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Montag, 31. Juli 2017

Das Märchen vom Kalifen

Es war einmal ein Kalif, der wollte gerne alle Weisheiten erfahren. Da ihn aber seine Regierungsgeschäfte im Palast zurückhielten, schickte er jedes Jahr seinen Großwesir zu einem Weisen im Lande damit er wieder eine neue Weisheit für ihn erlerne. Jedes Mal wartete er voller Ungeduld auf die Rückkehr seines Großwesirs. Und als dieser wieder einmal von einer Reise zurückkehrte fragte ihn der Kalif: “Nun, was hast du diesmal für eine Weisheit mitgebracht?” Der Großwesir antwortete nur: “Alles ist gut.” “Ja schön”, sagte der Kalif, “aber was hast du noch gelernt?” Doch der Großwesir sagte wieder: “Alles ist gut, so wie es ist.” “Das mag ja sein”, erwiderte der Kalif, jetzt schon ungeduldig, “aber welche Weisheit hast du denn noch mitgebracht?” Doch der Großwesir antwortete wieder nur: “Alles ist gut, so wie es ist.” Da wurde der Kalif richtig zornig, denn damit war er gar nicht zufrieden.

Und um sich abzulenken, ließ er seinen Barbier rufen, damit der ihm den Bart schneide. Weil der Kalif aber so wütend und unruhig war, schnitt ihn der Barbier aus Versehen in die Wange. Da wurde der Kalif erst richtig wütend, und ließ seinen Barbier in den Kerker werden.

Seinen Großwesir aber fragte er: “Findest du auch das gut, dass mich der Barbier jetzt in die Wange geschnitten hat?” Der Großwesir antwortete aber wieder nur ganz ruhig: “Alles ist gut, so wie es ist.” Jetzt wurde der Kalif so wütend wie nie zuvor, und ließ sogar seinen Großwesir in den Kerker werfen.

Und um seine Ruhe wieder zu finden, ließ er sein Pferd satteln, und ritt wütend immer weiter und weiter, ohne auf Weg und Steg zu achten, immer weiter. Und kam so in das Land der Menschenfresser.

Die fingen ihn ein, und wollten ihn gerade fressen, da entdeckten sie den Schnitt in seiner Wange. Und angewidert setzten sie ihn auf sein Pferd, und schickten ihn zurück, denn sie fraßen nur makellose Menschen. Der Kalif ritt froh und dankbar wieder nach Hause und machte sich Vorwürfe wegen seiner Ungerechtigkeit, denn erst jetzt erkannte er die Weisheit und wie gut es war, dass der Barbier ihn geschnitten hatte.

Als er im Palast angekommen war, ließ er sofort den Barbier frei und öffnete selbst seinem Großwesir die Kerkertür und entschuldigte sich immer wieder für seine große Ungerechtigkeit. Aber der Großwesir antwortete wieder nur. “Alles ist gut, so wie es ist.” Darauf sagte der Kalif: “Wenn ich nicht immer noch so traurig und betroffen wäre, über meine Ungerechtigkeit, könnte ich jetzt schon wieder wütend werden über diese Worte von dir. Was kann daran denn nur gut sein, dass ich dich in meinem Zorn in den Kerker werfen ließ, nur weil du mir eine Weisheit sagtest, die ich damals noch nicht verstand.”

Aber der Großwesir sagte wieder nur: “Alles ist gut, so wie es ist”. Denn siehe, wenn du mich nicht hättest in den Kerker werfen lassen, dann wäre ich selbstverständlich bei deinem Ritt, wie immer, an deiner Seite gewesen, und mit dir gefangen worden. Mich hätten die Menschenfresser aber gefressen, denn mein Körper ist makellos.” Uns so erkannte auch der Kalif endlich, die große Weisheit: Alles ist gut, so wie es ist.


