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Montag, 17. Juli 2017

Tipps für jeden Arbeitnehmer


Wer vom Chef gemobbt wird, bekommt Schmerzensgeld

Wer vom Chef gemobbt wird und deshalb erkrankt, hat Anspruch auf Schmerzensgeld und Versetzung. Bedingung: In der Firma gibt es einen gleichwertigen Arbeitsplatz (BAG Az.: 8 AZR 593/06).

Jüngeren darf zuerst gekündigt werden

Wird mehreren Arbeitnehmern betriebsbedingt gekündigt, darf der Chef die Jüngeren zuerst feuern. Grund: Die Sozialauswahl schützt ältere Arbeitnehmer, die geringere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben (BAG, 2 AZR 42/10).

Weiterbildungskosten müssen bei Kündigung zurückgezahlt werden

Ein Arbeitnehmer muss vom Chef gezahlte Weiterbildungskosten erstatten, wenn er auf eigenen Wunsch vor Abschluss der Weiterbildung kündigt. Bedingung: Die erfolgreiche Weiterbildung ist für den Arbeitnehmer von geldwertem Vorteil (BAG 3 AZR 621/08).

Wer sich nicht rechtzeitig kümmert, muss mit zu kurzer Kündigungsfrist leben

Arbeitnehmer können gegen eine Kündigung durch ihren Arbeitgeber innerhalb von drei Wochen nach Zugang des Schreibens angehen. Tun sie das nicht, gilt die Entlassung, auch wenn die angegebene Kündigungsfrist zu kurz war (BAG 5 AZR 700/09).

Personalakte darf auch nach Kündigung eingesehen werden

Arbeitnehmer dürfen auch nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses ihre Personalakte beim Ex-Chef einsehen (BAG 9 AZR 573/09).

Chef darf nicht einfach die Tätigkeit ändern

Arbeitgeber dürfen die vertraglich vereinbarte Tätigkeit eines Beschäftigten nicht einseitig ändern. Das gilt auch, wenn dies im eigens formulierten Arbeitsvertrag steht. Derartige Veränderungen sind nur per Änderungskündigung möglich (BAG, 10 AZR 275/09).

Resturlaub kann ins nächste Jahr mitgenommen werden

Urlaub muss im laufenden Kalenderjahr gewährt und genommen werden. Resturlaub kann ins nächste Kalenderjahr mitgenommen werden. Bedingung: Es liegen dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe (z. B. Krankheit) vor. Mitgenommener Urlaub muss in der Regel in den ersten drei Monaten des folgenden Kalenderjahrs gewährt und genommen werden (BAG 9 AZR 352/10).

Unbegrenzte Überstunden nicht erlaubt

Arbeitsverträge mit z. B. einer Klausel wie „erforderliche Überstunden, die über 45 Stunden wöchentlich hinausgehen, werden nicht separat bezahlt“, sind unzulässig.
Grund: Es fehlt eine Begrenzung nach oben (BAG 5 AZR 517/09).

Rundschreiben zu Überstunden nicht ausreichend

Arbeitgeber dürfen erforderliche Mehrarbeit und entsprechenden Freizeitausgleich nicht nur per Rundschreiben und Aushänge ankündigen. Mitarbeiter, die dann Überstunden verweigern, dürfen nicht entlassen werden (EuGH C 350/99).

Jobangebote müssen altersneutral sein

Stellenausschreibungen müssen bezüglich des Alters neutral formuliert sein.
Eine ausschließliche Suche nach einer bestimmten Altersgruppe (z. B. jung) verstößt grundsätzlich gegen das Altersdiskriminierungsverbot (BAG 8 AZR 530/09).

Für ein besseres Zeugnis müssen Gründe her

Wer mit seinem Zeugnis nicht zufrieden ist, muss Gründe für eine bessere Schlussbeurteilung nennen (BAG 9 AZR 12/03).

Wenn Weihnachtsgeld gezahlt wird, dann für alle

Zahlt der Arbeitgeber freiwillig Weihnachtsgeld, darf er einzelne Arbeitnehmer nicht davon ausnehmen. Es gilt der arbeitsrechtliche Gleichbehandlungsgrundsatz (BAG 10 AZR 569/06).

Wer zu früh zur Arbeit fährt, ist nicht versichert

Wer mehr als zwei Stunden früher als üblich zur Arbeit fährt und auf dem Weg einen Unfall hat, ist nicht über die Berufsgenossenschaft versichert (SG Dortmund, S 11 U 44/00).

Wer mit Krankheit droht, fliegt

Wer nach abgelehntem Urlaubswunsch dem Chef damit droht, krank zu werden, dem kann fristlos gekündigt werden (BAG 2 AZR 251/07).

Fachliche Beratung: Rechtsexperte Wolfgang Büser; Fachanwalt für Arbeitsrecht Oliver Fröhlich Quelle: Bild.de 28.03.2012