ein besonderer. Für die restliche Belegschaft ist er dagegen ein Arbeitstag wie jeder andere. „Man kann nicht erwarten, dass alle Spalier stehen und der Chef gleich mit einem Essen geht.“

Als Neuling die Initiative ergreifen

Also erst einmal abwarten, bis einen jemand an die Hand nimmt? „Wenn man nicht vorgestellt wird, sollte man die Initiative ergreifen”. Wenn es stressig zugeht, fasst man sich bei der Vorstellung besser kurz. Ein „Heute scheint ja nicht der beste Tag zum Anfangen zu sein“ signalisiert Verständnis für den Zeitdruck der anderen.
Und Vorsicht bei der Hackordnung: „Wenn man den Chef stehen lässt, ist das nicht so gut“. Ein angeregtes Gespräch mit einem Kollegen sollte man deshalb freundlich unterbrechen, wenn der Chef auf einen zukommt.

Mit neuen Kollegen Pläne für die Mittagspause schmieden

Wirken die neuen Kollegen am Anfang desinteressiert, muss das nichts heißen. Wer Angst hat, den Anschluss zu verpassen, fragt am besten nach, was die anderen in der Mittagspause vorhaben – vielleicht gleich bei jemandem, der einem sympathisch ist. Denjenigen können Neue auch fragen, ob er sie die ersten Tage ein wenig an die Hand nimmt. „Das drückt ja Wertschätzung aus, in der Regel sind die Leute deshalb da offen“.

Namen und Funktionen merken

Die nächste Hürde: Namen und Funktionen merken. „Niemand erwartet, dass man sich alle Namen merken kann“. Bei wichtigen Personen schaut man sich am besten schon vor dem ersten Tag Namen und Funktionen an. Und wenn man doch einmal ins Schlingern gerät? Flagge zeigen und nachfragen: „Das waren jetzt so viele Namen, vielleicht sagen Sie mir Ihren nochmal“.
Nützlich ist ein Notizbuch: Dort können Mitarbeiter neben Namen Gedächtnisstützen eintragen, etwa wie eine Person aussieht, um sich zu erinnern. Solche Hinweise helfen auch beim nächsten Fettnäpfchen-Thema: Small Talk. „Ich würde mitmachen, aber keine Themen platzieren“. Gerade bei privaten Details oder Gesprächen über andere Mitarbeiter sollten sich neue Kollegen zurückhalten, um ein Gefühl für die Gesprächskultur im Unternehmen zu bekommen. Die Grundregel für die Anfangsphase: Augen und Ohren auf und Klappe zu.

Nicht streberhaft, aber auch nicht unmotiviert rüberkommen

Zurückhaltung gilt auch beim Arbeitseinsatz: „Es ist ein Fehler, sich gleich inhaltlich reinzustürzen und nicht links und nicht rechts zu gucken“. Neue Kollegen sollten daher mit Kritik und Verbesserungsvorschlägen warten, bis sie ihren Platz in der Abteilung gefunden haben. Was die Arbeitszeiten angeht, orientieren sie sich am besten an den Kollegen: Deutlich länger oder kürzer als der Durchschnitt zu bleiben, lässt einen entweder streberhaft oder unmotiviert erscheinen.
Manchmal kommt es auch vor, dass ein Unternehmen noch gar nicht auf neue Mitarbeiter eingestellt ist und weder Schreibtisch noch Material zur Einarbeitung vorbereitet hat. „Dann kann man zum Beispiel einen Kollegen fragen, ob man ihm bei der Arbeit über die Schulter gucken kann“. Fragen, fragen, fragen. „Solange man neu ist, kann man unheimlich viel fragen“. Das gilt auch, falls die Technik spinnt oder Büromaterial fehlt.

Bei Problemen NICHT gleich zum Chef rennen

Unangenehm wird es, wenn Kollegen herablassend handeln und unangenehme Aufgaben auf den oder die Neue abwälzen. „NICHT gleich zum Chef rennen, erst einmal abwarten und überlegen, warum derjenige das macht. Gleich am ersten Tag den Chef einzuschalten, ist nicht sinnvoll. „Vielleicht will sie jemand ja vorsichtig heranführen oder nicht gleich überfordern“.
Gibt es weiterhin Probleme, sollte man seinen Aufgabenbereich klar mit dem Vorgesetzten definieren und diese Absprachen dann den Kollegen kommunizieren.

Und was, wenn einem gleich am ersten Tag ein Fehler unterläuft?
„Wenn ich das selber merke, korrigieren und nicht weiter thematisieren“. Weisen Kollegen auf einen Fauxpas hin, sollte man anbieten, den Fehler zu beheben und nachfragen, wie man ihn in Zukunft vermeiden kann. Schließlich ist man da, um zu lernen.

Dass am ersten Tag nicht alles perfekt läuft, wird einem keiner übelnehmen.