Fabel

Freitag, 28. Juli 2017

Entspannt im Bus zur Arbeit nach Luxemburg kein Problem ohne Auto


Das Monatsticket von Deutschland nach Luxemburg kostet ca. 75 Euro. Steigen die Pendler in Luxemburg zu, zahlen sie sogar nur ca. 45 Euro. Diese Einheitspreise ermöglicht der luxemburgische Staat durch hohe Subventionen.

2011 hat er den Busverkehr mit 150 Millionen Euro gefördert. Im Vergleich zum Auto sind die Buskarten extrem günstig. Kalkuliert man 30 Cent Kosten pro gefahrenen Kilometer mit dem Auto, kommt man bei täglich rund 90 zurückgelegten Kilometern zwischen Trier und Luxemburg auf 27 Euro. Auf den Monat  hoch gerechnet zahlt ein Luxemburg-Pendler, der 20-mal mit dem Auto von Trier zum Kirchberg fährt, 540 Euro. Im Jahr sind das 6480 Euro. Steuerlich kann ein Angestellter in Luxemburg jährlich höchstens 2970 Euro als Fahrtkostenpauschale absetzen.

Der Staat Luxemburg unterstützt 27 grenzüberschreitende Buslinien, fünf führen nach Belgien, acht nach Frankreich und 14 nach Deutschland. Fünf dieser Buslinien binden Städte und Gemeinden im Kreis TrierSaarburg an: Das sind die 116 (Schweich – Luxemburg), 118 (Trier – Luxemburg), 134 (Konz – Luxemburg), 157 (Saarburg – Luxemburg) und die 132 (Nittel – Luxemburg).

Detailinfos zu den Buslinien gibt es im Internet unter www.mobiliteit.lu – unter den Menüpunkten Horaires et réseaux (deutsch: Fahrpläne und Netze) und Transport transfrontalier (deutsch: grenzüberschreitender Transport) sind alle Fahrpläne einsehbar.

Donnerstag, 27. Juli 2017

Befristeter Arbeitsvertrag


Vom Gesetzgeber waren sie als Einstiegs- oder Rückkehrmöglichkeit in das Berufsleben gedacht. Diesen Zweck erfüllen sie zwar teilweise, doch oft werden sie aus ganz anderen Gründen eingesetzt. Die Rede ist von befristeten Arbeitsverträgen. Mehr als zehn Prozent aller Arbeitnehmer befinden sich in solchen Arbeitsverhältnissen, Tendenz deutlich steigend.

Eine logische Entwicklung, denn auf den ersten Blick bieten befristete Arbeitsverhältnisse primär Vorteile für den Arbeitgeber. Das ist bei genauerer Betrachtung zwar nicht ganz richtig, doch auf einige Besonderheiten sollten Arbeitnehmer bei befristeten Arbeitsverträgen dennoch achten. Die Befristung eines Arbeitsvertrages ist in Deutschland mit und ohne Sachgrundmöglich. Sachgründe, die eine Befristung rechtfertigen, sind:

  • Der Bedarf besteht nur vorübergehend.
  • Ein Angestellter soll getestet werden.
  • Ein Azubi wird übernommen, um seine Chancen zu verbessern.
  • Der Arbeitnehmer vertritt vorübergehend einen Mitarbeiter.
  • Es handelt sich um eine Saisonstelle,
  • Es ist eine Projektstelle,
  • Die Stelle ist haushaltrechtlich oder
  • aufgrund eines gerichtlichen Vergleichs befristet.

Ohne Sachgrund dürfen Arbeitsverträge befristet werden, um etwa

  • Mitarbeiter unverbindlich zu testen. Solche Verträge dürfen innerhalb von zwei Jahren höchstens drei Mal verlängert werden.
  • Existenzgründer in den ersten vier Jahren vor langfristigen Verpflichtungen zu bewahren. Sie dürfen Verträge mit Angestellten bis zu 48 Monate verlängern.
  • Älteren den Wiedereinstieg zu ermöglichen. Solche Verträge dürfen sogar bis zu einer Dauer von fünf Jahren verlängert werden.

