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Montag, 7. August 2017

Der Papierkorb



Diese kleine Geschichte handelt von einem High-School-Lehrer, der seinen Schülern eine wichtige Botschaft zum Thema Privilegierung vermitteln wollte und dazu eine kleine Aufgabe mit ihnen durchführte. Was am Ende dabei rauskommt, wird dich vielleicht überraschen oder dir sogar selbst ein klein wenig die Augen öffnen.



Ein High-School-Lehrer kam eines Tages auf eine geniale Idee. Er wollte seinen Schülern eine wichtige Lektion fürs Leben mit auf den Weg geben. Doch er wusste, ein langweiliger Vortrag würde nicht den gewünschten Effekt erzielen, auf den es ihm ankam. Deshalb dachte er sich eine kleine interaktive Aufgabe aus. Alles, was er dafür brauchte waren Papierschnipsel für jeden Schüler und einen Papierkorb.



Sodann erklärte der Lehrer den Schülern, dass sie nun die Bevölkerung des Landes darstellen würden. Und jeder einzelne von ihnen hätte die Chance, reich zu werden. Es gäbe dafür nur einen einzigen Haken: "Um in die obere Klasse der Großverdiener zu gelangen, müsst ihr lediglich das Blatt Papier zerknüllen und versuchen, es in den Papierkorb zu werfen. Und das während ihr auf euren Plätzen sitzen bleibt."



Das Ergebnis fiel so aus, wie erwartet: Die meisten Schüler, die vorne saßen, trafen den Papierkorb. Die meisten Schüler, die hinten saßen, trafen nicht. Der Lehrer erklärte dazu folgendes: "Je näher du am Papierkorb sitzt, desto größer sind deine Chancen, ihn zu treffen. So sieht Privilegierung aus."



Verständlicherweise waren die einzigen Schüler, die sich beschwerten, dass die Aufgabe unfair sei, diejenigen, die hinten saßen. Die Schüler, die vorne saßen, fokussierten sich hingegen auf ihre Aufgabe und nahmen recht wenig Rücksicht darauf dass sie klar im Vorteil waren.



Und genau auf diese Weise funktioniert Privilegierung. Entweder gibt sie uns einen deutlichen Einblick auf unsere Gegenwart und Zukunft. Oder aber sie lenkt uns von den Menschen in den hinteren Reihen ab, die mit uns im Wettstreit stehen und die gleichen Ziele verfolgen wie wir selber. Und dadurch können Menschen mit Privilegierung in der sozialen Entwicklung ein Hindernis darstellen für die Unterprivilegierten. Denn unter Umständen stehen wir ihnen im Weg.



Der Lehrer beendete die Aufgabe mit einer wichtigen Aussage, die den Zweck der Übung auf den Punkt brachte: "Eure Aufgabe als Schüler, die die Möglichkeit einer Bildung haben, ist es, sich dieses Privilegs bewusst zu sein. Und dieses besondere Privileg namens 'Bildung' solltet ihr nutzen, um große Dinge zu bewirken. Doch gleichzeitig solltet ihr euch dabei für die Menschen in den Reihen hinter euch einsetzen."



Wirklich beeindruckend, dass ein recht simples Experiment eine solch wichtige Botschaft und Weisheit vermitteln kann. Man sollte also zum einen seine Chance auf Bildung nicht als etwas Selbstverständliches ansehen. Und zum anderen niemals den Blick für die Schwächeren verlieren.