Doch es gibt noch längere Fristen: Stellen in Universitäten und Forschungseinrichtungen dürfen bis zu sechs Jahren verlängert werden, im Medizinbereich sogar bis zu neun Jahren.
Auf einen ohne Sachgrund befristeten Arbeitsvertrag darf nach dem Erreichen der Zwei-Jahres-Grenze durchaus ein mit Sachgrund befristeter Vertrag folgen. Für die Zahl der Verlängerungen gibt es hier keine Obergrenze, solange jedes Mal ein Sachgrund vorliegt.

Voraussetzungen und Besonderheiten

Ein befristeter Arbeitsvertrag muss in Deutschland auf jeden Fall schriftlich vorliegen und vor Beginn des Arbeitsverhältnisses von Arbeitgeber und Arbeitnehmer unterschrieben werden. Wichtig ist bei einem mit Sachgrund befristeten Vertrag auch, dass der Sachgrund explizit im Arbeitsvertrag genannt wird.
Ist der Sachgrund nicht ausreichend, können Arbeitnehmer im Nachhinein eine Entfristungsklage anstrengen. Im Erfolgsfall wird ihr Arbeitsvertrag in ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis umgewandelt. Die Arbeitsatmosphäre leidet darunter jedoch immer. Auch wenn Sie am Tag nach dem Ende Ihres befristeten Arbeitsvertrages zur Arbeit erscheinen und ihr Arbeitgeber Sie nicht nach Hause schickt, wird Ihr Arbeitsvertrag unbefristet gültig.

Gelockerter Kündigungsschutz

Der Kündigungsschutz ist bei befristeten Arbeitsverträgen vom Gesetzgeber – im Vergleich zu unbefristeten Verträgen – deutlich gelockert. Eine außerordentliche – meist fristlose – Kündigung unterliegt zwar prinzipiell den gleichen Voraussetzungen wie bei einem unbefristeten Arbeitsvertrag, doch bereits bei der ordentlichen Kündigung gibt es gravierende Unterschiede.

Der wichtigste Punkt: Werden im Arbeitsvertrag keine Regelungen für die Kündigung getroffen, gibt es für Arbeitgeber und Arbeitnehmer keine Möglichkeit zur ordentlichen Kündigung! Das befristete Arbeitsverhältnis endet dann erst zum im Arbeitsvertrag festgelegten Datum. Die gesetzliche Kündigungsfrist liegt bei lediglich vier Wochen und ist nur gültig, wenn im Arbeitsvertrag auf sie verwiesen wird.
Auch für Menschen mit einer Behinderung oder schwangere Mitarbeiterinnen sieht der Gesetzgeber bei befristeten Arbeitsverträgen keinen besonderen Kündigungsschutz vor.

Vorteile für Arbeitnehmer?

Angesichts der bisher geschilderten Rahmenbedingungen liegt die Frage nahe, ob Arbeitnehmer überhaupt von befristeten Arbeitsverträgen profitieren können. Die Antwort ist ein klares Ja, denn auch wenn die Vorteile nicht zahlreich sind, so sind sie doch vorhanden. Befristete Arbeitsverträge können…

  • … die Vorstufe zu einem unbefristeten Arbeitsverhältnis darstellen.
  • … eine Möglichkeit sein, um ein Unternehmen kennenzulernen.
  • … dabei helfen, Berufserfahrung in verschiedenen Bereichen zu sammeln.

Diesen Vorteilen stehen natürlich negative Aspekte wie fehlende Planungssicherheit, eine unklare Perspektive und der gelockerte Kündigungsschutz gegenüber. Befristete Arbeitsverträge bieten daher vor allem jüngeren und ungebundenen Arbeitnehmern Chancen. Sie können so ihre Berufserfahrung erweitern und verschieden Firmen testen. Für Arbeitnehmer mit Familie stellen befristete Jobs jedoch nur die zweite Wahl dar.

Checkliste für befristete Arbeitsverträge

[] Werden Regelungen für eine ordentliche Kündigung oder zumindest die gesetzlichen Kündigungsfristen erwähnt?
[] Werden der Sachgrund und/oder die Dauer der Befristung im Arbeitsvertrag explizit benannt?
[] Ist der genannte Sachgrund stichhaltig?
[] Gibt es im Arbeitsvertrag Aussagen zu einer erneuten Befristung?
[] Denken Sie bitte daran, sich spätestens drei Monate vor Ende Ihres befristeten Vertrages bei der Arbeitsagentur zu melden.
[] Die Zusage für eine erneute Befristung befreit Sie nicht von Ihrer Meldepflicht. Versäumen Sie die Meldung, droht eine temporäre Sperre des Arbeitslosengeldes.
[] Fragen Sie bitte rechtzeitig – mindestens sechs bis acht Wochen – vor Ende des Arbeitsvertrages beim Unternehmen wegen einer erneuten Befristung oder Übernahme an.
[] Ist diese unklar, sollten Sie sich spätestens ab diesem Zeitpunkt auch bewerben und nach einem neuen Job umsehen.
[] Vermerken Sie in Lebenslauf und Bewerbung, dass es sich bei Ihrer letzten Stelle um einen befristeten Job gehandelt hat.
[] Bemühen Sie sich rechtzeitig um ein Arbeitszeugnis. Das steht Ihnen auch bei einem befristeten Vertrag zu.

Quelle; www.karrierebibel.de von Christian Mueller

Mittwoch, 26. Juli 2017

Die Top-10-Tipps zur Online-Bewerbung


Schluss mit teuren Mappen und Papierbergen! Zwei Drittel der Unternehmen in Deutschland bevorzugen mittlerweile Bewerbungen per E-Mail. Das schont den Geldbeutel und ist praktisch. Heute geklickt, morgen im Traumjob?

Ganz so einfach ist es dann leider doch nicht. Eine Online-Bewerbung muss genauso fehlerfrei und sauber sein wie eine schriftliche. Doch wir sind es gewohnt, im Netz schnell zu kommunizieren, etwa per Mail oder Chat. Rechtschreibung ist da oft Nebensache. Das darf sich nicht auf die Bewerbung übertragen.
Die Sprache ist im Netz gewöhnlich lockerer, die E-Mail zur Bewerbung sollte aber trotzdem nicht mit „Hallo“ beginnen, sondern förmlich mit „Sehr geehrte...“ oder „Sehr geehrter...“.
Außerdem bringt die virtuelle Bewerbungsmappe einige Fragen mit sich: Welches Dateiformat? Wie groß darf der Anhang sein?
Die Internet-Jobbörse
 Step Stone hat die Top Ten der Tipps für Online-Bewerbungen zusammengestellt:

1. Rechtschreibung
Achten Sie auf höchste Sorgfalt! Rechtschreibfehler bedeuten immer das Aus – früher in einer postalischen Bewerbung genauso wie heute in einer Online-Bewerbung.
2. E-Mail-Adresse
Nutzen Sie eine seriöse E-Mail-Adresse als Absender! Adressen wie Mausi1983@gmx.de sind in jedem Fall kontraproduktiv. Besser ist: vorname.nachname@gmx.de.
3. Betreff-Zeile
Nennen Sie einen eindeutigen Betreff! In die Betreffzeile Ihrer E-Mail gehören: die ausgeschriebene Position, der Standort und wenn möglich die Kennziffer aus der Stellenanzeige. So kann der Personaler Ihre Bewerbung leichter zuordnen.
4. Anhang
Achten Sie auf die Größe des Anhangs! Der E-Mail-Anhang einer Online-Bewerbung sollte nicht größer als drei MB sein. Verzichten Sie im Zweifel lieber auf ein Arbeitszeugnis und reichen Sie dieses stattdessen bei Bedarf nach.
5. Datei-Format
Verschicken Sie nur eine Datei als Anhang! Speichern Sie alle Bewerbungsbestandteile (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse) im PDF-Format in einer Datei. Mehrere Dateien erschweren Personalern die Arbeit.
6. Das Anschreiben
Schreiben Sie das Anschreiben direkt in das E-Mail-Fenster! Hängen Sie es zusätzlich in mit Ihren Anhang. Hintergrund: Personaler bevorzugen - wie erwähnt - nur eine einzige Datei.
7. Das Foto
Verwenden Sie ein professionelles Bewerbungsfoto. Das Online-Medium verführt dazu digitale, Schnappschüsse zu nutzen. Falsch! Ihr Bewerbungsfoto sollte immer bei einem professionellen Fotografen gemacht werden.
8. Individualität
Auf ein individuelles Anschreiben achten! Keine standardisierten Anschreiben nach Copy-Paste-Manier verschicken. Erfahrene Personaler erkennen das sofort.
9. Der richtige Empfänger
Recherchieren Sie immer die persönliche E-Mail-Adresse des zuständigen Personalers. Geht diese nicht aus der Stellenanzeige hervor, rufen Sie im Unternehmen an. E-Mails an Sammeladressen wie info@ oder bewerbung@ kommen oft nicht beim richtigen Ansprechpartner an.
10. Die richtigen Info-Quellen
Informieren Sie sich im Internet über Online-Bewerbungen. Die Bewerbung findet online statt – daher: Auch die Hintergrundinformationen zum Thema finden Sie im Internet.

Quelle www.bild.de

Dienstag, 25. Juli 2017

Befristeter Vertrag – was muss ich mitmachen?


Immer mehr Deutsche arbeiten auf Zeit! Die Zahl der befristeten Arbeitsverträge hat sich laut Bundesagentur für Arbeit seit 2001 mehr als verdoppelt. 1,3 Millionen Deutsche sind mittlerweile befristet beschäftigt. Tendenz weiter steigend.


Die Verträge



Warum nehmen befristete Arbeitsverträge zu?

Befristungen gibt es zwar schon lange, aber besonders in den letzten Jahren nehmen sie stark zu. Nicht nur in der Privatwirtschaft, sondern auch im öffentlichen Dienst. Befristungen bringen dem Arbeitgeber einige Vorteile. Zum Einen müssen die Arbeitgeber so keine neuen Stellen schaffen und können flexibler wirtschaften. Auf der anderen Seite schrecken vermehrte Kündigungsschutzklagen viele Arbeitgeber ab. Ihre Sorge wächst, Angestellte selbst in berechtigten Fällen (schlechte Arbeit, Diebstahl) nicht kündigen zu können.



Was für Befristungen gibt es?

Gesetzlich sind zwei Arten von Befristungen erlaubt, die sich entweder auf eine bestimmte Zeit (z. B. ein Jahr) oder eine bestimmte betriebliche Situation (z. B. kranker Kollege) beruhen. Wichtig: Befristungen müssen schriftlich festgehalten und von beiden Parteien unterschrieben sein.



► Befristung mit Sachgrund

Der Arbeitsvertrag ist nicht auf ein bestimmtes Datum befristet, sondern auf eine Sache. Beispiel: Die Krankheit oder Schwangerschaft einer Person oder die Dauer eines Projekts. Das können zwei Monate sein oder (in besonderen Fällen) mehrere Jahre. Achtung: Der Arbeitgeber muss ihnen nur 14 Tage vorher mitteilen, wenn die Sache endet – also z. B. die ersetzte Person wieder zur Arbeit kommt. Danach kann er Sie mit einem neuen Sachgrund weiterhin befristet beschäftigen (z. B. anderer kranker Kollege).



► Befristung ohne Sachgrund

Im Arbeitsvertrag ist nicht nur der Arbeitsbeginn festgelegt, sondern auch das Ende der Beschäftigung – mit einem bestimmten Datum. Wichtig: Eine Befristung ohne Sachgrund kann nur insgesamt zwei Jahre dauern und in dieser Zeit höchstens drei mal verlängert werden. Danach darf Sie der Arbeitgeber nicht mehr beschäftigen oder muss Sie unbefristet einstellen. Das gilt auch, wenn er Sie in eine andere Abteilung oder auf eine andere Stelle setzt. Die Befristung besteht zwischen Ihnen und dem Arbeitgeber.



Kann ich während der Befristung gekündigt werden?

Ja. Allerdings nur, wenn dies im Vertrag festgelegt ist. Und; Ab dem sechsten Monat des Arbeitsverhältnisses braucht er dafür eine gute Begründung. Es gilt die gesetzliche Kündigungsfrist von vier Wochen (zum 15. oder zum Monatsende).



Wann steht mir eine Entfristung zu?

Gar nicht. Auch wenn Sie z. B. zwei Jahre zufriedenstellend gearbeitet haben und die Stelle weiterbesteht, darf der Chef sie jemand anderem geben. Einklagen können Sie einen unbefristeten Vertrag nur, wenn der Arbeitgeber gegen die 2-Jahres-Regel verstößt oder Sie nachweisen können, dass Ihr Chef Ihnen eine Entfristung versprochen hat.



Juristischer Trick: Rechtlich haben Sie einen unbefristeten Vertrag, wenn Sie am ersten Arbeitstag nach Ablauf der Befristung zum Arbeitsplatz kommen und Ihr Chef Ihnen Arbeit gibt.



Das gilt als stilles Einverständnis über die Fortführung der Beschäftigung. Hier nutzen Sie zwar die Schusseligkeit Ihres Chefs aus, aber nur dafür kann er Sie weder kündigen, noch den Vertrag aufheben.



Habe ich weniger Rechte als unbefristet Angestellte?

Nein. Sie dürfen nicht benachteiligt werden. Heißt: Wenn die Mitarbeiter z. B. Weihnachtsgeld bekommen, haben auch Sie welches zu erhalten. Das gilt auch für die betriebliche Altersvorsorge. Diese gilt auch für Sie ab dem fünften Jahr Betriebszugehörigkeit. Wenn Sie auf sechs Jahre (mit Sachgrund) befristet sind, können auch Sie profitieren.



Was muss ich tun, bevor mein Vertrag ausläuft?

Drei Monate vor Ablauf des Arbeitsverhältnisses müssen Sie sich beim Arbeitsamt melden. Haben Sie die Hoffnung, dass Ihr Chef Sie behalten möchte, sollten Sie rechtzeitig das Gespräch mit ihm suchen. Wichtig: Lassen Sie sich in jedem Fall eine Beurteilung geben. Das hilft bei der Jobsuche.



Fachliche Beratung: Dr. Hans-Georg Meier, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Berlin



Quelle: www.bild.de vom 26.03.2014

Montag, 24. Juli 2017

Normale Arbeitnehmer können ihre Einkünfte mit einem Nebenjob aufbessern



Die Abgeordneten verdienen sich mit Vorträgen, Mandaten in Aufsichtsräten und Beratungstätigkeiten ordentlich was dazu. Aber wie sieht das eigentlich bei ganz normalen Arbeitnehmern aus – dürfen wir das auch?


Darf ich einen Nebenjob ausüben?



Ja. Der Arbeitnehmer darf seine Arbeitskraft so verwerten, wie er möchte und es möglich ist. Aber: Laut Arbeitsschutzgesetz darf er inkl. Nebenjob höchstens 48 Stunden pro Woche arbeiten.



Muss ich meinen Chef um Erlaubnis bitten?



Eigentlich nicht. Ausnahme: Im Arbeitsvertrag steht eine Klausel, wonach Nebenjobs genehmigt werden müssen. Das ist jedoch in den meisten Verträgen festgeschrieben. Oft steht hier auch: „Sofern die beabsichtigte Nebentätigkeit die vertraglich geschuldete Leistung nicht einschränkt“, muss der Arbeitgeber den Nebenjob genehmigen. Problem: Was die Leistung einschränkt, ist oft strittig.



Wer entscheidet, wenn man sich nicht einig wird?



Bei Streitigkeiten kann der Betriebsrat helfen – im Notfall auch das Arbeitsgericht. Wenn Ihnen an Ihrem Hauptjob gelegen ist, sollten Sie aber versuchen, sich mit Ihrem Chef einvernehmlich zu einigen.



Wann darf mir mein Chef einen Nebenjob verbieten?



Wenn der Hauptjob unter dem Nebenjob leidet. Dann kann auch eine bereits erteilte Erlaubnis widerrufen werden. Beispiel: Sie arbeiten nach einem Acht-Stunden-Tag noch sechs Stunden in der Kneipe und schlafen am nächsten Morgen im Meeting ein.



Darf ich auch für die Konkurrenz arbeiten?



Nein, es gibt das Wettbewerbsverbot, das im deutschen Arbeitsgesetz verankert ist. Beispiel: Ein VW-Verkäufer darf am Wochenende nicht woanders mit BMWs handeln. Wenn er es doch tut, kann sein Hauptarbeitgeber diesen Nebenjob untersagen und dem Arbeitnehmer gegebenenfalls auch kündigen.



Brauche ich eine neue Genehmigung, wenn ich die Nebentätigkeit wechsle?



Ja. Denn Ihr Chef muss erneut prüfen können, ob Ihr Nebenjob negative Auswirkungen auf den Hauptarbeitgeber hat.



Gibt es Nebenjobs, die mein Chef nicht verbieten darf?



Ja. Ein Ehrenamt am Wochenende. Das dürfen Sie regelmäßig und ohne Erlaubnis ausüben.



Muss ich das Nebeneinkommen versteuern?



Ja. Ausnahme: Sie haben einen Minijob (mit bis zu 450 Euro im Monat).



Muss ich meinem Chef verraten, was ich nebenher mache und wie viel ich damit verdiene?



Was Ihre Aufgaben im Nebenjob sind, darf den Chef interessieren. Er muss prüfen, ob Haupt- und Nebenjob sich widersprechen oder der Nebenjob Sie zu sehr in Anspruch nimmt. Die Höhe Ihres Nebenverdienstes geht den Chef grundsätzlich nichts an. Einzige Ausnahme: Wenn es durch das Einkommen zu versicherungsrelevanten Überschneidungen, etwa bei doppelter Sozialversicherungspflicht, kommt.



Was passiert, wenn ich ohne Genehmigung nebenbei arbeite?



Sie können abgemahnt, im Wiederholungsfall sogar gekündigt werden. Allerdings: Handelt es sich bei dem Zweitjob um eine Tätigkeit, die den Hauptjob auf keinen Fall stört (Sekretärin, die am Samstagabend babysittet), sollten Sie dagegen klagen.



Darf ich nebenbei selbstständig sein?



Wie bei der Nebenbeschäftigung als Arbeitnehmer gilt: Solange genug Energie für den Hauptjob übrig bleibt, spricht nichts dagegen.



Widersprüchliche Jobs sind verboten

So urteilen Richter zum Zweit-Job:



Ein Krankenpfleger z.B. darf nebenher nicht als Leichenbestatter arbeiten. Denn: Bei den von ihm betreuten Patienten, deren Leben und Gesundheit er erhalten soll, könnte es zu „Irritationen“ kommen. Das entschied das Bundesarbeitsgericht. (6 AZR 357/01)



Fachliche Beratung: Rechtsexperte Wolfgang Büser



Quelle: www.bild.de von 24.03.2014 von S. HÖRNIG, und A. SELL